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Jüdische Rundschau · 1904-10-07 · Heft 40 (7.10.1904) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 40 (7.10.1904)
Date
1904-10-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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־ Seite 332. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 40. Judentums im verflossenen Jahre. Diesmal galt sein Maskir neschamoth dem grossen Philantropen Alfons Jacobsohn, dem Rabb. Dr. Rahmer״Oberst Qoldsmid und Herzt. — Oberst Goldsmid, führte der Redner aus, sei als nachahmenswertes Muster den Orossen in Israel Hnzustellcn, die meist nur .,noch“ Juden seien und bereits an der äussersten Peripherie des Judentums stünden. Anders Qoldsmid. Er, der Sohn getaufter Eltern, der nur durch ,Zufall wider den Rückweg zum Judentum gefunden, stand mitten in demselben, war Jude voll und ganz. In seiner hohen gesellschaftlichen Stellung, die er seiner militärischen Tüchtigkeit zu verdanken hatte, bekannte und bctätigte er allzeit solz sein Judentum; er schloss sich sogar der jüdisch-nationalen Bewegung In London an und stand in deren vordersten Reihen. Die Bildung eines jüdischen Knabenregimentes und manche andere jüdische Institution bilden seine dauernden Schöpfungen! — Ein grosser Jude, der gleich Goldsmid zu früh das Zeitliche gesegnet, sei auch Herzl gewesen. Der höchste Ehrentitel bestände nach talmudischcr Ansicht darin, wenn man einem Menschen gar keinen Titel gibt und ihn mit seinem einfachen Namen nennt. Herzl, sägte Dr. Frank, brauche man einen Titel nicht zu geben, sein blosser Name sei bedeutender geworden als ein Ehrentitel, sei ein inhaltsschweres Wort, ein Schiboleth iir das wicdercrwachte jüdische Selbst- Bewusstsein. Diesem habe der geniale Geist Herzls einen nationalen Charakter, eine bestimmte Form und ein bestimmtes Ziel gegeben. Möge man über die Bewegung denken, wie man wolle, das eine stehe fest: Herzl hat Tausenden, die bereits mit dem Judentum in gar keinem oder nur noch ganz , losem Zusammenhang gesta:־. icn, wieder Stolz auf Glauben und Abstanuuung beigebracht und Eiter lind Hingebung für jüdische Interessen. Dadurch habe Herzl, der gleich Moses ״aitf dem Berge“ sterben musste, auf dem Gipfel seines Ruhmes, ohne am Ziele der Sehnsucht angelangt zu sein, gelebt für alle Zweiten. Auf den jüdischen Nar.tn Herzls anspiclend. schloss Dr. Frank seinen Vortrag mit den Segen, den der sterbende Moses an Benjamin gerichtet: /י הבייב ך der Liebling des Herrn, der gottbegnadete Mann m.egc ruhig und sanft schlummern in den lichten, himmlischen Mühen; sein Andenken sei gesegnet!“ —!11 Anbetracht der schroff ablehnenden Haltung, die Rabbiner Dr. Frank in früheren Jahren dem Zionismus und seinen Führern gegenüber bekundete״•!, hat sein objektiv und doch warm gehaltcner Nachruf für Herzl allenthalben, auch in nichtzionistischen Kreisen, grossen und anerkennenden Beifall gcfunden. Londoner Juden tmd englische Richter. ״Der Richter Cluer verurteilte 2 Juden wegen der Angriffe auf die freidenkenden Juden zu Geldstrafen, er rügte die orthodoxen Juden urtd sagte, sic sollten sich erinnern, dass auch sic einst verfolgt worden sind. Sic sollten das in England bestehende Prestige der Glaubensfreiheit achten und jedem seinen Glauben lassen.“ — So rauscht es durch Gerinanicns BHitterwclt. Das ״Frcidenkcrtum“ äusserte sich darin, dass die ״Freidenker’’ am Jom-Kippör vor den Synagogen der konservativen Juden auf- und abfuhren, um dabei ostentativ verbotene Speisen zu essen. Da haben Ihnen denn die ״N'ichtfreidenker” nachdrücklich nicht deplazierten Beifall geklatscht. Anatollsche Bahn. Wenn auch die Erntenachrichten aus dem Interessengebiet der Konialinic erheblich günstiger lauten als aus dem der Angoralinie, so wird doch auch auf der letztem im Vergleich zum Vorjahr auf ein besseres. Ergebnis zu rechnen sein. Jede Vermehrung der Einnahmen auf der Stammiinie kommt der Regierung zugute, deren Biirgschafts- Zuschuss sich dementsprechend verringert. Anders auf der Konialinic; hier hat die Regierung bekanntlich nur eine beschränkte Bürgschaft gewährt, deren System es mit sich bringt, dass jede Mehr- oder Mindereinnahme dieses Betriebsnetzes die Bahngcseiischaft selbst trifft. Infolge der vorjährigen Missernte waren die Erträgnisse der ersten acht Monate wenig befriedigend. Seit Anfang September haben die Beförderungen der neuen Ernte begonnen; damit ist denn auch der erhöhte Wechsel in den Einnahmen eingetreten. Auf der Stammlinie erbrachter, die ersten 17 Tage des September, deren Abrechnung Hs jetzt vorlicgt. bereits ein Mehr von 53 000 Fr. Auf der Konialinic stellen sieb die Einnahmen in den ersten 17 Tagen des September auf 13S 646 Fr. gegen 75 783 Fr. in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Ein seltenes Fest wird am Rosch Chodesch Kislew (10. November 1901־) in zionistischen Kreisen Berlins begangen werden. Das Ehepaar A. Nierenstein und Frau werden au diesem Tage die diamantene Hochzeit feiern. Man wird nicht verfehlen, das hochbetagte Ehepaar in geeigneter Weise zu ehren. Unser verehrter Gesinnungsgenosse Rabbiner Dr. Emil Lewy wurde zum Rabbiner des Berliner Reügionsvcrcius Westen mit glänzender Majorität gewählt. Der Gemeinde ist zu dieser Wahl ebenso Glück zu wünschen, wie wir tinserm Freunde auch an dieser Stelle gcsirmungsgcnössischc Glückwünsche darbringen. _rn-.—.-.I E3 I ׳ ..~. . Briefkasten der Redaktion. -1 ־.י־— E3 1. ..- - Mehrere Briefe mussten des Umzugs halber noch unbeantwortet bleiben. Wir bitten um freundliche Nachsicht. .—.*יי» Nationalfond. «== Samm'tingen für den N'atlonalfomi und andere z!onis!isc!1c Zwecke sind nur noch an Jen Schatzmeister des Zentral־ böros, Herrn Max Wollstelncr, Berlin NW. 3j, Hol .!einer -- Ufer 10. zu senden. -—— — H c r m 0 n n-S tr u c k * Berlin, anstatt Glückwunsch- Depesche zur Verlobung Grone mann-Bcrgl- Hannover. Daniel Treu, Hagen i. W. von Simchah Arjch bar Jisracl Jor :.h. Frl. Paula Kronhcim, Glogau. Fritz San dberger, Breslau, an St. für eine Confercnz auf der Landstrassc. Dr. R a m c n d i c k aus Tiflis. Sammelbüchse in Glciwitz. Die vorstehenden vier Spenden sind von Herrn Rechtsanwalt S t c i n i t z in Glciwitz eingesandt. Anlässlich der V e r m ii 111 u n g s f c i c r des Frl. Scltna Adler, Ralibor, mit Herrn Adolf W e i 6 s m a n n , Oberglogau, gesammelt . . . . Siegfried Levy, Hohenbostel-Hamburg, anstatt Glückwunsch-Telegramm zur Verlobung des Frl Elfricdc Gronemann, Hannover. Frau Dr. J. Joel, Lübeck, aus der Sammelbüchse . . Zur Ablösung von Vcrlobungsan zeigen an u. Gesinnungsgenosse״ von Gg. Frl. Flora Fleischmann und Gg. Moritz Gold Schmidt, Hamburg. Durch Samuel Weil, Hamburg, gesammelt auf der Verlobungsfeier Lissauer-.Kantorowicz (1,50 bereits quittiert). S. J. Elzholz, Berlin, 6 Kupons der Jüdischen Kolon talbaUjC ... Marta B a er, Lemberg, gratuliert Frl. Elfricdc Gronenann, Hannover, anstatt eines Telegrammcs B. Auskerin, Berlin, anlässlich des Ablebens von Frau Agathe Lew in, geb. Wedel. Berlin, Flcnsburgcrs'.r. 10, gesammelt am 21. Septbr. . . . Zionisten im Hamburger Logenheim. Dr. Kalmus, Hamburg, statt Depesche zur Einweihung des ,Lübecker Jsraditischen Heims* . . . Assessor Dr. W. Munk, Berlin. Eugen Mayer, cand. jur. München: M. v. S. (München) gewonnene Wette.. Joh. Krcmenezky, Wien, anlässlich seiner An- Wesenheit in Berlin.. Sammlung im Kaffee Monopol, Berlin . . . . Dr. Julius Moses, Mannheim, anstatt Glückwunsch- Depesche zur Verlobung Gronemann - Bergcl, Hannover. Frau Helene Hartmann, Bcuthen O.-S. .... Marta G u 11 nt a n n , Beuthcn O.-S , aus der Sammelbüchse.. Sammlung Hermann Adler, Ratibor, bei einer Gelegenheit anlässlich des von Frl. Martha Pincz ower, Ratibor, bestandenen Lehrerinnen- Examens.. Sammlung des Quintaners J. Pinczowcr, Ratibor, anlässlich des bestandenen Lehrerinnen Examens seiner lie’-er Schwester Martha. AusBcrlin. E. W. Iür von J. Ch & O. zu billig berechneten Besatz Moritz und Rosenstiel, Hatberstadt, aus der Sammelbüchse. Griinbcrger & Wicnskowitz, Glciwitz . . . J H. Wagner, Berlin, Ha<-karath Neschamoth . . Frau Lina Wagner -Tauber, Berlin, Haskarath Neschamoth. J .. z, Berlin, Mischebcrach . ..* . . . - נ ־־.13 ־,3 -,» 0,50 14,~ ״,10 ״,1 2,JO 1,50 10,- 1,75 0,50 ״,20 ״,10 -.1 1,25 _<׳ “I 13,50 ־-,9 3,- 5,- 6,60 ״,7 ־־, 1 0,50 ״,1 Mk. 9 * w 9 9 מ f» w n n 9 9 9 9 9 9 9 9

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