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Jüdische Rundschau · 1904-04-15 · Heft 15 (15.4.1904) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 15 (15.4.1904)
Date
1904-04-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich t I. daroh die Expedition s) In Berlin M. —,9a b) nach auswärts M l,— c) fOr das Ausland M. 150. t. im Poatnbonnomont M 145 S. bol Satnmolbezug durch die Ortsgruppe M. —,60. Inserate Jte vkrgespaltcne Pciiueile Z5 Pi Inseratonbeilagen 15 .M No. 15. I? Organ X^X Y der | Zionistischen Vereinigung | rar l Deutschland. Mm Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Pertap 3ädlsdte Rundschau, E. a m. b. M. Berlin n Sä, Buguststrasse flr. 490. Sprechstunden; t. 4—5 Uhr nachmittags. Redaktion: Br. Hel.irldi boeue, Berlin BW. 40, behrtersirascc 14 15. Unmlcnglt nfonuskrlp.** werden nur bei ße.leguns ocnOge.-dva Rückportos lurflAgcisnds. Berlin, 15. April 1904. 30. Nissan 5664. IX. Jahrgang. ־ «!*ייי״יייי 1 . a.'. ץ- Ein herber Verlust des Zionismus. "יי Das jüdische Freiheitsfcst, das wir soeben begangen haben, ist für die zionistische Partei durch den Tod eines Mannes getrübt worden, der mehr als Irgend einer mit inniger Liebe an seinem Volke hing und der mit unendlicher Hingebung für unser Zionsideal so viele lange Jahre unbeirrt durch die Angriffe von hüben und d!üben gewirkt hat. Der Oberst Albert Goldsmid, der Führer des englischen Zionismus, ist auf der Heimreise von der Riviera, wo er mit seiner Gemahlin zu deren Erholung von schwerer Krankheit weilte, nach London in Paris an Darmverschlingung erkrankt und trotz der sofort vorgenommenen Operation gestorben . . . Ein Jahr ist kaum vergangen, seit die Wadi-El-Arlsch-Expedition stattgefunden hat. Für Goldsmid war die Teilnahme an der Expedition eine Herzenssache. Mit ganzer Seele, mit der Begeisterung eines Jünglings nahm er an dem Zuge teil, der den Juden, wie er hoffte, ein Stückchen Land bringen sollte. Die schwerste Arbeit hatte er übernommen: er führte das Loggbuch der Expedition. Stets mit dem Notizbuche in der Hand notierte er gewissenhaft während des ganzen Tages alles Bemerkens- und Erwähnenswerte. Wenn sich die Teilnehmer beim Anlangen im Lager zu einer Konferenz zusammensetzten. um die Beobachtungen des Tages auszutauschen und dann von des Tages Strapazen schwer ermüdet die Ruhestätte aufsuchten, blieb der Oberst beim Scheine einer Kerze noch lange sitzen, um alles in seinem Loggbuche zu fixieren. Als Sohn des Judenstänimlings Mr. Henry Edward Goldsmid, General-Sekretärs der Bombayer Regierung, im Jahre 1846 geboren, wufde Albert Edward Goldsmid im Christentume erzogen. Im Jahre;855 siedelte seine Familie von Indien nach England über. Damals gab es noch keinen Suezkanal, und man machte zur Abkürzung des Weges die Fahrt vom Roten zum Mittelländischen Meere über Land. Zur Zeit wütete in Aegypten die Cholera, der auch sein Vater zum Opfer fiel. Auf dem englischen Friedhof in Kairo wurde er begraben. Erst mit seinem 11. Jahre erfuhr unser Albert Edward Goldsmid. dass er jüdischer Abstammung sei. Dieser Gedanke licss den Knaben nicht mehr zur Ruhe kommen, und von diesen Kindheitstageu an reifte in ihm der Entschluss, zum Judentume zu nickzukehren. Und kaum hatte er die Miiitärschulc von Sandhurst im Jahre 1866 mit glänzendem Erfolge absolviert und war dem 4. Füsilier-Regimente zugeteilt, als er seinen Entschluss auch ausführte und zum Judentume übertrat, wobei er den jüdischen Namen Michael erhielt. Und dieser Schritt war durchaus nicht nach dem Sinne seiner anders denkenden Familie, deren Mitglieder, sowie auch seine Geschwister, im christlichen Glauben verblieben. Seine gleichgesinnte Frau wählte er ebenfalls aus einer marranischen Familie und heiratete sie unter Bewältigung aller sich entgegenstellenden Widerstände, nachdem sie Jüdin geworden war. Infolge seiner ausgezeichneten militärischen Qualitäten machte Goldsmid seine Karriere. Zuletzt nahm er als Oberst und General-Quartiermeister am südafrikanischen Feldzuge teil. Im Oktober 1904 wurde er, nachdem er die Altersgrenze erreicht hatte, pensioniert, wobei ihm die grosse Auszeichnung zuteil wurde, dass sein König ihn auf sein Schloss Balmoral für 3 Tage als Gast cinlud, und ihm bei dieser Gelegenheit den hohen Viktoria-Orden verlieh. Als Baron Hirsch die argentinischen Kolonien gründete, war es Colonel Goldsmid, der es übernahm, dieselben einzurichten, und er stand ihnen in den Jahren 1893 und 1893 als Generaldirektor vor. Er. der grosse Sportsfreund, der den Wert der körperlichen Ausbildung zu schätzen wusste, scheute nicht die Mühe, als Kommandant der jüdischen Knabenbrigade zu wirken und damit die körperliche Ausbildung der arg vernachlässigten Kinder des Ghetto zu fördern. Er war ferner Vorstandsmitglied der ״Anglo-Jewish Association“ und einer der Gründer und zuletzt Präsident des ״Maccabean-Clubs“, welcher für sich den Ruhmestitel in Anspruch!j

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