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Jüdische Rundschau · 1904-04-29 · Heft 17 (29.4.1904) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 17 (29.4.1904)
Date
1904-04-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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I No. 17. ־ ו .JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite* 181. ..Gleiches Recht für alle!** immer wieder erinnern. Lebhafte! Boifall lohnte den formvollendeten 11/*stüiidiccii Vortrag. Da die Führer der hiesigen ..freisinnigen'‘ Juden und die Leiter des Zentralvcrcins der Versammlung ferngeblieben waren, schloss sich nur eine kurze Diskussion au. die erkennen Hess, dass die überwiegende Mehrheit der Versammlung mit den *Intentionen des Referenten durchaus übereinstimmtc. '/1 ׳ Bremen Am Dienstag, den 12. er. hielt in dem Jungen Verein ״Schomre Zion“ unser verehrter Rabbiner Dr. Rosonak *i^ineii Vortrag über die ״Hebräische Sprache". Der geist- ־,volle und lehrreiche Vortrag fand den lebhaftesten Beifall der Zuhörer. Wir hoffen, dass die Anregung zu einem besseren und tieferen Studium der hebräischen Sprache, die durch diesen Vortrag gegeben wurde, auch auf fruchtbaren Boden ge* fallen ist Oldenburg. Der Grossherzoglichc Oberlaudesrabbiner Dr. M a n 11 h e i iti e r. hat am ersten Pessachtage eine -Predigt gehalten über den Text: Im zukünftigen Jahre in J e r u s a 1 c m“ und dabei mit warm empfundenen Worten die Bedeutung des Zionismus für das Judentum klargclegt. Fr warnte vor der Verurteilung einer solch idealen Bewegung ohne, sich in sie vertieft zu haben, und betonte, dass, wenn auch viel* leicht nicht alle ihre Ideale sich verwirklichen Iiessc41. sie doch ein Selbstbewusstsein und eine Begeisterung in der jüdischen Jugend entfacht habe, die nicht zu unterschätzen sei. Die Rede machte einen tiefen Fiudruck auf die Zuhörer, zumal der Redner ״Mizrajini“ mit ..Russland“ übersetzt.• und auch die Parität anderer sogen. Kulturstaaten offenherzig beleuchtete. München. Die Zionistische Ortsgruppe München voran־ stattete hu letzten Winter-Semester einige öffentliche Ver* Sammlungen. Den Reigen, dieser eröffnete der Münchener Schriftsteller Dr. Theodor I. cssing. der anfangs November in einer starkbesuchten Versammlung im grossen Krugbräu über ״Wesen und Wege des Zionismus“ ein Referat hielt, dem sich eine lebhafte Diskussion anschloss. Mitte November bc« richtete in einer Schckc!zah!cr*Ycrsammluug im Restaurant Jochsberger der Münchener Delegierte zum VI. Kongress. Dr. Bernhard K a h n, über seine Tätigkeit an diesen!. Nach Fnt* gcgeimahnie dieses Kougrcssrcferates identifizierte sieb' die Münchener Ortsgruppe durchaus mit ihren! Delegierten, in dem sie eine Resolution annalim. de gegen jede Frwägung des üstafiikaprojckts entschieden protestierte. In! Januar hielt in! gefüllten Saale tfbr Neuen Akademie Dr. Martin Huber (Wien) über ״Die Friösung.Jcs Judentums“ einen Vortrag, der eine änsserst interessante Debatte hervorrief. Am 20. Februar fand die Generalversammlung statt Zuni ersten Vorsitzenden wurde au Stelle des Dr. med. Korwitzky D;. Georg H a I p e r 11. zum zwc'ten Dr. Karl W o i f s k c h l gewählt, als Kassierer Herr H a u s d ח r i, als Schriftführer Herr .Schach 110 viedergcwählt. während Frau Kunstmaler Herr mann und Dr. Kahn als Beisitzer fungieren. Zur Gründling einer jüdischen Lesehalle wurde ein Fond gegründet. Am 7. März sprach in einer starkbesuchten öffentlichen Vcr* Sammlung Dr. Franz Oppenheimer (Berlin) über ..The יae und Praxis der Kolonisation". Im Gegensatz zu diesen! wertvollen, ein Stück Wissenschaft bietendem Vortrage wurde die Diskussion durch einen Herrn Gegner, dessen Namen wir rücksichtsvoll verschweigen wollen, auf ein ungewöhnlich triviales Niveau gedrückt. Der Erfolg des Abends aber war u'־ne Anzahl neuer Mitglieder. Am 19. März iand ein intimer Diskussionsabend statt, in dem Dr. Ha Ipern 1'iber ״Strümungen im Zionismus״ berichtete. Die sehr lebiiaite Ostafrika- Debatte dauerte bis 2 Uhr nachts. In einem weiteren, demnächst stattfindenden Diskuss>:ousabc!1de wTd Dr. Georg Arndt über ״Die jüdische Turubeweguug" sprechen. Die Zionistische Ortsgruppe nahm ferner offiziell an der Makkahäerfeier des ״Jüdischen Studenten-Verbandes“ teil und veianstattetc in den Zentralsälen e'n grosses P u r i 111 f c s t. d is hi der Pracht seiner orientalischen oder biblischen Motiven entnommener Kostüme einen glänzenden Verlauf nahm. Zu PCssach wurde für die alleiiisteheiKlci Mitglieder der Orts« griippe eine gcmeäischaftlichc Szcderieier abgehalten. C. B.!*'״reiburg I B. Am 20. Mär/, referierte Dr. Kaufmann ül'cr dre () r g a u i s a t i 11 ״ s h e s t r e b 11 n g e 1! der d e 1! tsehen Juden. Am Sonntag den .3. April sprach Herr Julius Simon Mannheim in öfieirtKchcr Versammlung ״Ueber jüdische Renaissance", wobei er ausführ־ Ich bei der jüdisch-deutschen Dichtung verweilte. Der Vortragende verstand es in ausgezeichneter Weise die Bedeutung dieser Dichtung darzutun. Die Zuhörer folgten den vorziig- I!׳:l1en Rezitationen aus Perez. Roscnfield und andern' mit grösstem Interesse. Am Montag den 4. April veranstaltete unsere Ortsgruppe in Breisach eine Versammlung. In dcrscllrcn gab Dr. Kaufmann einen. Rückblick über die Itir uns 2ionisten wichtigsten Vorgänge des letzten Jahres: ferner sprach cand. mcd. Pü 11 c z o w e r. ' Die Dreifacher wie auch die Freiburger Versammlung erfreuten sich eines guten Besuche!*. Strassburg L E. (Semesterbericht). Fiuen grossen Ver* iust hatte unsqr Verein kurz nach dem Kongresse, indem Priyatdozent Dr. F r i e d I ä n d.c r als Professor nach Ne\vrYork berufen wurde, kurze Zeit darauf verlicss uns auch der’ Mitgrfmder und Präsident der Ortsgruppe,!pgenieur M. Pohl, welcher nach Wiesbaden iibcrsicdelte und schliesslich hatten wir im Januar noch den Wegzug des Apothekci M amlock und unseres beliebten Agitaiionsrediiers Dr. Dannenberg, welcher als Direktor des städtischen ehern. Laboratoriums nach Mülhausen i. F. berufen wurde, zu beklagen. Nach Verlust solcher zionistischen Koryphäen wäre wohl mancher Verein ins Schwanken geraten, aber dank der Arbcitswilligkeit und Energie unseres jetzigen Präsidenten Ernst Meier, ist unser Verein nicht nur nicht zurückgegangcii. sondern nimmt stecs zu und mit Freuden ist zu konstatieren, dass wir heute Mitglieder aus den besten Familien zu guten Zionisten zählen dürfen. An dieser Stelle darf ich nicht unerwähnt lassen, dass Fräulein Paula Hammel eine uuonmidliche Tätigkeit entfa'tct. inis immer wieder brauchbare Ftcmente ziiziiführen.*Diese junge, durchaus gebildete Dame, einer der besten Familien augehörend, wirkt bei all unseren Festlichkeiten persönlich mit. Agitationsrciscii machten wir nach Bi Is 11c im. Schl et tstadt etc., wo Herr Raid). Bloch Sulz. Zahnarzt Oppen- 11 c i m. hier. Dr. D a 1111 c 11 b c r g. Apotheker M 1 ni I o c k. z. Zt. Kulm und Fmil B i c k h ג r d t. hier, sprachen und waren deren Reden vom besten Frfolg gekrönt. Desgleichen, kann man. Von dem Vortrag des Fräulein Drcyfuss aus Schicttstadt sagen, w elche uns aus eigenem Augenscheine die Werhültnisse des grossen russischen Ghetto in drastischer Weise schilderte. Unsere Chaiiukalind Purimfcier nahmen den schönsten Verlaui und die Vorträge der Damen Hammel. Hirschhaum und Jacobi trugen sehr zur Verherrlichung־ der Feste bS. Durch die amerikanische Versteigerung des Hcrzl- Bi'des hatten wir die Genugtuung, ca. 6.3 Mark dem Natfonalfond zuweisen zu können. Bei beiden Festen hielt Dr. Dann e n h c r g. Mülhausen die Tcndcnzrcdc. Wenn ich nun in kurzen Zügen gezeigt habe, wie der Zionismus hier seine Lebensfähigkeit durch stetes Wachsen bewiesen hat, so darf ich meinen Bericht nicht schlicsscn. ohne auf die Erfolge unscrer Diskussionsabeitdc hiiizuweiseii und betrachtet der Vorstand es heute als seine heiligste Piücht. die Agitation nach innen, besonders hei den jüngeren Mitgliedern, auf das intensivste zu betreiben. -— dt. TepIHz. Die TerJlitzerZeitung schreibt: (Jüdischer Volksverein ..Zion“.) Der von diesem Vereine am letzten Sonntag veranstaltete Vortragsabend begegnete in lx*_ tciligtcn Kreisen grösstem Interesse. Einerseits war es die erste \eranstaU11ng, mit welcher der Verein vor die Öffentlichkeit trab andererseits ging dem Vortragenden. Herrn Dr. Klee aus BerUu. ucr Rur voran, ein geistreicher und vollendeter Redner zu. sein, endlich aber hat die zionistische,Bewegung so weite Kreise cr.asst. dass die Gelegenheit, in authentischer Weise Aufklärung über die Ziele und Zwecke derselben zu erhalten, gerne bc.iut/t wurde. Der Kursalon war denn auch überfüllt und e.ue sehr grosse Zahl von Besuchern musste Platzmangels halber^ \> eggehon. ohne dem Vortrage beiwohnen zu können. Herr S. Epler. Ohmani! des Vereines, begrüsstc die Vcrsatiimlung. stellte Herr« Dr. Klee, vor und erteilte ihm das Wort. Dieser sclu'derte in grossen Umrissen die Verhältnisse;jmd Umstände, welche den zu allen Zeiten vorhandenen zionistlsehen Bestrebungen im letzten Dezennium einen so grossen Umfang gaben. d!c ihren Höhepunkt in der Einberufung des ersten Kongresses in Basel fanden, dem seither mit immer steigender Beteiligung fünf weitere Kongresse folgten. Er hespricht das ״Baseler Programm“ und beweist mit iinbczwiüglieber Logik, dass dieses: ״Schaffung c:ncr rechilieh gcsicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“, unter den obwaltenden Verhältnissen der einzige Weg ist. der ohne irgendw ie zur Agressivc zu führen, eine *für alle Teile hcfricdigcmle und cndgiltigc Lösung einer Frage bedeutet, die namentlich Im östlichen Europa eine brennende wurde. Er erwähnt u. a. der woh-Vollecdcii Empfänge, die Dr. Hcrzl. dem Führer und Organisator der Bewegung, seitens des deutschen Kaisers, des Papstes, des Grosshcrzogs von fJaden, des Stiltans. und anderer Herrsche! zuteil wurden und schlicsst sein« )'/..ständige Rede mit einem warmen Appell an die Versammlung. Die Opposition, die sieh im Beginne seiner Rede bei einem kleinen Teil der Hörer regte, verstummte angesichts der Imicren Wahrheit der Argumentation und der lückenlosen Logik, mit der die Rede aufgebnut war. die überdies mit Seitener Meisterschaft vorgetraga! wurde. Stürmischer Beifall, widerspruchslose Zustimmung und endlich tiefes Schweigen jener Versammlungsteilnehmer, die als wohlgcriistctc Gegner auizutreten die Absicht hatten, lohnte dem Vortragenden. Ausser Herrn Dr. Popper, dessen Anfragen Herr Dr. Klee heantwortete, meldete sich niemand zum Worte, so dass es. dank des Erfolges, den der Redner des Abends hatte, zu keiner ✓

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