Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1904)
- Date
- 1904-01-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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fcs&fr*• No. 5. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite •47. ■•r׳ Hebung aller Beschränkungen mit bezug auf die bürgerlichen Rechte der Juden In Russland empfohlen, und zwar lediglich aus ökonomischen Gründen. Obgleich dies zu einer Zeit ge* schah, als Witte auf den Höhepunkt seiner Macht stand, er־ wies sich doch der Nationalismus damals mächtiger. Soweit Tugan-Baranowski. ln der Wirkung aber ist cs ganz gleich, ob aus Freundschaft oder Feindschaft ein Kischinew und ein Hornel angerichtet werden. Wenn jetzt der russische Bauer nicht antisemitisch ist, was wird er dann tun, wenn er es wird? — Was eigen.lieh Christenveriolgung bedeutet, hat der fromme .,Reichsbote“; der es doch wissen muss, hc rattsgefunden, und äussert sielt darüber in einem seiner Artikel über den Mit* tcllandkanal: ,.Da an der vom Barthsehen Standpunkt aus erwünschten Verschärfung des Koniükts zwischen.der Krone und den Kpn* servutiven vorwiegend auch in den Redaktionen der Berliner liberalen und sozialdemokratischen Blatter sitzende Galizier und andere Juden interessiert waren, fehlte es selbstverständlich auch bei dieser neuesten Christenverfolgung nicht an dem tnögliehst ausschweifenden Gebrauch des Wortes KulturinteressJ. Die Frage zu entscheiden, cb der Bau de» Mittellandkanals nützlich oder unnütz!ich sei, sind die Juden aus U.Mizicn garnicht imstande." Aber so richtig versteht er seine Sache doch noch nicht. Die ganze Schuld, dass die preussische Regierung den Mittellandkanal überhaupt geplant hat. hg daran, dass sie unter der Herrschaft des talmudischen Judentums stellt und den gaüzischer. Juden dazu verhelfen soll, den! Satze Peah II, 2 1 4 - .ג-׳, יבא; <«», *117 1 ». _ 1 MO * »\ •יי •*«* ה gemäss eine Treunung der deutschen Stämme im Norden und Süden hervorzu־ rufen: übrigens ist auch die Diocletianische Christenvcrfolgung aus den gleichen Gründen von den galizischen Juden ange* zettelt worden und demgemäss zuerst in Kolonien ausgebrochen. W'ers nicht glaubt, zahlt einen Taler, der gläubige ״Reichs* bote“ kann ihn also schuldig bleiben. Joseph JsraSls vollendete sein achtzigstes Lebensjahr am 27. Januar. Wir werden in nächster Nummer auf das \Virken dieses grossen Künstlers ausführlich zu sprechen kommen. Allerlei. *)-David Hartlei, sehen, Band 2. S. 420. dahin führt, Glück zu nach Palästina! Schwerlich würde aber der reichen, bewerbsamen Nation das enge Palästina gefallen, wenn ihr nicht zugleich, der allgemeine Mittelhandel der alten und neuen Welt zugestanden würde. Für die atte Welt wäre ihr Land dazu wohlgelegen. . Feines, scharfsinniges Volk, ein Wunder der Zeiten! Nach der genialen Glosse*) eines seiner Rabbincn liegen Esau und Israel einander weinend am Halse; beide schmerzt der Kuss, aber sie können nicht auseinander. Adrastca. Hrsg, von J. G. v. Herder. Bd. 1־. Leipzig 1802. 150- 1.52. (Herders sämtliche Werke. Hrsg. von Beruh. Suphan. Bd. 2-1. Berlin 1886. S. 66, 67.) Mosse, schläfst Du? — in einem Feuilleton des ״Berliner Tageblatts“ (sic!) ״Die Juden im heutigen Jeru- Salem" schreibt Duc-Quercy folgenden Abschnitt, dessen Schlusssatz allen Zionismus überbietet: Noch viel grösser aber wäre wohl Chateaubriands Vcr* Wanderung, wenn er, wie wir heute, konstatierte, dass dies jammervolle Häuflein von Färbern und Trödlern, die noch vor einigen hundert Jahren in diesen Schrecklichen Hohlen der Viederstadt zitternd und furchtsam hausten., fetzt, während wir dies schreiben, durch Anwachsen, Zuwanderung und natürliches Vermehren die ungeheure Majorität der Bevölkerung b'ldet. Unter den 60OuO Einwohnern verschiedenster Rassen, die innerhalb und ausserhalb der alten Bauten mit ihren gothischen Fassaden zusammengepfercht sind, und zu denen Svrer, Araber. Türke:!. Griechen, Armenier. Kopten. Abyssinier etc. gehören, und die sich gegenseitig mit unversehnlichem rei.giosen Hass befehden, gibt es 40 0C0 Juden. Auch diese spalten sich sogar noch in Gruppe;!, die einander feindlich gegenüberstchen und innerlich nur lose durch jenes Band Zusammenhängen, das seit Jahrhunderten Israel verknüpft und es ihm, trotzdem cs über die ganze Welt z־erflatterte, doch ermöglicht, sich durch endlose Generationen hindurch lebendig und arbeitsfähig zu erhalten. Den sorgsamsten Mit vielen Theologen hat es ein Britischer Philosoph*) wahrscheinlich gefunden, dass ״die Juden einst in Palästina wlec זי werden eingeführt werden“; und zwar ausser den Weissagungen des alten und neuen Testaments aus folgenden Gründen; ״Erstens seyn sie ein von allen Nationen verschiede, nes Volk, von der Vorsehung wahrscheinlich für irgend eine solche Gunstbezeugung aufbehalten.“ ״Zweitens. In 3!len Länden! der bekannten Welt seyn Juden; ohne ״Drittens in irgend einem Lande ein Erbtheil zu haben, Ihre Güter seyn Geld und Juwelen, die sie nach Palästina leicht mitnehmen könnten.“ ״Viertens. Von den Nationen, unter welchen sie leben, werden sie meistens mit Härte und Verachtung, oft mit Grausamkeit behandelt; dagegen ״Fünftens stünden sie unter sich durch die ganze Welt in' Briefwechsel; hätten auch bei solchem ,*,Sechstens an ihrem Rabbfnisch-Hebräisch eine Universalsprache and Charakter, ־welche Umstände mehr* als wir es uns vorstellten, ihre "Rückkehr erleichtern könnten.“ ״Endlich erhielten sie sich stets hiezu in Hoffnung «nd Erwartung." Glück also. wenn ein Messias-Bonaparte sieghaft sie Betrachtungen über die Men- Berechnungen nach beziffert si 11׳ die Zahl der von den lateinischcn Völkerschaften Abstammenten nicht über ־!OCX), wobei aber die katholischen Griechen und jene Armenier mit inbegriffen sind, welche die Autorität des Papstes anerkennen. Die orthodoxen Griechen schätzt man auf nur 6C00 und die Muselmänner, die nach den Juden zur Bevölkerung Jerusalems das stärkste Kontingent stellen, bilden eine Gemeinschaft von 6—8000 Seelen. So kann man mit Fug und Recht sagen: ״Jerusalem.Ist wie bi alten Zelten die Hauptstadt Israels!“ W. Jener. Verhülle Dein Haupt, Castan: denn der Untergang der Welt ist n a'h e gekommen. — g Lustige Ecke. f Nützliches für die Hausfrau. Hirschhornsalz darf zum Kuchenbacken nur dann verwendet werden, wenn der Hirsch koscher geschlachtet ist und das Mahlen der Hörner unter rahbinischer Aufsicht geschieht. (Israelit) Aus dem ״Schlemle!“. Kleine Mitteilungen. Wo 2=jS\j Das Jüdische Genesungsheim In Lehnitz für Frauen und Mädchen soll in diesem Jahre bereits am l. März wlede re r- Öffnet werden. Mit Rücksicht darauf, dass in den Sommermonaten das Helm stets überfüllt ist, empfiehlt es sich für Erholungsbedüritise, ihre Gesuche um Aufnahme schleunigst an die Geschäftsstelle, Grosse Präsidentenstr. 3, zu richten. ׳'•) Zu ]. Mos. 83, 4־. Esau ist bei den *Jude« das Bild mächtiger, vorzüglich kriegerischer. Völker. t