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Jüdische Rundschau · 1904-06-17 · Heft 24 (17.6.1904) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 24 (17.6.1904)
Date
1904-06-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 24. Seite 261. JÜDISCHE RUNDSCHAU. wissenschaftliche Tätigkeit aufgeben musste. Er war der Gründer der ״Hazephira", die unter ihm für ein Charakterfestes und hervorragendes Blatt galt. Ponlewesh. (Judendemonstration.) Der ״Wil. Westn.“ veröffentlich nachstehenden Tagesbefehl des Kommandierenden der Truppen des Wilnaschen Militärbezirks:' Während einer am 28. Februar in Poniewesh stattgefundenen Judendemonstration erwies der Gemeine der 7. Kompagnie des 179. Ust-Dwinskischen Infanterie-Regiments Pawel Jermatschenko dem Gendarmen-Untcroffizier eine wiclitigc Hilfe, indem er sich in den Volkshaufen warf, unter dein sich auch Bewaffnete befanden, die mit Revolvern schossen, und einen Teilnehmer an dei Demonstration verhaftete. Für diese selbstverleugnende und treue Pflichterfüllung danke ich dem Kompagniechef Nikolski für den guten Geist, den er seiner Kompagnie eingeflösst hat, und dem Gemeinen Jermatschenko, wobei ich befehle, letzterem aus den Reservemittcln eine Belohnung von 5 Rbl. zuzuerkennen. Tamkow. Vor einigen Monaten iät der jüdische Tabakfabrikant Mendel Riwlin, welcher die Bauernhöfe im Bezirk Mursehowsk bereiste und auf ihnen Rohtabak ankaufte, plötzlieh verschollen und konnte trotz der Bemühungen der Polizei nicht gefunden werden. Die Staatsanwaltschaft von Tamkow hat aber mit Hilfe von Geheimpolizisten aus Moskau nunmehr, wie die ״Petersburgskija Wjcdomosti“ melden, festgestellt, dass au dem Juden Riwlin ein Mord verübt wurde. Wie die Untersuchung nun ergeben hat, wurde Riwlin von seinem Beamten Alexei Pomincw, der mit dem Ankauf von Rohtabak bei den Bauern betraut war, ermordet und beraubt. Die interessante Seite des Falles liegt aber darin, dass fast das ganze Dorf und alle Verwandten Pomincws von dem Morde wussten, jedoch alle Mittel anwendeten, um die Ermordung des Juden zu verheimlichen, damit ein Rechtgläubiger eines Juden wegen nicht dem Gerichte überantwortet werde. Zu diesem Zwecke legten die Verwandten des Mörders falsche Eide ab und bestachen die niederen Untersuchungsbeamten. Jetzt hat der Mörder Puminow ein umfassendes Geständnis abgelegt. Neues aus Jerusalem. Man berichtet der Kölnischen Volkszeitung aus Jerusalem: Von» hier sind zwei Begebnisse mitzuteilen. Zunächst, dass die Stadt eine wöchentliche einmal erscheinende ZeUumt erhalten hat. Sie führt den Titel ״El-Kuds esch-csherCii", und wird in türkischer und arabischer Sprache herausgegcDcn. Sic ist vor allem ein Regierungsblatt und kennzeichnet sich durch einen stark lobhudelnden Ton gegenüber allen höherstehenden und einflussreichen Personen in Verwaltung, Rechtsprechung, Polizei usw. Die Vorsteher der Dorfschalten, die oft genug nicht lesen und schreiben können, sind gezwungen, das Blatt, das den Herausgobcm unter allen Umständen einen entsprechenden Gewinn bringen muss, zu halten. An Verfügungen, die mit grossem Pompe ausgefiihrt werden, fehlt es in der neuen Zeitung nicht. Die Uebertrctungcn der Ver- Ordnungen sind aber dadurch noch zahlreicher geworden. Eine in Wirklichkeit sehr notwendige Verordnung, die das Abhauen der Bäume und das Ausroden noch lebensfähiger Wurzeln verbietet, scheint die Folge zu haben, dass die Wald- und Baum- und Wurzelvcrtilgung nur noch eifriger betrieben wird. Der arme Bauer im Palästina muss eben etwas verdienen; und die Gesetze werden gegeben, damit sic übertreten werden! — Das zweite, und zwar recht erfreuliche Ereignis ist die Auffindung einer Quelle lebendigen Wassers. Das Geschick eines englischen Queilenfinders hat am Wege nach Bethlehem in der Nähe des Bahnhofes den Besitzer eines Grundstückes, einen Griechen, auf eine Wasser verheissende Stelle aufmerksam gemacht. Der Oricche begann dort zu graben und ist so glücklieh gewesen, in einer Tiefe von 35 Meter gutes, frisch aufsprudelndes Wasser zu finden. Schon nach einigen Tagen klärte es sich mehr und mehr ab; die feinen Mergelteilchen, die es zufolge seiner Bodenbeschaffenheit mit sich führte, schlugen sich nieder, und das Wasser erwies sich als rein und trinkbar. Darob grosse Freude in Jerusalem! Bisher hatte man, so viel bekannt, keine Quelle in Jerusalem gefunden. Man will durch weitere Bohrungen den Sprudel vergrössern und hofft sogar gemäss Versicherung des englischen Entdeckers, noch an anderen Stellen in der Umgebung der heiligen Stadt Quellwasscr aüfzufinden. Dies wäre eine wahre Wohltat für alle, die jetzt nur auf das in Zisternen gesammelte Regenwasser angewiesen sind. ׳. Die Juden auf der Erde. Der Verein für jüdische Statistik hat eine dankenswerte Arbeit veranlasst, die unter dem Titel lüdische Statistik eine möglichst qucUcnmässigc und kritische Zusammenstellung der Verteilung der Juden über die verschiedenen Länder und Erdteile enthält. Die zahlreichsten jüdischen Bewohner enthält hiernach Russiand, nämlich (in abgerundeter Zahl) 5 082 000, dann folgt Oesterreich-Ungarn mit 1994 00, hierauf kommen die Vereinigten Staaten mit 1 136000, dann Deutschland mit 590 000, Rumänien mit 269 000, Afghanistan mit 184 000, England mit 179 000, Marokko mit 150000, die Niederlande mit 104 üOQ, Frankreich mit 86000, die Türkei mit 82 000, Palästina mH 78 000, Kaukasre« mH 58 000, Algier mit 57 000, Abessinien mit 50 000, Italien mit 47 000, Tunis mit 45 000, Persien mit 35 000, Sibirien mit 34UOO, Südafrika mit 30 000, Bulgarien mit 28000, Aegypten mit 25 000, Indien mit 22 000, Arabien mit 20 000, Kanada mit 16000, die Schweiz mit 13 000, Belgien mit 12 000, Griechenland mit 8 400 usw. Die Gesamtzahl der jüdischen Nation beziffert sich nach dieser Statistik auf 10 597000 Köpfe; da indessen naturgemäss eine solche Statist k wohl nur zu einem Unterwerte führt, so kann man die Gesatmziifer der auf der Erde lebenden Israeliten auf rund II Millionen annehmen. Nationalfondhüchsen! Die Na t i o n a I f o n d - K om m I ssio n für Deutschland beabsichtigt eigene National* fondbüchsen herauszugeben. Die Büchsen sollen an die einzelnen Ortsgruppen und an Orten ohne Ortspruppen an die Vertrauensmänner gratis ausgegeben werden. Um ungefähr einen Ueberblick über die Zahl der zu bestellenden Büchsen zu erlangen, werden hierdurch die Vorsitzenden der Ortsgruppen etc. ersucht, der Unterzeichneten Kommission mitzuteilen, wieviel Büchsen sie ungefähr brauchen. Die Ausgabe der Büchsen, sowie die notwendigen Instruktionen erfolgen so bald wie möglich. Die NatiönaUondkommfssion für Deutschland Dr. RoberUHantke, Berlin W. 57, Mansteinstr. 1. Nationalfond. (L.) Hadassa-Berta Loewe gratuliert ihrem Onkel Israel Auerbach zum bestandenen Doktorexamen . ... *. 1,- Mk. (L.) E l ia6 A u e r b ac h desgleichen .. 0,50 ״ Anlässlich der Vermählungsfeier von Frl. Rosa Pinczower mit Dr. L. Lazarus gesammelt von einem Zionisten in R a ti b 0 r..' 24,50 a Aus der N’ationalfondbüchse der Ortsgruppe München pro Mai: stud. Sichel IO,—, Stud. Weigert 4,—, Stud. Perl (Verein Achdus) 6,50, Jochsberger 2,—, Nationalfondkomitee (Theilhaber Meyer) 5,80.zus. 30,— י L. K. in C. 2,—‘ . Zirulnik für verkaufte Zigaretten. 2,— t Kurt B 10 c k * München anlässlich bestandenen Staats* examens.- 3,— , Fabius Schach verlorene Wette. 3,— , Fr. Szabo. 1,50 , Frl. Anna Baum* Ober Jngelheim gesammelt . . .. 10,65 י Diverse. 1,80 ״ X. Statt Telegramm zur Hochzeit Pe i s e r •Ju n g ma n n 0,50 , Aut der D 1 b b u k * Ausfahrt gesammelt. 2,— י Für Manschettenknöpfe. 0,50 ״ Gespartes E i n t r.i 11 s g e 1 d.. . 0,50 ,, Hedwig Sulmann und Sarah Fellander . . 2,46 ״ Aus Königsberg i. P.: B. Jsaakowitz anlässlich der Geburt des ersten Enkels 3,—, Gustav Cohn 1,—, Dr. Cohn 0,25, Dr. Pelz 0,25, Mario Po nieranz 1,—, Frau Sambursky 0,50 zus. 6,— . Anstatt Telegramm zur Hochzeit Piepersberg* H a 11 r e c h t, Berlin, H. Rucken stein* Dessau 0,50 ,. 89,40 Mk. Goldenes Buch des Nationalfonds. Zur Eintragung des Rechtsanwalt D rV Ar t h U r H a n t k e. National fondkommission München .... 1,-־ Mk Sophie Majerowitz I Kupon. 0,40 ״

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