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Jüdische Rundschau · 1904-11-18 · Heft 46 (18.11.1904) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 46 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Ar* ■>/* ׳־״MJ& י2״ו&דז No. 46. JÜDISCHE KUND SCHAL). Seite 401. vor, an Stelle der fälligen Zinsen den Inhabern der türkischen Bons Palästina abzutreten. Da die öffentliche türkische Schuld damals nicht weniger als fünf Milliarden betrug, so wäre ein Eingehen auf den Vorschlag einer Abtretung Palästinas an die (!laubiger der Türkei gleich gekommen. Midhat Pascha, dem eine Reform der türkischen Finanzen erwünscht gewesen wäre, begann über die Angelegenheit mit Ouedalla ernstliche Verhandlungen, diese zogen sich aber in die Länge, bis der kurz darauf ausgebrochene Kric״ mit Russland allen Reformplänen *11 der Türkei ein jähes Ende bereitete. An Heines Grab. Wie jedes Jahr am Allcrhciligenfest wanderteti arn 1. November die Pariser in zahllosen Mengen auf die Friedhöfe, um die Gräber ihrer Lieben mit Blumen und Kränzen zu schmückeu. Eine wunderschöne Herbstsonne leuchtete ihnen zu ihrem Tötengedenktage, und auf dem über einen Hügel sich hinziehenden Pt*rc I.achaise war cs ein malerisch reizender Anblick, von ober herab die wimmernden Massen wie eine dunkle Flut um die weissen im Sonnenschein flimmernden vielgestaltigen Denkmäler wogen zu sehen. Fs ist noch immer dieser grösste und älteste Bcgrälmisplatz von Paris, dem •die meisten Besucher Zuströmen. Aber am stimnumgsvollsten bleit der Totengedenktag stets auf dem Montmartre, dem der Name des Friedhofs der Dichter und Künstler eine halb romantische Vorliebe beim Pariser Volk erworben hat. Das Grab Heinrich Heines, das seit der Errichtung des gleisseuden Marmorsteins von Hasselriis leider den alten heimlichen Zauber des stillen Poetengrabes verloren hat, ist es besonders. bei dem die Friedh’ofsgünger verweilen. Ich verbrachte da beute eine ganze Stunde, utn die Besucher zu beobachten. Wie ein nach Paris verpflanztes Stück deutscher Erde s1!1־ der Umkreis aus. Fast nur deutsch horte man in der Umgebung des Grabes, in allen dialektischen Anklängen, viel auch mit französischem Accent. Und besonders anheimelnd berührt es. wie der ״Frankl. Ztg.” geschrieben wird, so viele Leute aus dem Volke zur Ruhestätte des Dichters kommen zu selten. Die meisten bringen Blumen, keine prachtvollen Kränze. Veilchenstrüusschcn. ein paar Immorteien, manche legen ihre Visitenkarten hei. die andern schreiben eine Zeile aus einem Liede Heines dazu. Mir selbst passierte etwas Merkwürdiges. Ein junger Manu, der mich lange beobachtet hatte, redete mich plötzlich an. Ich sei gewiss ein Deutscher, fragte er in einem guten deutsch, das trotzdem sofort den Pariser erkennen liess. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass der Herr einen Deutschen zu -־ Konversationsstunden suchte. Im letzten Jahre habe er Jemanden so am!':feine-Grahe gefunden, der indessen Paris bald verlassen musste, und in dieser Absicht sei er heute wieder gekommen. Denn, fügte er hinzu, auf jemanden, den ich an! Grab Heines finde, kann ich im voraus Vertrauen haben, mehr als auf alle Empfehlungen, die in Paris ja doch so leichtfertig gegeben werden. Die Juden im Londoner Eastcnd werden demnächst ein eigenes jüdisches Theater erhalten. Man hat schon lange daran gearbeitet, liier ein solches Theater zustande zu bringen, aber bisher sind die Versuche immer tehlgeschlagcn; wie die Unternehmer behaupten, weil man kein eigenes Gebäude hatte, hohe Mieten zahlen musste, und die jüdische Gemeinde kein rechtes Vertrauen zu dem Unternehmen hatte, und daher kein Geld hergeben wollte. Nun soll in Commcrcial Road, der Hauptstrasse von Whitechapel, ein besonderes Theater gebaut werden, welchem man den Namen Orient Tlieutre geben will. Die Stücke sollen in ,Yiddisch” gegeben werden. Da es in London nicht weniger als 110 000 Juden gibt, die keine andere Sprache als Yiddisch verstehen, so kann man wohl mit gutem Gewissen sagen, dass dieses Theater einem grossen Bedürfnis Abhilfe bringen wird. In New-York hat ein ähnliches Theater einen grossen Erfolg zu verzeichnen gehabt, und so denkt mau auch hier, gute Geschäfte zu machen. Das Theater wird über zweitausend Personen fassen und architektonisch einen ausgcsprochcn orientalischen Charakter tragen. Uebrigens ist schon jetzt bekannt gemacht worden, dass man in diesem Theater nicht wie in anderen strenge Etiketteregeln durchführen wird, sondern dass — das Mitbringen von Esswaren erlaubt sein soll. Die Besucher sollen sich ״recht gemütlich” ״wie zu Haus” fühlen. Nationalfond. Sammlung«(! für den Nalioralfond und andere zionistische Zwecke sind nur noch an Jen Schatzmeister des Zentralbüros, Herrn Max Wollstelner, Berlin NW, *3, Hohleiner -—--- Ufer 10, zu senden. ----- (L.) Cand med. Eifas Auerbach von cind. med. Scharagorodzki. (L.) Henny Fabian, Gleditschstr. 11. Fr!. Lotti Wiener, Kattowitz, aus ihrer Nationalfond-Büchse. Sammlung Eugen Wiener, Berlin, aus Anlass einer freudigen Zeitungsnachricht.. Aas Heidelberg: Frau Dr. Goitein, Nati;nalfond-Büchse 10,— , Frau Mark Wwe., N'ationalfond-Büchsc 12,—. Rechtsanwalt Hirsch M. M., Selbstbesteuerung für 3 Monate 9,—.zus. Gesammelt im 1‘ensionat Unk, Berlin .... KOnigsberger Zionistische Vereinig A, Sissle vhalwai jede Woche" 5,—, S., für eine ־ Gefälligkeit von H. 0 20, Frl. Blumenthal I,— , Alb am, verlorene Wette 0,50, J. Kowner, ver• lorcne Wette I.- , Sparbüchse O. C. 0,40, Aus der gemeinsamen Sparbüchse W o I f s o h n und Dr. Jaceby Am Unterhaltungsabend, 6. November, gesammelt durch Frl. Dora Hüttner 10,10, Samniang im Kaffee Bauer, 5. November, durch zionistische Studenten 70,׳'׳, Sambursky wünscht Dr. K:.־e gute Erholung 0,50.zus. Der Vorstand der Stettiner Zionistischen Vereinigung gratuliert Herrn Assessor Siegbert Cohn zum bestandenen Examen. Scat bei O. M., Hamburg. Ester Margarethejacobsohn, Berlin, Pfennig■ Sammlung. H. May, Berlin, Pfcanigsammlung. Sonja Herschhorn, Danzig. Edmund Lissa, Bctlin. Martin Wolff, anlässlich Zusammenkunft mit Moritz Lotwc, Sargershausen. Martin und Walter Wolff, anstatt Telegramm zur Hoch/eit Scholem. E 1 ly wünscht viel Glück für die weiteren Analysen . Adolf, Grete und H i 1 d a M ü 11 e .. N. N. für Benutzung des לולב von Herrn S&lomon Hermann L 5 b, Butzb3ch, Hessen, beim Aufrufen zur Taora. Sichel, München, gratuliert Familie Dr. G r o m - bacher, Frau Dr. Mayer und E. Mayer, Strassbürg zur Geburt des kleinen Grombacher .... Sichel, München, aus seiner Sammelbüchse . . . E. W. & Lude W. in D., gemeinsam gesammelt. . . L. Moritz, Breslau, statt Telegramm zur Hochzeit Fanny Meyer, Blankenburg. L. Moritz, Breslau, verlorene Wette. Diverse, durch Schachtel, Breslau. Diverse, durch Michael, Hamburg. Königsberger Zionistische Vereinigu Frau N'achmansohn, aus der Büchse 3,—, Frau Pomeranz, aus der Büchse ",85, Pensionat Klompus, aus d r Büchse 5,—, E. S. 1,—, Frl. . Rattncr, Wette 0,50, Sambursky, Borisoglebson, A. Sissle 1,50.zus. Sammlung Kantor Loeb, Beuthen O.-S., bei der Brith-.V.:!oh des jüngsten Sohnes des Herrn S. Knoch, Pcis - Kretscham (darin cingc• schlossen eine Spende des christlichenArztes, Herrn Dr. Hoffinann) . . . . . . . .. . 1,25 3,45 10,- 1,50 33- 2,10 ung. Mk. 32,40 M; 1,50 1,50 -,ר¬ ¬! _ 1׳ “I 1 ־.ז -,! 1,20 2,30 - 1 1.50 2.50 5,25 0,50 0,50 0,75 0.20 ng: IS,55 9,- Zusammen 140,95 Mk. Oelbaumspenden. Zur Erinnerung an den 10. November 1904 auf den Namen Heinrich York-Steiner gesammelt im Kaffee Bristol, Frankfurt a. M, von Goitein, Refcr. Dr. Schwarzschild, Jng. Feingold, H. K o 11 i n e r , Bloch, Pedacteur Lothar Stark, A. Reinhard, Gans, W. David in Frankfurt &. Main ,.1 Baum Auf den Namen des Ehepaares Max W o! f und Frau J d a, geb. Schott, Frankfurt a. M, gestiftet an deren Hochzeitstage von Hermann Wolf, Dr. Heiaemann, Dr. Horovitz, Referendar Salomoo und Referendar Dr. Schwarz- 6,— Mk.

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