Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 18 (6.5.1904)
- Date
- 1904-05-06
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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־־■־״־־# ־״*־*׳# *f*XT?״*; י״ו! U: ’!י 1 |י-ז~ Seite 196. JüriiSCHE RUNDSCHAU. No. 18• Auge eine tiefe'Wunde, so dass ihn das Blut augenblicklich blendete j ■ . . : , Uuryii den Lärm dieses Ueberfalls wurden einige Freunde, und die; Familie des Dr. Joiie herbeigeführt und nur durch dieses itherwartete Dazwischentreten xutrdc der nichtswürdige Attcntütbr, der kein anderer als der famose Schönberg ist, von; einer Tat zurückgehalten, die er ausführen wollte,wie er öffent- Uch vorher seinem niedrigen Charakter . entsprechend angekündigt hatte. Trotz des entgegengesetzten Rates,־ der ihm von verschiedenen Seiten gegeben wurde, und geleitet von! dem Wunsche, unsern Gegnern keine neue Gelegenheit zu geben, sich über unsqre innen! Schäden zu freuen, hat Dr. Joffe davon Abstand genommen, seinen Angreifer strafrechtlich zu verfolgen. Das mag zwar de taktvollste Grossmut sein, die aber gegenüber einem solchen Individuum kaum angebracht erscheint. Wiir zweifeln aber nicht, dass das Urteil, dass Dr. J.offe nicht von uns feindlichen Gewalten sprechen lassen woll.e, von der öffentlichen Meinung des jüdischen Volkes dahin ge־ sprochcn wird, dass der Name des Moritz Schön borg der allgemeine« Schande übergeben wird. Besonders aber sollen alle, die ein Herz für die Entwickelung und Ehre unseres nationalen Werkes auf nationalem Boden haben, seien cs Finzelpersonell oder Institutionen, mögen sic zum Zionismus oder zur Philanthropie neigen, sich dringend in Acht nehmen gegenüber Schönberg und Genossen und begreifen, dass die weitere Verbindung mit diesen Leuten eine K‘11׳!promittieruug bedeutet, diesen Ehrenmännern aber zugleich gtiähr'iehc Waffen in die Hände gibt. Mit Schönberg Beziehungen zu unterhalten Hesse, ״encouragcr la Canaille!“ Fs ist überflüssig hmzuzufiigcn. dass Dr. Joffe gelegentlich des traurigen Anlasses zahlreiche und innige Sympathiebczeugungen zuteil wurden Wir sind in der Lage, seinen zahlreichen Freunden wenigstens die eine bcruhigende Mitteilung zu machen, dass der Zustand Dr. Joffes übr Erwarten gut ist, und dass sich sein Augenlicht ausser Gefahr befindet. Auch unsere besten Wünsche zur Genesung sprechen wir ihm aus . So weit unser Gewährsmann! Wir fügen dem Hinzu, dass mt den Akt der Grossmut des Dr. Joffe wohl begreifen aber keineswegs billigen können; denn es ist im Interesse der öffentliehen Sicherheit, dass solche Rowdies dem Arme strafender Gerechtigkeit überliefert werden, wenn cs auch menschlich begreiflicli Cst, dass Dr. Joffe eine solche Schande für das Judentum nicht an die Koivsulatsgerichtc bringen will. Es ist uns auch das ein weiterer Beweis, dass die von Ussischkin in Palästina geschaffene Organisation, die in der Idee und in der Absicht gewiss ein wünschenswertes Ziel darstellt, so lange nicht von Nutzen, sondern nur von Schaden ist. als drüben nicht ein gesundes arbeitskräftiges wirtschaftlich unabhängiges Volkselement existiert, das nichts mit den jetzigen Schnorrern und Schnorrhäuptern zu tun hat. Es!ist bezeichnend, dass Dr. Joffe der Vorsitzende der von Ussischkin geschaffenen Orgamsation ist und eben in dieser Eigenschaft sein Leben aufs Spiel setzen musste. Dr. Joffe, der durch seine hingebende Arbeit in der zionistischen Wadi-El-Arisch-Expedition den weitesten Kreisen bekannt wurde, und der eine langjährige wackere Arbeit in Palästina hinter sich hat, die an ■seine Gesundheit die schwersten Anforderungen stellte, kann versichert sein, dass die ganze zionistische Welt ihm herzliche Teilnahme widmet. Berlin. Die Mädchenschule der hiesigen Jüdischen Gemeinde ist mit dem Beginn des diesjähr. Sommersemesters aus ihren bisherigen Räumen 111 der Heidereutergasse nach dem in der Kakerstr. 29—30 errichteten Neubau übcrgesiedeU. Damit hat eine nahezu 70jährige Epoche in der Geschichte der Anstalt ihren Abschluss gefunden. Am 7. Februar 1835 wurde die Schule mit 2 Klassen eröffnet. Vernehmlichstes Lehrziel war die Er- Werbung* von Fertigkeiten in den weiblichen Handarbeiten; nur nebenbei wurde Unterricht in den Elementarfächern erteilt. Dies änderte sich Jedoch in der F’olge. Tatkräftige, zielbcwusste Männer traten an die Spitze der Anstalt. Unter ihrer Leitung wurde die Schule weiter ausgebaut: Der Unterricht wurde in sechs, später in acht Stufen erteilt, de: Handarbeitsunterricht zu Künsten des wissenschaftlichen beschränkt. Die Lehrziele wurden erhöht, neue Leiirgegenstände in den Unterrichtspiun aufgenommen, so dass die Anstalt sich allmählich in Chren Zielen und Leistungen zur Höhe einer Mädchenmittel־ schule emporhob. Als solche wurde sie auch rechtlich im Jahre 1863 anerkannt. Gegenüber dem stetigen Aufstieg und der wachsenden Frequenz der Schule erwiesen sich die ursprüngliehen Räumlichkeiten allmählich als unzureichend, so dass eine Verlegung nach dem Grundstück Ku serstrassc 29/30 beschlossen wurde, tm Januar v. Js. wurde der Bau in Angriff genommen uikI im Frühjahr 1904 fertiggcstcllt. Die neue Schule ist ein Werk des Gcmeindearchitckten Hoettigcr. Sie enthält in vier Stockwerken 16 Klassenzimmer, eine 150 qm grosse Turnhalle zu ebener Erde, eine geräumige Aula, ausserdem ein Brausebad mit 6 Zellen, und ist in bezug auf die Licht- und Luftverhältnissc den Forderungen der modernsten Hygiene angepasst. Am 11. d. Mts. fand in feierlicher Weise tbic Einweihung des Neubaus statt Die Weihrede hielt Herr Rabbiner Professor Dr. Maybäum. Namens des Gcmeindevorstaudes übergab der Vorsitzende des Schulvorstandes. Herr Sanitatsrat Dr. Stern, mit einer Ansprache die Schule ihrer Bestimmung. Als Vertreter der Städtischen SchuNDcputation gab Herr Schuhnspektor Dr. Fischer den Glückwünschen dieser Behörde Ausdruck und als letzter Redner zeichnet der derzeitige Rektor der Anstalt. Herr Dr. Gutmann, ein Bild von der Entwickelung der Anstalt. Chorgesang eröffnet und schloss die Feier. Nationalfond. Gesammelt durch Dr. Ernst Kalmus bei der ßerith- Milah des Sohnes von Josef Süsskind-Hamburg Aus Heidelberg: Sclbstbcsteucrung E. G. 1,—, M. M. 3,-״, Frl. ß. S. 2,-, M. S. 3,-, zus. 9,״. Dr. Ett Inger, Pfennigsammlung 1,30. Sammlung M .Mark: Cafe Imperial 3,40, Diverses 4,30 zus. Eine gewonnene Wette .Arthur M e y e f o v•־ i t z * Gesammelt bei einer Vcreinsversaramtung in Strassbürg . Aus Freude darüber, dass Dr. Simonson einen Revolver tesass: Dr. Davidsohn 0,60, Dr. G o 1 d 1 u s t 0,50, Dr Jungmann 0,50, Frl. Bertha und Sophie M a j e r o w i t z 1,50, Dr. Mühsam 0,50, Dr Karoiot 0,50, Dr. Z l o c i s t i 0.50, G. Berlin 0,25 zus Anlässlich der <Dcburt der kleinen Rosenzweig Frau Flatow l,-,Frl, Gr. 0,50, Dr. Jungmann 0,50, Dr. Z1 o c i s t i 0,50 .... . . zus Sechs NIchtzionistinnen für den Vortrag der ,Wanderer Phantasie* von W. M. ־. Auf der Antrittskneipe des V. J. St., Charlotten bürg, am 30. 4. 04 gesammelt 3,50. Vom Charlotten burger V..J. Stern 2,60 zus Hulda Tomaschewsky anstatt Beileidstelegramm ■ an Dr. Julius Jacobsohn. Anna Rosenthal . ... Assessor Dr. Victor- Posen. N. N durch .Herrmann Struck. Auf der V. j. Ster Kneipe in Hamburg am 18. 4.04 gesammelt: Dr. C. H eckscher 10,—, Dr Kalmus, Dr. Max Levy, Dr. A. Wolff, Re ferendar David, Redacteur Stark, Apotheke Rosenbaum, stud. phil. L e b o \v i t z , stud. phil Kirschner, stud. ehern. Weigert, stud. med ־ Hofmann, stud. theol. Levy 6,35 . . . zus A.-U.-Berlin .. Versammlung Königssäle- Berlin. Frl. Bertha ßrünncck - Kulm. Frl. Buck Ofz er-Kulm . (L.) Zinsen von Ussischkin. 50,- Mk. 18,- 0,45 3,10 4,75 2,50 0,70 6,10 0,50 0,10 2- 1,- 9 9 16,35 5,- ll.CH 1,30 1,- —.50 9 f4 134,39 Mk. Goldenes Buch des Nationalfonds. Zur Eintragung des Rechtsanwaltes Dr. H&ntke-Berlin: Gerichtsassessor Gronemann. 5,— Mk. Zar Eintragung des Professors Dr, Berliner- Berlin. Sammlung N. N. Zur Eintragung der Geschwister der Gesc Berlin Rechtsanwalt Dr. H a n t k e . . Dr. med. R. Hantke . . . . Dr. A. Kide . .. Sammy G r o n e m a n n . . . M Goldschmidt - Hamburg Dr. Eduard Leszyn.sky . . Cand. ehern. Rosenberg . . CancL Edelstein . . . . Apotheker Mamlock , . ״ . . . 12,— Mk. Majerowitz- ־3 -,3 -,3 —,3 ־-,3 -,1 0,50 0,60 -,1 Mk. 18,- Mk. 1 I