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Jüdische Rundschau · 1904-08-19 · Heft 33 (19.8.1904) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 33 (19.8.1904)
Date
1904-08-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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f 1: t I f 11! ׳ I ‘ I l I r\ q i(r• p ד/ ו •W■ ז I: Abonnementspreis! (Zusendung inbegriffen) Vierteljährlich!, * 1. darob die Expedition: . s) in Berlin M. —,9a f b) nach auswärts M 1,— c) für das Ausland M. 1.3a. 2. Im Postabonnement M 1,25 : 9• bei Sammelbezug darob die Ortsgruppe M. —ftO. Inserate die Viergespanne Petitzeile 25 Pf. Inoeratenbel tagen 15 M f k Organ der für . Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag?fidisdte Rundsdtau, E. O. nt b. H. Berlin ü 54, Buguststrasse Hr. 498. Sprechstunden; v. 4—5 Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Heinrich Iwewe, Berlin IH9. Mb behrlerstrasse 14/15. ־ Onmfangle IHanusWple vrnfea iv bei Bellcgona genflgendea Rückportos znrädtgtsandt c t י :1 *; ' K. V No. 33. Berlin, 19. August 1904. 8. Eliul 5664. ix. Jahrgang, Der Bruderbund. In meiner Vaterstadt gibt es keine Bne-brith-Loge. Aber eine Anzahl Herren — sie gehören zu den angesehensten der Gemeinde — sind Mitglieder der Logen zweier Nachbarstädte. Ich weiss die Zeit, dass noch keine dieser Personen dem Orden angehörte. Ich finde nun, dass abgesehen von ihrer Stellung dem Judentum gegenüber auch in ihrem persönlichen Verhältnis zu einander keinerlei Veränderung eingetreten ist, seitdem sie ״Brüder“ geworden sind. Ich sehe nicht, dass die Zugehörigkeit zu dem Bunde, dessen Wahlsprach neben Wohltätigkeit und Eintracht Bruderliebe fordert, ein festeres Band um die hier wohnenden Brüder geschlungen hat. Diese meine Beobachtung veranlasst und berechtigt mich nun gewiss nicht, die segensreiche Wirksamkeit des Bne-brith-Ordens zu leugnen. Ich verfolge einen ganz anderen Zweck. Ich möchte durch Gegenüberstellung der Bne-brith-Logen und der zionistischen Organisation zeigen, wie ein persönliches Treuverhältnis sich weniger durch Statuten, als durch gemeinsame schaffensfreudige Arbeit im Dienste einer grossen Idee entwickelt, und wie mit der Bedeutung des Zieles die Innigkeit der persönlichen Beziehungen unter den Weggenossen wächst. Man sollte meinen, dass es keine Körperschaft innerhalb des Judentums geben könne, die ihre Mitglieder fester in Freundschaft und Treue an einander kette als der Orden der Bne-brith, der Bundesbrüder. Schon die nicht wenigen, oft *glänzend ausgestatteten Festlichkeiten, die die einzelnen Logen im Laufe des Jahres veranstalten, fördern die Geselligkeit und dienen so zur Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen unter den Brüdern. Und es ist sicher, dass für manchen, der sich zur Aufnahme in eine Loge meldet, diese ihm den gesellschaftiichen Verkehr erschliessenden Veranstaltungen für seinen Entschluss ausschlaggebend sind. Wer , sich aber zum Beitritt in eine zionistische Ortsgruppe bereit erklärt, dem sind solche Erwägungen fremd. Er weiss, dass ihm hier keine Vergnügungen winken. Denn . hiit Ausnahme vielleicht einer immerhin noch recht ' ernsten Makkabäerfeier leisten wir den Freunden des Bacchus und der Terpsichore nichts.; Indem der Orden so auf der einen Seite seinen Miti gliedern etwas bietet, was wir den unseren versagen “*»י müssen, stellt er andererseits den Eintretenden eine Bedingung, die wir den unseren erlassen, nämlich eine ״angemessene Lebensstellung“. Die zionistischen Ortsgruppen nehmen jeden unbescholtenen Juden auf, mag er nun Handwerker oder Kommerzienrat, ein armer Teufel oder sechsfacher Millionär sein. Es ist klar, dass auch von diesem Gesichtspunkt aus die Logen eher imstande sind, ihre Mitglieder einander persönlich näher zu bringen, als unsere Ortsgruppen die ihren. Denn * erstens können Leute, die alle einen cinigermassen gefüllten Geldbeutel besitzen, sieh eher einmal ein geselliges Beisammensein leisten, als solche, die mit ihren Gro- -sehen haushalten müssen. Und zweitens bestimmt der Geldbeutel heutzutage, wenigstens in Jüdischen Kreisen, das soziale Niveau. Man schliesst sich aber um so leichter an einen andern an, je mehr die eigene soziale Stellung der jenes entspricht. Endlich kommt noch ein Umstand in betracht, der den Logen die Anbahnung eines Freundschaftsverhältnisses unter ihren Mitgliedern erleichtert. Während unsere Vereinigungen ohne weiteres einen jeden aufnehmen, über den nichts Nachteiliges bekannt ist, wird der sich zum Eintritt in eine Loge Meldende einem peinlieh genauen Aufnahmeverfahren unterworfen. Er wird bis auf die Nieren geprüft, auf seinen Lebenswandel, Bildungsgrad, Gesundheitszustand, seine gesellschaftliehe Stellung, seine Vermögens- und Familienverhältnisse, ja sogar daraufhin, ob etwa seine Angehörigen einen ungünstigen Einfluss auf die Entwickelung des Logenlebens ausüben könnten und schliesslich auf — seine Anschauungen über ״Humanität“. Man wird also gewiss niemanden aufnehmen, der einem nicht durch und durch sympathisch ist, und mit dem nicht alle gern näheren Verkehr pflegen. Wir aber dürfen niemanden zurückweisen, der ein anständiger Mensch ist und sich zum Baseler Programm bekennt. Wie kommt es nun, dass die Angnehörigen unserer Organisation ein viel innigeres Treuband umschlingt, als Jene, die die Freundschaft und Bruderliebe zu ihrem heiligsten Gesetz machen, und bei denen die Vorbedingungen für die Entwickelung näherer Beziehungen so viel günstiger, sind als bei uns? Wir haben in Deutschland schon eine recht stattliehe Anhängerzahl, jedenfalls eine bedeutend grössere, als die der deutschen Bne-brith. Und (joch, wie sehr -«ugt י?*יז5 ייי^ז I i n׳:־ 1 4 ' f L iff r I’ J

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