Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 23 (10.6.1904)
- Date
- 1904-06-10
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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7 r! b rt£ -J-:' 1 #1. •No.-23. .::rii; J ü D 1 S C H E, R U N D S C H A U. Seite 251• .״•«1 \V>.e die ״Rigaer Leitung" meldet, hat der Qimverneur von Kurland und Esth1andv den .luden verboten, den Verkauf von christlichen Gebetbüchern zu betreiben.? Jellsawetgrad. NacfTciner Meldung der ״Odesskija No- . •wosti“ hat in■ letzter Zeit^dic Auswanderungsbewcgung unter den. Juden von Jclisawetgrad ,erschreckende Dimensionen angenommen. Die grosse ökonomische Krise, welche in Odessa infolge des Krieges cingetrctcn ׳'st. hat ihre unheimlichen Schatten auf ganz Südrussland '■'geworfen. Hs verlassen die Stadt meist Junge Handwerker. Kömmls und Kleinhändler, so dass ganze Gassen allmählich menschenleer werden. Die Aus- Wanderer wenden sich fast alle nach Amerika. Trotzdem wird all dies noch durch himrnelschfcie1ute>.Not der Juden In ganz Polen hi• den Schatten gestellt. ׳ ' Yalta (Krim). Der Gouverneur vnft Tnur'eu hat seinerzeit, wie wir bereits gemeldet haben, dem Miu'stcrium des Innern eine Petition der am Siidufer der Kriit lebenden Tabak- Pflanzer um Zulassung von Juden.zum Aufenthalt in Yalta übersendet und das Ansuchen dieser Tabakpfl Inzer wärmstens befürwortet. Das Ministerium dirigierte diese .Petition ati den Verein der Weinbäucller und Tabakplaiitagenbcsitzer von Yalta zur Begutachtung. Nunmehr hat siel» der Verein'• für iKe Zulassimg von Juden zum Aufenthalt in Yalta und Umkreise während der Monate April. Mai. September. Oktober und November ausgesprochen, und zwar unter Hinweis darauf. dass die Nichtzulassung der Juden zum Aufenthalte in Yalta den Tab'akpflanzorn grossen Schaden zufiige.' (ÄYclt”.) ..X Ucbcr den neuen Judenkrawail in Bender in Bessarabaen liegen nähere Nachrichten noch nicht vor. Dem Lc!|1berger ..Jüdischen Tagblatt” zufolge wurden die Kxzcssc am iSonnabend verübt und zwar während des Gottesdienstes von SO Kazapcn. Diese zerschlugen zuerst alle Fenster der von\den Juden bewohnten Nekrascwgasse. schrien nach Blut, weil'dic Juden am Kriege schuld seien, und drangen i!1 ein Haus. \vo sie zwo) Männer und ein Mädchen töteten. Dann warfen sie in der Wohnung des Möbelhändlers Rotynski dessen Fraü. welche im Wochenbette lag. zum Fenster .hinaus und schlaget) ihr auf der Strasse den Schädel mit einer Hacke ein.״ Als naclil •einigen Stunden Kosaken erschienen. w.ar der Pöbel so wild.’, dass er sich nicht auseinandertreiben Hess. Der Kommandant .1 telegraphierte nach Kischinew um Orders, worauf der Gouvcrneur zurücktelegraphlertc: ״Schiessen!” Die Drohung, es I würde geschossen werden, wirkte. Die Alliance Israälite Universelle scheint sich wieder hewegen zu wotVäu und das ist sehr erfreulich. Am 15• Mai fand in dem neueingerichtetcn, geräumigen Bibliothekssaale der Normalschule (Ecole Normale IsraGitc Orientale) die Generalversammlung der Alliance statt. Der .Generalsekretär Jaques Bigart erstattete! Bericht über die Wirksamkeit der Allianz im verflossenen Jahre. Zunächst fasste er, mit kurzen Worten die Greueltaten von Kischinew und Hornel zusammen» und wies auf die Sammlungen hin. die von der Allianz veranstaltet wurden, um den Notständen der jüdischen Bevölkerung wirksam zu steuern. Sodann kam er auf die Juden in Rumänien zu sprechen und konstatierte, dass sich ihre Lage im abgelaufenen Jahre kaum verändert hat. Dementsprechend musste die Allianz ihre Hilfsaktion fortsetzen, namentlich durch Unterstützung der ־Vorschusskassen,• die! sich als sehr wohltätig erwiesen und ־ daher im letzter Zeit vermehrt wurden; ferner wurden in den jüdischen Volksschulen Mittags-Freitische geschaffen; auch wurden Subventionen für Heizung, Schulgelder usw. bewilligt. Gegen die falsche Anklage des Ritualmordes zu kämpfen, ist das Zentralkomitee stets bestrebt, und dank der Verrnittclung seiner Vertreter gelang es ihm, namentlich in Aegypten im Laufe des Jahres 1903 zwei dieser ungeheuerlichen Anschuldigüngen zu nichte zu machen. Natürlich wird mit solchen Palliativmitteln wohl ini Augenblick geholfen, aber nicht die Blutlüge aus der Welt geschafft. Die Verhältnisse der Juden in Marokko waren besonders misslich, und die Alliasnz musste den von Räuberbanden ins Efend gestürzten Juden namentlich in Stat, Demnat und Seffrou. ihre moralische* und materielle Hilfe angedeihen lassen. Weiter berichtete Herr Bigart über das Schulwerk der Allianz, das jetzt 120 Elementar- und Gewerbeschulen umfasst mit einer Gesamtzahl von 33 000 Schülern. Er betonte mit besonderem Nachdruck den segensreichen Einfluss dieser Schufen׳ in Persien, wo die jüdische Bevölkerung auf einem niedrigen kulturellen Niveau stehe. Die blosse Anwesenheit eines Schuldirektors der Allianz bedeute dort eine Bürgschaft . für die Sicherheit der oft bedrängten Juden. Zum Schluss gab er den Mitgliedern bekannt,, dass vor kurzem vom Zentralkomitee der Ankauf eines Landgutes in der Nähe von Algier beschlossen wurde, dessen Gesamtfläche ־«- »*■י■. 0• * %<» «*• 1SU0 ha beträgt. Es ist zur PacliC bestimmt für ehemalige ZögUnge der von der Allianz in Tunis und im Orient unterhaltenen Ackerbauschulen. Wir hätteu diese Tatsache noch mehr anerkennen können, wenn sich der Vertreter der A.J. U. nicht gescheut hätte; in Palästina ein solches Gut zu erwerben. Sodann erstattete der Schatzmeister Bericht über Einnahmen und Ausgaben. Er beklagte cs, dass die Zahl der Mitglieder der Allianz Wicht zuHähme. und erklärte es als erforderlich, die Propaganda wieder aufzunchmen. Herr Konsul Simon aus Hannover sprach einige Worte des Dankes an die Allianz für ihre eifrige und scgensvolle Tätigkeit zu Gunsten der unglücklichen und kulturell zurückstehenden Juden und brachte in ergreifender Weise die Anerkennung zum Ausdruck, die die Gesellschaft ihrem Präsidenten Herrn Narcisse Leven schuldet; auf den Vorschlag des Redners erhob sich die ganze Versammlung voller Begeisterung zu Ehren Herrn Lcvcn’s, der seit •10 Jahren hingebungsvoll tür die Allianz wirkt. Dieser ergriff ticfgcriibrt das Wort und dankte lierzlicli inr die ilun dargebraehte Huldigung. Die Fortschritte der Allianz wären nicht auf ihn zuriickzufülircn, vielmehr auf alle die Mitarbeiter, die ihm stets treu zur Seite gestanden und die heute wie vordem ihre Kraft in den Dienst der Allianz stellten. Zu ihnen gehöre in erster Reihe Herr Konsul Simon, dessen Verdienste um das Judentum nicht zu hoch veranschlagt werden könnten. Ferner gedachte der Präsident• aller, die sich der Allianz als Heiter beigcKcllt, besonders der bewährten Männer, die es ihr ermöglichten, die schöne Bibliothek zu gründen, in der matt tage und die man an diesem Tage •cinweihc. Vor allen sei der verewigte J. M. Rothschild zu nennen; ihm sei cs zu verdanken, dass die Allianz heute eine jüdische Bücher- Sammlung besitze, wie keine zweite in der ganzen alten Welt vorhanden sei. Aut das allgemeine Werk der Allianz zuriiekkonuuend. betonte Herr Leven zum Schluss, dass es sein Ziel noch nicht erreicht hr.be, und dass cs sich noch immer weiter ausdehneu müsse zuttf Besten unserer leidenden und bedrückten Glaubensbriider und zur Ehre’.der gesamten Judcnheit. Rumänien. Das Hilfswerk der Vorschusskassen, das die Alliance Isradlite Universelle in Rumänien in den ärmsten Zentren: der jüdischen Bevölkerung begründet hat, nimmt einen regelmässigen Fortgang und erweist sich für die kleinen Gewerbetreibenden als sehr nützlich. Soeben hat die Alliance für^die Gemeinde in Bacau einen Kredit von 2000 Frankdn und für die Gemeinde in Moinesti einen Kredit'von 3000 Franken zur Gründung von Kassen bewilligt, nachdem sich beide Gemeinden zu Beiträgen von gleicher Höhe verpflichtet hatten. Nationalfond. H. S.: Sammlung jm D.-Zug Hamburg—Berlin R. M. — Gleiwitz. Pfennigsammlung Kaiser• Frankfurt a. O. . . E. Herzberg• Frankfurt a. O.: gesammelt . Pfenn igsa mmlung.. Rabiner Dr. B i r a m Hirschberg. Willy N c i s s c r Krotoschin: Markir N’schomauss I,—, W. N.-Krotoschin anstatt Ans.chtspostkarten an G. H. Dessau 1.- , zusammen. Emma Cohn- Berlin: Pfennigsammlung . . Sammlung Stud. phil. Rosen wasscr - Berlin: bein Abschied von S. Steinberg nach Ncw-York W ei n z e 1 •Braunschweig: für Beleidigung des Herrn Jngmann .. . . . R ac h I i n: gesammelt von Arbeitern der Fabrik Carmen Sylva. Else W. durch H. B. 1,—, H. B. 1,— zusammen FamUicnabcnd des Vereins jüdischer Studenten Berlin.,. Auf der Mitgliederversammlung der Berliner Zio nistischcn Vereinigung am 2. Juni 1904 L. M.-München ... . .•. . . . No, 5 . .. .... In Hamburg: gesammelt durch Nationalfondbüchse Ernst Gottschalk-Freiburg: Anlässlich seines be standenen Staatsexamens. G. S ch u tz - Zabrze: Selbstbesteuerung pro Juni. Von Basch Witz •Freiburg übersandt: F. E. 2,—, Anstatt Telegramm zur Vermählung von Frl. Rosa Pinczower mit Rabb. Dr. La2sru 1: Moses Mk. 5, 4,— ״ 3,30 ״ 13,10 ״ 0,40 ״ I,י ־־ 5י,1 .26 ־־,1 ־־Ä 2,85 6,50 0,50 -,1 9,74 -,3 1,00 » »• י II יו •« v