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Jüdische Rundschau · 1904-06-24 · Heft 25 (24.6.1904) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 25 (24.6.1904)
Date
1904-06-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ü!?8f?SS5fe ~1־' T גד.• : ד.־!jKt’.. MmIm 00 C\o Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich 1 I. daroh die Expedition: a) ln Berlin M. —,«X b) nach auswärts M l,— c) für das Ausland M. 1,5a t. Im Postabonnomont M. l^S 1. bet Bammolboeug daroh die Ortsgruppe M. -jM. Ineerato die viergespaltene Petiuelle 25 Pt. Ineeratenbeilagen 15 M. No. 25. c\ Organ X^X der Zionistischen Vereinigung rar Berlin, 24. Juni 1904. 11. Tammuz 5664. ץ־־״יי! ך׳/ V \ ׳־'r üG'vJ I j Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag 3üdlsd1e Rundschau, EL 0. m. b. H. Berlin n St, Bugusf Strasse Ilr. 49 a Sprechstunden: v. 4—5 Uhr nachmittags. . Redaktion: Dr. Heinrich üoewe, Berlin HW. 40. behrlerstrasse 14/15. Unwrlanflte Manuskripte werden nur btl Beitcfluna genügenden Rückportos xurldrgnandt. IX. Jahrgang. Bund jüdischer Frauenvereins. Bei Gelegenheit des Internationalen Frauenkongresses in Berlin ist hier, wie schon berichtet wurde, in der ver* gangenen Woche ein Bund jüdischer Frauenvereine begründet worden. Zu diesem Zweck haben zwei Versammlungen staugefunden, die beide ebenso seitens auswärtiger Kongressmitglieder, wie von Berliner Jüdinnen ziemlich stark besucht waren. Die erste wurde auf Wunsch der Einberuferin, Fräulein Bertha Pappenheim aus Frankfurt a. M., als private Vorbesprechung behandelt, trotzdem gerade dort die Gründung des Bundes und damit die einzige bis jetzt erwähnenswerte Tatsache stattfand. Die Versammlung war also, trotz des privaten Charakters, stimmberechtigt!? ln der zweiten Versammlung, am 15. Juni, der beizuwohnen auch der Presse erlaubt wurde, geschah nichts Bemerkenswertes; die Einberuferin und vorläufige Vorsitzende des Bundes hielt ein einleitendes Referat über die Zwecke und Ziele der neuen Organisation, das immerhin noch an Klarhejt einiges zu wünschen übrig Hess. Sie führte aus, dass der erste Zweck des Bundes die Abwehr des Antisemitismus nach aussen sei, aber auch nach innen, in der eigenen Familie. Ferner solle der Bund gegen die Taufe eintreten; nicht immer seien nur die verantwortlich zu machen, die sich taufen Hessen, sondern vielfach jene, die sie dazu getrieben haben (also wieder die Familie!). Die Täuflinge tun diesen Schritt sehr oft ״aus ästhetischen Gründen“, weil sie wo anders (bei den Nichtjuden) angenehmere Formen zu finden glauben. Des weiteren sei das jüdische Selbstbewusstsein zu stärken. Im Vereinslebcn sei besonders darauf zu achten, dass sich das traditionelle Wohltun in ein rationelles umwandle. Eine Hauptaufgabe des Bundes sei es dann, sich der galizischen Frage zuzuwenden und dem damit eng verbundenen Mädchenhandel. Kein Geld der Welt könne genügen, um den galizischen Juden ausserhalb ihres Landes zu helfen. Das viele in Almosen angelegte Geld solle zu Kulturwerken in Galizien angewendet und so den dortigen Juden geholfen werden. Am Mädchenhandel sei ein grosser Prozentsatz von Juden beteiligt sowohl als Händler wie als Ware. Die Bekämpfung dieses Mädchenhandels sei eine der wichtigsten Aufgaben des Bundes. Frau S a 10 m o n , die Präsidentin des jüdischen Frauenverbandes von Amerika, führte aus, dass ihr Verband 70 Städte mit 11 000 Mitgliedern umfasse. Sie hätten vielleicht 100 Wohltätigkeitszwecke im Auge, aber nicht einen einzigen, der sichmitAlmosengeben beschäftige. Auch eine Vertreterin der Union of Jewish Women in England ergriff das Wort. Sie berichtete voi den Erfolgen ihres seit zwei Jahren bestehenden Verbandes, der jetzt 900 Mitglieder habe und 6 oder 7 Ortsgruppen besitze — eine roch gar zu geringe Zahl für England 1 — Ebenso wie aus dem einleitenden Referate gibt der Statutenentwurf ein Bild der geplanten Tätigkeit, und zwei in diesem Sinne bemerkenswerte Paragraphen mögen hier zitiert werden: § 2. Zweck des Bundes ist der Zusammenschluss zu gemeinsamer Arbeit, a) in gegenseitiger Anregung für die Interessen der Allgemeinheit. Als Arbeitsgebiete gelten zunächst die Wege und Ziele sozialer Hilfstätigkeit, der Volkserziehurig, der Förderung des Erwerbslebens jüdischer Frauen und Mädchen, Hebung der Sittlichkeit, Bekämpfung des Mädchenhandels u. s. w., b) im Erwecken des Interesses an allgemeinen jüdischen Bestrebungen der Gegenwart und durch Stärkung des jüdischen Gemeinschaftsbewusstseins. § 3. Der Bund verfolgt die Gcsammtinteresscn der jüdischen Frauenwelt. Er will Gelegenheit zum Gedankenaustausch, zu Vergleichen, zur Kenntnisnahme mustergiltigcr Einrichtungen; zur Anregung selbständiger Schöpfungen geben und enthält sich jeden Eingriües in die Selbständigkeit der einzelnen Vereine. Politische und religiöse Parteifragen sind ausgeschlossen. Als einziges praktisches Ergebnis dieser zweiten Ver- Sammlung ist zu erwähnen, dass ein provisorisches Komitee gewählt wurde, das 15 Mitglieder zählt und dessen Vorsitzende Frl. Pappenheim ist. Ferner wurde eine Liste ausgelegt, in die sich alle diejenigen einschreiben durften, die dem Propagandakomitee anzugehören wünschten, und das eine unbeschränkte Zahl von Mitgliedern haben darf. Die

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