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Jüdische Rundschau · 1904-05-27 · Heft 21 (27.5.1904) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 21 (27.5.1904)
Date
1904-05-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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;!f H!’f li V ־}!! k i-^Ui Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich 1 I. darob dio Expedition a) In Berlin M. —,90. b) nach auswärts M I,— c) für das Ausland M 1,50. t. in» PoBtabonnoraont M 1,25 3. bei Sammolbozug durch die Ortsgruppo M. —,60. Insorato 1׳e vlergespaUene PctlUelle 25 h Insoratonbollagon 15 M No. 21. Organ der rar Adresse für Geldsendungen and Bestellungen: Verlag SQdlsdie Rundschau, E. 0. m. b. H. Berlin fl 54, Bugusfslrasse flr. 49 a. Sprechstunden: *. 4—5 Uhr nschmittag* Redaktion: Dr. Heinrich üoeuc, Berlin OW. 40, trehrterstrosse 14,15. Unverlangte nianuskrlpte werden nur bei Beilegung genügenden Rückportos mfldcflcsandl Berlin, 27. Mai 1904. 13. Sivvan 5664. IX. Jahrgang. UOki.-i- Die Hamburger Tagung des deutschen Zionismus. Unter dem Banner des national-jüdischen Gedankens sind dio Vertreter der deutschen Zionisten zum achten Male seit der Konstituierung der Zionistischen Partei zur Beratung ihrer deutschen Partei- Verhältnisse zusammengetreten. Schon die blosse Zahl der erschienenen Vertreter liess alle ftüheren Tagungen und alle Erwartungen weit hinter sich. Der Ernst der Verhandlungen, die Wichtigkeit der verhandelten Gegenstände und die saehlicho Disknssion, dio de3 Temperaments und des Gefühls nicht entbehrte, hinterliess auch ohne diese Absicht selbst beim Gegner einen bleibenden wohltuenden Eindruck. Die programmatische Ansprache Dr. Bodenhoimers und seine Auseinandersetzungen bei den verschiedensten Punkten der Tagesordnung liessen keinen Zweifel bestehen, dass Haupt und Glieder der zionistischen Parteiorganisation Deutschlands wie aller andern Länder unabänderlich jüdisch-national sind, und dass der nationale Gedanke von jetzt ab nur noch schärfer präzisiert in unserer agitatorischen Tätigkeit in die Erscheinung treten wird. Prof. W a r b u r g gab im Aufträge der zionistischen Palästinakommission in breit angelegtem und doch knapp gehaltenem Vortrage ein ausführliches sachliches Programm unserer Gegenwartsaufgaben in Palästina und liess seine Ausführungen dahin ausklingen, dass wir anstelle einer planlosen Kleinkolonisation und einer illusorischonGrosskolonisation eine auf systematischer Grundlage beruhende Schnellkolonisatbu zur Grundlage unserer Arbeit machen müssten. Vor ihrem Beginn bedürfen wir des Charters. Wichtig waren seine Hinweiso für dio neben dem Endziele des Zionismus doch immer notwendige Augcnbliekshilfe auf die nahen Nachbargebiete Palästinas, auf Nordsyrien und die Länder der Baghdädbahn, die anstelle des Ostafrikaprojektes von weiten zionistischen Kreisen mit lebhafter Genugtuung bogrüsst werden dürften. Dabei ergab auch die Verhandlung des Ostafrikaprojektos selbst die ungeschwüchte Einheit und Einigkoit des deutschen wie des gesamten Zionismus aufs neue, und os war bezeichnend, mit welcher Freude und welchem **mm Beifall das Telegramm Ussischkins, das dem Einheitsand dem Palästinagedanken zugleich Ausdruck verlieh, allseitig begiüsst wurde. Dr. Kloos Bericht im Auftrage des Aktionskomitees liess einen Blick auf die auswärtige Politik des Zionismus werfen, der beweist, wie überall die Fäden laufen, die zu einem Netze zusammengowebt werden sollen. Schekeliustitution, Nationalfond und Kolonialbank wiesen günstige Berichte auf, dio von dem Aufstreben der Partei beredtes Zeugnis ablegen und zum weiteren Rüstigvorwärtsstreben anfeuern. Die ״Jüdische Rundschau“ konnte von einem so rapiden Fortschreiten ihrer Verbreitung und ihrer geschäftlichen Lage berichten, dass sie zum mindesten hinter keiner anderen Parteiinstitution zurückbloibt. Die wichtige Frage der Organisation fand eine nach jeder Seite befriedigende Lösung, indem das Zentralkomitee in seinen Machtbefugnissen gestärkt wurde und die Leitung, besonders der Propaganda und der technischen Verwaltung, einem Berliner Zentralbureau unter Dr. Hantkes Leitung unterstellt wurde. Ein Kommers am Montag im kleinen, eine tausendköpfige Volksversammlung am Dienstag im grossen, trugen die zionistischen Gedanken hinaus in aie Hamburger jüdische Bevölkerung. Die Vorsammlung, in der Dr, Klee das Referat hielt, und Dr. Ho inrieh Loewe der Diskussion das Rückgrat gab, schlug breite Brescho in die Gleichgiltigkeit und Feindschaft, die bisher noch in Hamburger Kreisen gegen dio zionistischen Ideale herrschten. Man muss dom Zentral verein mit dem langen Namen auch hier dankbar sein, dass er sich als ein Teil jener Kraft bewährt bat, die 6tets das böseste dem Zionismus wil•, und ihm stets das beste schafft. Die jüdischo Tugend der Dankbarkeit wollen wir nicht verleugnen und auch an dieser Stelle dem .,Zentralverein“ noch einmal für jenen Angriff danken, der uns so breiten Eingang in die Hamburger jüdischo Bürgerschaft gebahnt hat. An dieser Stolle aber auch den wärmsten Dank der Partei der Hamburg -Altonaer Ortsgruppo. Ein einziger Punkt liess doch nicht die laute Freude aufkoinmen, die uns über unsere Erfolge erfüllen muss. Das sind dio Nachrichten, dio uns von der Krankheit unseres geliebten Führers zukamen. ן * t » m

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