Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1904-04-15 · Heft 15 (15.4.1904) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 15 (15.4.1904)
Date
1904-04-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2651341-2651357--01210-2658049
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 158. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 15. her, die zu führen glauben. Auch Irland ist mit hinterher »in ' russischen Gefolge: Eine eigentümliche Judenverfolgung ist in der irischen Stadt Limerick im Gange. Es wohnen dort 35 jüdische Pamilien, und über sie hat die Bevölkerung zutn Teil unter klerl- Italer Anstiftung seit einiger Zeit einen so vollständigen Boykott verhängt, dass sie nach letzten Nachrichten bis auf zwei oder drei völlig ruiniert sind und 15 der Familien nur durch die Mildtätigkeit einiger loyaler Protestanten vor dem Veihungern beschützt werden. Mit deni Boykott geilt eine terroristische Behandlung der Juden, die sich auf den Strassen sehen lassen. Hand in Hand, und der Boykott selbst, gegen den die Behörden machtlos sind, dclmt sich auf die umhegenden Distrikte aus. Die Londoner Blätter sprechen von einem ״irischen Kischinew.“ Was Irland •recht ist. ist Bulgarien billig. Seit Samstag drohen in Lompalanka wegen der Ermordung eines jungen Makedoniers antisemitische F.xzcsse auszubrechen. Die Regierung hat Militär aufgeboten und die strengsteif Vorkehrungen getroffen. Trotz der Erklärung einer ärztlichen Kommission, dass kein Ritualmord vorliege, hetzen die Agitatoren die Bevölkerung gegen die Juden. Das ״Berliner Tageblatt“ beruhigt und erklärt, gek reuzigt habe man koine Juden. Also, lieb Vaterland, magst ruhig sein! Der Wortlaut der Bill, betreffend die Einschränkung der Fremdeneinwanderung in England ist veröffentlicht worden. Der Gesetzentwurf besagt zunächst, dass al'c Kapitäne von Schiffen, die Einwanderer nach englischen Häfen bringen, gehalten sein sollen, die Zahl der auf ihren Schilfen befindlichen Fremden anzugeben und jede Erleichterung zur Inspizierung des Schiffes zu leisten. De Behörden sollen ermächtigt sein, von jedem Einwanderer Auskunft über sein Vorleben, seinen Chalnaktör, sowie sein vormaliges und sein zukünftiges Domizil zu .verlangen. Wenn die Inspektionsbehörde cs für eriorderlieft hält, kann die Landung verboten oder nur bedingungsweise' gestattet werden. Ein Ausländer, der hier wegen eines Verbrechensoder wegen mehrerer Straftaten im summarischen Verfahren zii mehr als drei Monaten Hait verurteilt worden ist, kann gleichfalls des Landes verwiesen werden. Eine wesentliche Bestimmung in dem Gesetz ist. dass die Kosten der Rückbeförderung der ״Lästigen“, denen die Landung veiboten wird, den betreffenden Schiffsgesellschaften, die sie herbeförderten, ohne sich vorher von ihrer Laudungsfähigkeit zu überzeugen, zufallen. Aber der Gesetzentwurf rechnet unter die fernzuhaltenden ״undcsirables" auch solche Leute, die keine sichtbaren Existcnzmittel besitzen und solche, die wahrscheinlich der öffentlichen Armenpflege zur Last fallen würden. Die einwandernden Fremden, die keine sichtbaren Existenzmittel besitzen, bildennun aber gerade die Masse der!in England einwandernden Fremden. Sie setzen sieh zum weitaus grössten Teile aus armen Juden aus Russland, Polen und Rumänien zusammen. Volkswirtschaftlich mag ihre Aus- Schliessung kein grosser Verlust für England sein. Demi die eingewanderten Juden verstanden sich nur auf die allcrelcnientarsten Künste und trugen viel zur Ausbreitung des sweating Systeriis bei. Aber andererseits darf nicht übersehen werden, dass sich unter den wegen blosser Mittellosigkeit pszuschliessenden Fremden gar mancher verdienstvolle und talentvoFe Mensch finden kann, der dem Lande, das ihn als 11 nbrauchbares Individuum ausweist, zu hoher Ehre und 7.u grossem Nutzen gereichen könnte. Was die Bestimmungen, betrellend die UebcrlüUung gewisser Stadtteile durch Ausländer änbetrifft, so sollen den lokalen Behörden gewisse Bcfugnisse übertragen werden, und hierin dürfte der Punkt zu suchen sein,*der sich vielleicht von grösstem dauernden Werte für gewisse Landesteile, besonders für einige Bezirke der Hauptstadt, erweisen kann.*י Rückwirkend soll das Gesetz nicht sein, ein Umstand, der von der fremdentdndlichen Presse lebbaft bedauert wird. Dieser Entwurf bedeutet für Zehntausende von flüchtigen Juden das Sicliscliliesscn eines lauge gastlichen und schützenden Asyls, zugleich aber eine neue Erschwerung, die Judetifrage jemals in Russland seihst zu lösen. Sprechsaal. FOr die Mittelluftgen an dieser Steile übernimmt die Redaktion nur die preisgesetzlichc Verantwortlichkeit Tief erschüttert hat wohl jeden unserer Gesinnungsgenossen der plötzliche Tod eines unserer Edelsten und Besten. Der Oberst Albert Edward Goldsmld ist nicht mehr! Jüdische Sitte ist es nicht, für das Seelenheil zu l#.tcn oder in stumpfer Trauer des Toten zu gedenken, im Gegenteil soll das Andenken des Gerechten ז'צ־ ל zutn Segen w erden. In diesem Sinne könnte der Zionisiiius den Gestorbenen am meisten ehren, weit mehr als durch alle Eintragungen in das Goldene Buch des Nationalfonds, das ja doch immer trotz allem ein totes Buch bleibt, wenn sie den ersten Oelbaumhain auf den Namen Goldsmids pilanzen lassen. Der grossartige Gedanke der Volksdomänen wird hier zum ersten Male dazu dienen, einem der hervorragendsten Mitbegründer unserer Bewegung einen dauernden lebenden Namen im alten Stammlaude der Väter, dem Zukunftslande unserer Kinder zu schaffen. Auf. zionistische Brüder und Schwestern, sammelt und spendet t ü r einen ersten O I i v c 1111 a i!1 a 11 f den N a m e n unseres Albert G o I d s m i d. M a a r a b i. Nationalfond. % Frau Ernestine W o 1 f f * Beuthen anlässlich des 50jährigen Bestehens der Firma M. Wo! ff jr. in Beuthen 0. S. 5,— Mit. Aus der zionistischen Vereinigung in Duisburg. . I,— Durch Richard Goldberg־Cassel: Sühncgeld von Callm. Bl ach wegen Beleidigung des Adolf Kahn- Müller in Mainz.10,— Aus Dessau: Sammlung beim Vortrage von Dr. Klee 32,81 Jsrael Hirschfeld - Regensborg: Gewinnanteil . . 3,— Max Pinczowcr: Anlässlich bestandenen Examens . 0,50 Gesammelt darch Th. Sch.-Berlin. 1,10 Frl. Marie P. Pfennigsammlung 0,40, Abraham P. 0,10, Moritz P. 0,50 ..xus. 1,— Stein aus Lobau. 0,40 Ster nberg: Für Zcilungsbenutzung bei P. . . . 0,60 M aje rz e k •Berlin Anstelle Telegramm zur Hochzeit Wechsler. I,— Aus der Sammelbüchse der Familie Freu n d* Kempen 5,— N. N. Crefeld. 6,- ln Mannheim gesammelt nach dem Vortrage von Dr. K1 c ..15,— Frl. Flora S t a h l ־ Beuthen Challahgeld. 7,18 Sammlung bei einer Sitzung von V. J. S. Königsberg . 1,—?Theodor... . . 0,50 Sambursky Ablösung der Erstlingsfasten’. . . . 2,25 Aus Hamburg: N. N. Für verlorene Wette 1,—, Hedwig Lübke 0,90, Stud. med. Unna: gewonnene Wette 1,50, Im Hamburger zionistischen Discussionsclub gesammelt 1,10, Joseph Gold- Schmidt 0,75.zus. 5,25 Eugen May er •München Pfennigsammlung .... 1,20 Simon Koschland -München. I,— Dr. M e y e r Zweibrücken 5 Coupons ä 0,40 .... 2,— Laura und Albert Wolf. 1,40 Sammlung beim Vortrag von Assessor Dr. Friedemann in Kaiserslautern. 6,50 ״ Anstatt Kranzspende bei der Beerdigung des Herrn Louis Herrmann von Bertha u. Sophie M a j e r 0 w i t z 3,״ %־־ Nachinannsohn Danzig aus seiner Nationalfondbüchse.12,— ״ Bei der Szederfeier der Berliner zionistischen Ver• einigung bei Baumann Leipzigerstr. gespendet . . . 4,35 ״ Bei der Verlobung von Helene Meyer mit Max Albenberg gesammelt von Gertrud und Hedwig .Moses• Mannheim. 9,80 ״ Gesammelt auf einer Turnfahrt des jüdischen Tum• f 9 9 tt T 9•

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.