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Jüdische Rundschau · 1904-04-29 · Heft 17 (29.4.1904) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 17 (29.4.1904)
Date
1904-04-29
Page
– (sequence 16)
Language
German
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1. Erklärung des Propheten Jesaia (Fortsetzung). 2 Stunden. Montags und Mittwochs 10—11 Uhr. 2. Die fünf Mcgiliot, 1 Stunde. Sonntags 10—11 Uhr. 3. Talmud Babli curs., Schabbath Cap. VH. *I Stunden. Sonntags und Mittwochs 8—10 Uhr. 4. Geschichte der Juden in Deutschland vom X1I.--XV. Jahrhundert. 2 Stunden, Dienstags 9—10. Freitags 10 11 Ul». 5. Geschichte des Synagogenkultus und der synagogalen Litteratur, Fortsetzung. 2 Stunden. Dienstags und Donnerstags . 10-11 Uhr. 6. Judäa unter hasmonaischen und hcrodianischen Fürsten. (Für Studierende aller Fakultäten.) 1 Stunde. Dienstags 6 bis 7 Uhr. Herr Proi. Dr. May bäum wird lesen: 1. Homiletik. 1 Stunde. Dienstags 8—9 Uhr. 2. Homiletische Uebungcu, 2 Stunden. Freitags 8 -10 Uhr. Die Eröffnung des Soninicr-Semestcrs findet am 19. April um 11 Uhr vormittags statt. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Ausskht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Krmächtigung an den Vorlesungen teilucluneii. Die Anmeldung erfolgt bei dein zeitigen Vorsitzenden dos Lehrer• Kollegiums. Herrn Rabb. Prof. Dr. S. Maybaum. in seiner Wohnung. Hinter der katholischen Kirche 1. täglich (mit Ausnahme der Sabbathc und jüdischen Festtage) von 11—12 Uhr. Breslau. Am 28. Oktober begann der Verein J ü d ischer Studenten Breslau mit dem Antrittskoiivcut sein 9. Semester. Zu Chargierten wurden gewählt: stud. iur. RichatyJ Witkowski cand. med. Julian Kretschmer x stud. iur. Kurt Weiss Die Antrittskneipe fand am .11. Oktober statt und war von Gästen sehr zahlreich besucht. Die Tendenzrede hielt Bbr. \V i t k 0 w s k i. Während des Semesters wurden folgende Vorträge gehalten. Bbr. Kretschmer: ״Die Juden als Rasse von M. Judt.“ Singer: ..Die messianischcn Verirrungen im 17. Jahrhundert.“ Herr Rubb. Dr. Krüger: ״Ueber den Eiuiluss der Naturwissenschaften atn die Weltanschauung vom jüdisch-religiösen Standpunkt." Bbr. Kober: ..Geschichte und Lage der Juden in England.*‘ Bbr. Schütz: ״Die Judengesetze in Russland". Herr Redakteur Dr. J. Moses aus Berlin: .,Jungjüdische Diehtim״**. Uhr. Schutz: ״Die Juden als Handwerker und Arbeiter." A. H. Lichte ns tein: ״Das jüdische Weih von Nahida Renty.*־ Bbr. Weiss: ״Nationaljudentum, eine notwendige Vorstufe des Kosmopolitismus“. An die Vorträge, die von Gästen oit sehr zahlreich besucht waren, schloss s׳ch eine rege Diskussion und eine feuchtfröhliche Kneipe. Ausserdem wurde allwochcntlieh eine Zcitungsschau gehalten. Den Fivhscmmterricht erteilte Bbr. Kretschmer. Es wurden in diesem von den Füchsen Refcnäte in grösserer Zahl gehalten, deren Gegenstand sowohl die jüdische Geschichte und Littcratur der Vurvungcnh&t als auch das moderne jüdische Leben bildete. A11 die Reterate schloss sich regelmässig eine Besprechung derselben. Besonders vCranlasstcn die modernen jüdischen Fragen eine sehr lebhafte Diskussion. Ausserdem wurden die für das *itiiere Vereins- und studentische Leben wichtigen Gegenstände erörtert* In dem Geschichtsunterricht behandelte Herr Dr. Be 11־ re ns die Zeit seit Moses Mendelssohn bis zur Gegenwart. — Am 28. November feierten wir unser W,interfest (Kommers und Ball), das einen sehr guten Verlauf nahm. Die Schluss־ kneipe fand am 27. Februar statt. Bbr. Kretschmer hielt die Tendenzrede. Auf dem Schlüssenvent am 29. Februar wuVdc den! Präsidium Decharge erteilt und in die Fer.enkonumssio» gewählt: Krclschnie r. W e i s s und Singer. . Eine Klage gegen die Deutsch-Israelitische Gemeinde in Alton! hatte ein Hamburger Fabrikant als Mitglied der Ge* meüide angestrengt, weil ,:hm verwehrt worden war. durch einen von ihm beauftragten (Kirttter sein Familiengrab in Ordnung halten zu lassen. Die Gemeinde imt nämlich einen speziellen Gärtner mit der Biege aller Gräber betraut. Harr Justizrat Heymam». als Vertreter der Gemeinde, machte geltend, dass d'eser Gärtner bisher zur Zufriedenheit aller Gemcindcmitglicder seiner Pflicht imchgekommcn sei. und bcantragte die Abweisung der Klage. Das Landgericht wies die Klage diesem Anträge gemäss kostenpflichtig ab. Am Montag d. 18. d. M. wurde die Palästina-Ausstellung ln Wien mit einem Vortrag von Dr. David über ..das Koh>- nisationswerk hi Palästina und seine Bedeutung" gescB'osscn. Nach dem Vortrag ergriff Dr. Kahn das Wort, der den Aus* führungen zustjmmtc. Besonderes Gewicht wollte Dr. Kahn jedoch darauf gelegt wissen, dass liehen den Geldmitteln, de die Kolonisation erfordert, auch politische Freiheiten für diese notwendig sind, damit wir,., wie es hu T'schgebet heisst, als aufrechte Männer und nicht als geduldete das Land unserer Väter hearbeiteu. Die Schlussrede hielt Herr Präsident Dr. Alfred Stern, der die Ausstellung auch eröffnet batte. Im laufenden Winterhalbjahr hören 99 Frauen Vorlesungen an der Universität Breslau. Die vier Ausländerinnen sind aus Ungarn. Russland. Schweiz und Griechenland. Ihrer Religion nach sind die Damen 58 cva!?gelisch. 9 katholisch und .12 jüdisch. . Eine ״Kaiserin Auguste Viktoria-Stiftung auf dem Oelberg“,,- soll nach einem Wunsch der Kaiserin auf einem Ausläufer des, Oclbcrgcs, nordöstlich von Jerusalem, errichtet werden. Die .! Lage des Platzes ist an sicli gesund, auch liegt er genügend weit von den nächsten Niederlassungen der Einheimischen ent* lernt, deren Scimiutz immer Krankheitsherde bilden. Von jener Stelle hat man eine schöne Aussicht über Jerusalem, sowie nach Osten über das Gebirge Juda, die Jordamäederuiig und das Tote Meer mit dem moahitischeu Gebirge als ab* schliesscndent Hintergrund. 1111 Aufträge des Auswärtigen Amtes hat das Deutsche Konsulat zu Jerusalem dort eine Fläche von 81 000 Quadratmetern erworben, auf welcher die Gebäude errichtet werden sollen, deren Kosten auf etwa 8000(M> Mark veranschlagt sind. Die Mittel w erden von hoch* herzigen, hochstehenden Gönnern Jerusalems aufgebracht, die Stiftung soll zum Besten der Deutschen im heiligen Laude dienen. Geplant wird, die Errichtung eines Hospizes für deutsche Palüstinarelsendc. eines Heimes für erholungsbedürftige deutsche Ansiedler, die namentlich an der sumpfige״ Küste viel an Malaria zu leiden haben und zur völligen Wie* deriierstcilung einer Luftveränderung, der Ruhe und der Pflege bedürfen, ferner eines Saales für •Jic Aufnahme von Schülern und Anstalten, welche Ausflüge unternehmen, eodlieh einer Kapelle. Die Elscnb31m nach den heiligen Städten Mohammeds. Im Verlauf von 21•-־ Jahren sind dk Vorbereitungen iiir den Bau der Eisenbahn, die von Damaskus nach Mekka führen soll, bis zum ■112. Kilometer gediehen. Die bisher geleisteten Ar* beiten erstrecken sich auf den Unterbau der Eisenbahn, d. 11. auf die Nivellierung des Bodens und die Erdarbeitern überhaupt, etwaige Kunstbauten etc. Die Zahl der notwendigen Brücken. Aquädukte und Viadukte ist sehr gross; auch die Bohrung eines Tunnels von H5 Meter Länge hat sich als erforderlich erwiesen. Der Ausgangspunkt der Balm ist bekanntlich Dainaskus. Wie ..M« uvenient Gcograplti.ue“ berichtet, sind die Schienen jetzt bis zum 31'<0. Kilometer verlegt, und c:nc Strecke von 252 Kilometer ist bereits dem Betrieb übergehen worden. Der Bahnbau ist in der Hinsicht merkwürdig, dass die Arbeiten aussch'iessliclt von Soldaten ausgefübrt worden sind, die bisher keine Erfahrung darin besassen. Mit Rücksicht darauf ist eine jährliche Leistung von 117 Kilometer Erdarbeiten und 92 Kilometer Schientnw.eg als eine recht erhebliche zu bezeichnen, selbstverständlich Telegraphen längs der Liije errichtet, errichtet, ausserdem zahlreiche Bahnhöfe crBaut und auch eine Reparaturwerkstatt geschaffen worden. Von sieben Monaten .hat mau dann ausserdem den Bau einer Zweiglinie zwischen Haifa und Dera begonnen, von der jetzt 70 Kilometer• zwischen Haifa und Bissau dein Vorkehr übergebet) worden find. Da die türkischen Soldaten int Laufe der Zeit immer grössere Uel ung in diesen Arbeiten gewonnen haben, so lässt sieh erwarten, dass die Vollendung der Bahn zunächst bis Medina, das (kS8 Kilometer von Damaskus entfernt ist. noch schneller erfolgen wird, fa’ls nicht besondere Hindernisse eintreten, aut die man ircilieh im Türkischen Reich jederzeit gefasst sein muss. \ Gewarnt wird vor einem gewissen Kolotnaru, der angeb• lieh für das jüdische Hospital in Hebron sammelt. Auf Antrage in Hebron hat der Ober-Rabbiner Mcdini mHgeteilt, dass de jüdische Gemeinde Hebron keinen Delegierten zur Sammlung von Beiträgen für das Hospital bestellt hat. Nationalfond. Statt Bouquet zum Geburtstag von Krl. Erna Witt* תו und am 22. April von P. 2,— Mk. Alfred S c h 1 n d 16 r * Bricscn anlässlich der Jahrzeit nach seinem Vater Hcimann Schindler . . . . 1,50 י Pauline Hammel- Strassburg i. E. für ihre Kousinc Paula Hammel .. 2,— . Dr. Rcnzer• Berlin anstatt Telegramm an Rabb. Dr. Schorrst ein und Frau anlässlich der Beschnei• düng ihres Sohnes. 0,50 , Schnur Buetow* Berlin statt Telegramm zur Ver* lobung von Heinrich Michel so hn und Rote Süssmann. . . . .. 0,50 . Besehneidungsfeicr des jüngsten Sohnes von Alfred Lindncr-Bcuthcn gcsimmclt durch Kantor Loeb . . 20,— H Bei einer geschäftlichen Abmachung zwischen Dr. Kam io t und cand med. II. Moses. 0,50 m =■%

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