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Jüdische Rundschau · 1904-01-08 · Heft 2 (8.1.1904) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 2 (8.1.1904)
Date
1904-01-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Seile 19. No. 2. JOD ISCHE RUNDSCHAU. veil die Juden in Russland schändlich behandelt werden! Wir seien ״von blindwütigem Hass“ gegen Russland erhillt, unserer Agitation sei cs zuzuschreiben, dass Roosevelt unmittelbar nach, den Ktschinewcr Krawallen bei Russland habe Vorstellungen wegen der Behandlung der russisenen Juden erheben wollen. Soviel Behauptungen, soviel Unwahrheiten. Wir haben gegenüber der neuesten Agitation wegen der Kischinewer Juden uns lediglich objektiv retcr i e r c n d verhalten und auf jeden k’onfmcntar verzichtet, nachdem wir bei der früheren Agitation derselben, die nach, der Kreuzztg. wir angezettelt haben sollten, ausdrücklich von einer Intervention der Vereinigten Staaten dringend abgeraten hatten. Es widerspricht ferner offenkundig den Tatsachen, wenn die Kreuzztg. uns bezichtigt, wir hetzten gegen Russland. Da de Kreuzztg. das B. T. sehr genau liest, kann ihr nicht entgangen sein, dass wir einetn f r e u n d n a c h b ג r 1 i c h e 11 Verhältnis zwischen Deutschland und Russland jederzeit das Wort geredet haben. Selbstverständlich sagen wir wie die gesamte human denkende Presse der Welt klar und unzweideutig unsere Meinung. über russische Vorgange, die aller Menschlichkeit Hohn sprechen." Wir können deni ״Berliner Tageblatt" wahrheitsgemäss. bestätigen, dass es niemals den Mut gefunden hat. gegen Russ* land zu schreiben, wie es lahme Entschuldigt׳!׳!{ vor •seinem ganzen tapfer!! Ein Kischinew. Habeat sibl! notwendig wäre, und d;c׳:c ieirJeuder ,.Kreuzzeitung" entspricht nur treten hir die L'nierd1־ickten v»«n Salzbergen, Kreis Lingeit. 23. Dezember. Rückkehr von Auswanderern. ln den letzten Jahren konnte man häufig auf dem hiesigen Bahnhöfe Scharen von jüdischen Ausv,anderer!! aus Galizien, Russland und aus den Balkanstaaten beobachten, die nach Amerika auswanderi! wollten. Jetzt kehren viele Hunderte von ihnen aus Amerika zurück, um die alte Heimat wieder atifzusuchen. Die Hoffnungen der armen Leute auf bessere Zeiten in der neuen Welt scheinen demnach trügerische gewesen zu sein. Nach Russland zurfickzu wandern, das besagt genug! — Ein jfreund der Juden soll.bekanntlich der Gouverneur von Bessarahlcn. Fürst Urussow. sein. Der ״Bessarabetz“ publiziert einen Erlass von ihm, in welchem unter anderen gesagt wird: ״Aus den der Gouverne:nentsverwaltung vorliegenden Daten ist ersichtlich, dass die Verträge, welche Juden zum Zwecke des Ankaufes von Weinbergen mit Bauern abschliesseu. von de״ Dorfbehörden legalisiert werden. Da das .Gesetz den Uebergang von den Bauern gehörenden Grund und Boden in den BcsU״, von Juden untersagt, so besitzen d'c Dortbehörden und die Gemeindeverwaltungen kein Recht, derartige Kaufverträge zu legalisieren. Um die Wiederholung solcher EäUe in Zukunft unmöglich zu machen, schreibe teil den Doriverwaltungen der mir unterstehenden Gouvernements vor, künftighin Verträge, welche den Uebergang von büuerliebem oder privatem Grund und Boden in den Besitz anderer betreffen, unter gar keinen Umstünden zu legalisieren." In Kischinew Ist in der Nacht zum 23. v. Mts. der Rechts- Qüwalt Sekolow. einer der gewandtesten und energischsten Vertreter der Zivilkläger, auf direkten Befehl des Ministers v, Plehwc verhaftet worden. Wiener Blätter berichten darüber: In Kischinew e«wartete man einen solchen Schlag schon einige Zeit, da bekannt war, wie sehr Sokolows scharte Angriffe auf den Staatsanwalt und den Untersuchungsrichter an höheren Stellen verstimmt hatten. Doch wusste man andererseits, dass Plehwe noch zauderte, weil Sokolows Vater Kaiserhoher Hofprediger ■ist, immerhin also Rücksichten geboten erschienen. Schliesslich hat Plehwes Erbitterung gesiegt. Einstwellen ist ungewiss, ob gegen Sokolow ein Prozess eingeleitet werden wird, oder ob ihn der Minister einfach wegen Aufrcizung zutn Hass gegen die Regierung administrativ mussregeln und ihm etwa einen Zwangsaufemhalt in einem entiegejien Gouvernement anweisen wird,. Aul die Meldung, dass in Kischinew am russischen Neujahrstage ein neues Judenmassakre bevorstehe, wandten sich die hiesigen israelitischen Vereine an den Präsidenten Roose velt und an den Kongress mit Petitionen um eine Interventfon der Regierung. Der ehemalige Generalkonsul Simon Wolf wird am Dienstag dem Staatsdepartement namens der vereinigten jfidisehe״. Gesellschaften ein dringendes Hilfegcsuch unterbreiten und dann vom Präsidenten Roosevelt in Audienz empfangen werden. Es wird nicht Interveniert. Die Tribüne meldet aus Washington, dass das Kabinett beschlossen hat, von Schritten in der Kischinew-Angelegenheit abzusehen. Im Kabinettsrat habe der Kriegssekretär darauf hingewiesen, dass namentlich angesichts der gespannten Lage in Ostasien Russland irgendweiche Vorstellung zugunsten der Jude «׳. in Kischinew als unfreundliche Haltung betrachten müsste. Nationalfond. Nationalfondsspenden aus Deutschland Im Jahre 1903. Die Sammlung für den Nationalfond hat in Deutschland dank der rührigen Tätigkeit der Distriktbureaus und dank dem stetig wachsenden Verständnis für die Bedeutung des Nationalfonds im vergangenen Jahre einen bedeutenden Aufschwung genommen. Die Vermehrung gegen das Jahr 1902 würde noch augenfälliger sein, wenn nicht natnrgemäss die Sammlungen für die unglücklichen Opfer der Greueltaten in K i s c h i n e w in den Sommermonaten einen ungünstigen Einfluss auf die Nationalfondspendei! ausgeübt hätten. Es gingen bei der ..Jüdischen Rundschau" über 7200 Mk. allein für den Nationalü׳nd ein. Ins Goldene Buch wurden eingetragen mit 2ü5 Mk. die Herren: Dr. Ad Ie r - Lübeck. G o i d b e r g - Heddernheim. Dr. N o b e I - Leipzig, ferner die Ortsgruppen in H a I b e r s t a d t und die M ä r t ־ל r e r von Kischinew. mit 25" Mk. der verstorbene S. S e e 1 i g aus Mainz und Dr. Rüii-Bonn. mir 659 Mk. die Zionistische Vereinig u n g i ü r D eutscii• I a n d. o Zentralstelle für Nationalfond: # Ö 0 « Dr. Robert Hantks, Berlin W57, g O _ Von der Ortsgruppe Hambu rg-Altona durch J. Adler.: J. Adler . . Wm. H. A d 1 e .. H. A d 1 e r . J. Bailey . N.. A d 1 e r . H. Schwabe - Berlin . A. Franken - Aachen ...... Frau F. N. B a r n - Berlin. Mecklenburg - Lübeck. J Gumprich - Berlin. M. B e r k a u. S. S c h 10 m e r . Henry Fürst . . . .. Frl. Gertrud F a 1 c k. Dr. J. Fü rst. W. Schum er - Berlin. A. Blümenthal - Berlin. J. S c h 1 o m e r . B i c 1 c h 0 n s . . . J. G. . ... ges. . . . 100,00 Mk. ״ 100,00 .. . - —,5 . . 3, ״ 0,40 Apotheker Rosenbaum . L— Von der Sitzung des Propaganda. Co mit6s der zionistischen Ortsgruppe H a m bürg- Altona , . . « 1,50 ״ - ' Zusammen 278,40 Mk. R. H. 1.70 Mk. C K a i s e r - Berlin. M7 ״ Familie F e 11 m a n n aus der Sammelbüchse zu Ehren ihrer sei. Mutter RahelFellmann gestorben am 28. Cheschwan 5664 in Eydtkuhnen . . . 17,— ״ Frau Pom e ra n z - Königsberg. 2,— A Nachmannsohn - Königsberg am Oe-

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