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Jüdische Rundschau · 1904-01-15 · Heft 3 (15.1.1904) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 3 (15.1.1904)
Date
1904-01-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 3. Seite 23. JÜDISCHE RUNDSCHAU. \V ilna verlest und an J. L. Goldberg übertragen. Der Beschluss . über Entsendung der Delegation ist eeheimzuhaltcu und das Resultat der Beratungen soll vorerst nicht nach Wien m tgeteilt werden. IV. Die Geldmittel. Nach Abschluss der Verhandlungen mit Dr. Herz! werden Gelder nach Wien durch das Landeskomitec angcwiesen. Wenn dieses teschliesst, Geld nach Wie11 zu schicken, erteilt es diesbezüglich Ordre an das Finanzzentrum. Sollte jedoch das L.-K. itn Zweifel darüber sein, ob das Geld zu zahlen sei, so hat es durch Rundschreiben die Rayonsvorsteh.'r zu betragen. Zur Bestreitung der Kosten des Lanucskonütcts sind 5000 Rubel bestimmt worden. Einer der Teilnehmer der Konferenz, Dr. M. S e it e i n k i n, Mitglied des Grossen Aktionskomitees verwahrt sich in einem offenen Schreiben, das in der ״Weit“ zum Abdruck gelangt, dagegen, dass in Charkow organisationswidrige Beschlüsse ge• fasst seien, und dass die in den Zeitungen erörterten Beschlüsse den wirklich gefassten gleich seien. Auch schreibt er u. a.: ״Von den Charkower Beschlüssen widerspricht kein einzi^er irgend einem Kongrcssbeschlusse. Die Charkower Be- Schlüsse sollten nur teils einige Kongressbeschlüsse schiit/.en. teils bezogen sie sich auf Dinge, die auf den Kongressen gar nicht behandelt wurden und zur Tätigkeit in der Zeit zwischen den Kongressen -eliören. Fs wurde auch manches beschlossen, dass die lokalen Orgatiisationsfragen Russlands betrifft, die b׳m; j Oe sarntkongresse nicht unterworfen sind. Davon werden sic!! die Zionisten überzeugen, wenn der Gr.ssen!ärm vorüber sein! und die Angelegenheit vor •;incin juridischen Forum der zmmsti-! sehen Organisator, ausgetragen werden wird.•• '! 1 Auch wir können uns nicht verhehlen, dass wir unserer Organisation den grössten Dienst leisten, wenn wir uns nicht zu Kümpfen gegen Zionisten fortreissen lassen. Wir haben eine zu w ohlgefugte Organisation, um nicht Kritik und Opposition in der tJ.2.rtei dulden zu können. Wenn ireüich die von r.V-Vr. veröffentlichten Beschlusspunkte der Wahrheit entsprächen, so mussten wir uns ganz entschieden gegen diesen Verstreb schützen müssen, von innen heraus unsere Partei zertrümmern zu wollen. Es wäre aber die Sache des*neuen russischen La;!- deskomitees, das jedenfalls eine legitim zustande gekommene Behörde zu sein scheint*), möglichst bald durch die Veröffentlichung der wahren und getreuen Protokolle zu zeigen, dass wirklich nichts Organisationswidriges geschehen ist. Ob wir daun ihrer Meinung sein werden, ist freilich eine zweite Frage. M a a r a b 1. •) Wenn nicht, wie wohl anzunehmen ist. (Me Landeskoaferenz hierüber zu entscheiden hai. (Red.) Protokoll der Vertrauensmünner-Beratungen, die am 23. November (6. Dezember) 1903 ln Warschau stattgefunden .habet!. Anwesend waren folgende Herren: I. W. Jasinow sk>. Dr. Jclsky, N. So ko low. Dr. Hin des, M. Fc'ustein, Dr. Silber ström, A. P 0 d l i s c h e w s k y, H. V og elso h!;, Dr. Bychowsky. Ch. C h a s a n, Dr. Roscnblatt, M. N. S y r k i tt, Dr. N. Dawid sollt!, Rechtsanwalt J. K o 1111. N. F1 n k e 1 s t c i n. Die Gerüchte, welche sich über die Charkower Konferenz verbreitet haben, deren Beschlüsse unter den Zionisten eine grosse Bewegung hervorriefeit. haben uns veranlasst, eine Vortrauensmünner-Versammlung einzuberufen, an welcher die oberwähnten Warschauer utto Lodzer Zionisten mit den Rayonsbevollmächtigten tcilgenommen haben. Nachdein wir uns über die Charkower Beschlüsse näher infoT.iert batten, sind wir zu dem einstimmigen Beschlüße gelangt, dass schon das Faktum der Erörterung der in Rede stehen Jett Fragen auf der Charkower Konferenz als eine Illegalität zu bezeichnen a-t. die die Autorität des Kongresses und unseres Fahrers untergräbt, und wes Personen zu Gefallen, die gehofft haben, sielt durch einen Bruch der Partei, welche bis mm. fei* seefest war. vordrängen zu können. Infolgedessen bescliliess; die Versammlung folgendes: 1. Um die Institution der russischen Bevo'hrächtigtc!: auf der Höhe zu erhalten, auf welcher sie sich b s jetzt befunden hat. sich an jeden Bevollmächtigten zu wenden mit der Bitte, die in Charkow gefassten Beschlüsse räch; auszuführen; das willkürlich ins Lebet! gerufene Landeskomitee als nicht existierend 7.u betrachten und mit demselben in keinerlei Verkehr zu treten: keine Zirkulare entgegenzunehmen; den Beschluss wegen Übertragung des Finanzzemrums als nichtig zu erklären, da die Aufstellung und Lösung solcher Fragen nur den Konferenzen der russischen /ministen oder den Konferenzen der russischen Delegierten auf den Kongressen zusteht, und die Absendung der Delegation nach Wien mit ihren illegalen Forderungea. die für unseren Führer nach Form unu Inhalt in höchstem Grade bcleidivend sind, nicht anzuerkennen. Schon der Beschluss, eine solche Delegation zu entsenden, ist eine Tatsache, die geeignet ist, die russischen Zionsten zu schädigen. Die Verwirkliehung dieser Delegation würde jedoch zu j einem unliebsamen Bruch /.wischet! ei!,cm grossen Teile der! russischen Zionisten und ,.hren Bevollmächtigten!‘׳■»hren. abg> ——■ 1 — m*■* T 1TW1< r-rw1.W1.T1 יין> Litterat trbericht (Bücher der einschlägig ת Literatur, weie: e aer Redaktion .... »ugesandt werden, linder. c:! gehende Besp•echung. .... Altnculand. Monatsschrift für die w! r t s c h a f t - 1 liehe Erschliessung Palästinas. Organ J der zionistischen Kommission zur Er forsc h u n g Palästinas. Hrsg, von F(r a n z) Oppenhelmcr, S(clik) ScsUn, O(tto) Marburg. Jg. 1. No. I.! Januar I90-L Berlin: Jüdischer Verlag in Komm. Bezugsi preis jährlich 6 .Mark. Eben dieltt vor Schluss der Redaktion dieser Nummer er- : halten wir das erste Heft von Altneuland. Wir konnten uns; nicht entschlicssen, bis zur näcltstcn Woche zu warten, um unsern Lesern ein vorläufiges Bild der wichtigen Neuerscheinung zu geben.! Schon die äussere Ausstattung des Heftes ist bei aller Schönheit einfach und angemessen. Auf dem Umschläge tragen an der Küste des Meeres, in das die Sonne sinkt, die Kundschafter jene sagenumwobene Riesentraube. Dieser Kopf ist d^s richtige SvrT.bol fiir die Zeitschrift, die als Kundschafter ven dem Lande unserer Vergangenheit und Zukunft berichtet.! Ob cs aber für deti Künstler durchaus notwendig war, diese Männer auf so grossen Fuss zu stellen, bleibe unentschieden. Die Struckschcn Zeichnungen itn Heft sind ebenfalls gut re* pioditzlert. In einem Leitwort gibt die Kmnmissmn zur Erforschung Palästinas die Aufgaben der neuen Zeitschrift an: S׳\* soll sammeln und sichte!!, was die besten Kenner des Landes über sein Klima, seinen Do Je!׳, srine F’riichte und Er* zeugwsse. über die Gesetze, unter denen es steht, üb er die Handhabung dieser Gesetze, über die Sitten seiner Bewohner, über seine Gesnrdiieitsvcrhältiiisse zu sagen wissen, und soll auserlesene Forscher anregen und nötigenfalls werben, um vorhattdene Lücken unseres W issens auszunillen.. Sie soll die Nachrichten sammeln über den Ackerbau, dv Gewerbe und den Handel -Iler Nachbargebiete uttJ der Länder ähnlicher natürlicher Lage u.'d Beschaffenheit. 11t d soll zi, Versuchen aitreeeii, die einen Erfolg versprechen. ׳Sit* soll sammeln und sichten, was von kolonisatorischen Unternehmungen in aller Welt bekannt ist, soll die besten Pläne und Vorschläge auswühle!! und zur Frörteruttg stellen und namentlich die aui Gemeineigentum an Grund und Boden und die auf ״enossenscliaftlielier Grundlage errichtete.! Siedeltm;׳e!1 darstellen und studieren. * Sic soll die Menschen studieren, die berufen sein sollen, die neue Heimat aufzubauen: ihre körperliche Beschaffenheit, ihre seelischen Kräfte und Schwachen, ihre Stten und Vorurteile, ihre Hoiniunget! und Wünsche. Sie sott liehen, die

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