Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1903)
- Date
- 1903-10-30
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 44. JÜDISCHE RUNDSCHAU.__Seite 475. — « % Juden, die Einwanderung nach Deutschland erschwert und die Verleihung des Staatsbfirgerrechts au sic vermieden wird. Kerner wird darauf zu halten sein, dass die Beteiligung d(jr Juden an den öffentlichen A e in t e r n auf ein Mass b esehr Unkt bleibt, das in richtigem Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl steht. Soldin, Oktober 1903. Holtschkc. Amtsgerichtsrat. Eine gleiche Erklärung hat auch der konservative Kandidat Reichstagsabgeordticter B ö h n i n g ־ Heinersdorf abgegeben. Die andern, die diese Erklärung noch nicht abgegeben haben, sind darum um kein Haar breit besser. Eine Ironie ist cs, die Juden in öffentlichen Aemtern im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl beschränken zu wollen. Bekanntlich ist die Zahl jüdischer Beamten, abgesehen von den Referendaren, eine minimale. Die Tätigkeit eines Referendars ist freilich durch keine noch so billig arbeitende Maschine zu ersetzen. 1 Die Jüdische •Arbelterkolonle in Wcissensee, Wörthstr. 20, welche seit Anfang 1902 im Betriebe ist, findet fortgesetztes | Interesse in den •beteiligten Kreisen. Geld- und Naturalienj Spenden fliessc.i •dieser Wohlfahrtscinrichtung in erfreulicher Weise aus Nab und Kern zu. Seit Februar b:s Anfang Oktober betrug die Zahl der Verpilegungstage 27 205. wovon 18 010־ von den Arbeit-Unternehmern gedeckt wurden. Der Uebcrschuss! von 63-15 Mark wurde den Kolonisten als ihre Ersparnisse gutgebucht; das ist ein schöner nutzbringender Spargroschen, /■״- mal wenn man bedenkt, dass er früheren Arbeitslosen zu gute kommt, die bisher auf der Landstrasse der Not preisgegeben waren. Mit diesen Spargeldern haben schon viele Kolonisten nach ihrer Ansbildung nette einträgliche Ikriussteüungen gefundeu. während andere mit dem Ersoarten in die Läge gebracht wurden. srch eine Selbständigkeit in ihrer früheren Heimat zu begründen. Der Anstalt gehen vielfach dankerfüllte Scbrcjben früherer Kolonisten zu. welche die ihnen erwiesenen Wohltaten der Kolonie in rührender Weise zum Ausdruck bringen. Nach dem Beispiel des Berliner Institutes ist in Prag die Errichtung einer Arbeiter-Kolonie in Anregung gebracht worden. Alle Gönner und Spender der Jüdischen Arbeiter-Kolonie zu Wcissensee werden sicher eine herzliche Krcttde darüber empfinden, dass die:׳es Werk sieb, zu einer wahren Wohlfahrts-Einriehiung ausgestaLet hat für Arbeitslose, die vor Not und Obdachlosigkeit Schutz und Hilfe gefunden haben. Ausser den bisherigen Betrieben sind nenerdings noch Kürschnerei und Stockiäbrikation von leistungsfähigen Unternehmern eingeführt worden; diese finden übrigens bei den mietsfreien Arbeitsräumen und den 'billigen Arbeitslöhnen von 70 Pi. pro Arbeitstag sehr gut ihre Rechnung. Es sind noch einige Räume an Unternehmer mictstrei zu vergeben; nähere Auskunft erteilen die Vorsitzenden der Kolonie. Maurermeister Markus Adler, Georgenstr. 46a und Fabrikbesitzer Moritz Roscnow. Ritterstr. 87 zu Berlin. — Nachdem auch von den höchsten Staatsbehörden den Bestrebungen des Vereins durch die erfolgte Verteilung der Rechte einer milden Stiftung die Anerkennung gezollt ist; können Wohltäter der Anstalt nunmehr durch Schenkungen oder letztwillige Verfügungen in beliebiger Höhe Zuwendungen gewähren ohne dass diese Stiftungen durch die nicht unbeträchtlichen Stempelsteuern vermindert werden. - Die herannahende rauhe Jahreszeit führt der Kolonie fortgesetzt neue Insassen zu; die Zähl derselben beträgt nahezu 70. Die Bedürfnisse an getragenen Kleiderstiickeu. Wäsche und Kusszeug werden von edlen .Wohltätern hoffentlich auch aufs neue wieder der Kolonie zugehen. Meldungen zur Abholung derselben beliebe man zu richten an den Inspektor, Herrn Behrendt, Wcissensee. Wörth- Strasse 20. (Telephon: Wcissensee No. 192.) Berlin. Der Verein Jüdischer Studenten eröffnetc sein Semester am Donnerstag, dem 29. 10., mit einer glänzend verlaufeneu Antrittskneipe, über deren Verlauf wir noch berichten werden. . Das Israelitische Erziehungsheim für geistig Zurückgebllebene und noch Bildungsfähige in Nicdetschön hausen hat wahrend der kurzen Zeit seines Bestehens seine Existenzbercchtigung vollauf bewiesen. Bis auf wenige Plätze ist die Anstalt besetzt, aus allen Ländern sind dort Zöglinge untergebracht. Die Anmeldungen sind in der letzten Zeit so zählreich eingegangen, dass der Leiter der Anstalt, Direktor Rosenhaum. bereits in Unterhandlung steht wegen Ankaufs eines grösseren Terrains bezw. Gebiiudckomplcxes. Die Insassen der Anstalt, hauptsächlich Kinder befinden sich unter fortwährender Beaufsichtigung. Neben den pädagogischen und ärztlichen Anordnungen (Dr. Mendel) hat jeder seine individuelle Bcschüftigung (meist im Freien. Garten usw.); vor allen! wird hei den Kindern das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, sie ,bei ihrer krankhaften Veranlagung zu nützlichen uik! tätigen Oliedem der menschlichen Gesellschaft zu erziehen. Prospekte, Anfragen, Anmeldungen sind zu richten an Hern( Direktor Rosenbaum, Niederschönhausen. Uhlandstr. 53. Der sozlafllberale Wahlvereln, der die Verbindung der früheren Natwnalsozialcn und der Freisinnigen Vereinigung darstellt, hielt am Montag in der Tonhalle seine erste Versammhing ab. in der Dr. Th. Barth und Dr. Friedrich Naumann über die Landtagswahlen referierten. In der sich. anschliessenden Diskussion vertrat Dr. Heinrich Locwe den Standpunkt des jüdischen Wählers, der feststelltc, dass die beiden freisinnigen Gruppen ,augenblicklich (besonders darin einander entgegenträten, dass sic sich gegenseitig heimlicher Judenfeindschait verdächtigten. Er hoffe, dass die sozialliberale Gruppe frei davon sei und auch für die faktische Gleichbercchtigung der prcussischcn Staatsbürger jüdischer Nationalität eintreten _würde. Aber die grosse Zahl zionistischer Wähler wünsche eine deutliche Auskunft darüber, ob die ״Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus'.‘ im Einverständnis mit der Parteileitung gehandelt hätten, als' sie uiien frischfröhlichen Kampf gegen den Zionismus. vops Zaune brachen. Der Redakteur des Blattes süsse am'•V.^rsUtn•Jstiseh und Dr. Barth sei der Vorsitzende des Vereins zur A.,־d. A. Daher sei hier der Ort zu einer unzweideutigen Antwort, ob die Parteileitung mit diesen unmotivierten Angriffen einverstanden sei. Redner selbst halte es im Interesse der soziaüiberalen Partei für geboten, dass baldigst Kl ahrheit geschaffen werde, damit die Kräfte der aufstrebenden zionistischen Partei nicht gegen, sondern ihr die Sozialliberalen bei den bevorstehend.•»! Landtagswahlcn arbeiteten. In den Schlussreden kan! die verlangte Antwort nicht, und es wird vielleicht nötig sein, die Frage mit der gleichen •Deutlichkeit und grösserem Nachdruck an anderem Orte zu wiederholen. f% M 5 f *P» tJUdll I des Dr. Kantor , Lehret K. «n B.: Lob 1.40 R o seit- Gesammelt Monopol . . Sammlung H. L. beim Vortrage Stadtrat Outtmam! 6 Mk.. Mk.. 11. Koplo.witz 3 Mk., 111 a I 2 Mk.. zusammen Hugo besser in B. beim Aufruf zur Tlmrah am Versöbmmgstäge F-crd. Gattei.in IJ. anlässlich seiner Verlobung Für T h e a t e r b i 11 e t s N. N. Dr. K. Berlin dankt dem Verein L e m ä a n Zion in Emden für die ireundlichc Aufmerksamkeit Sammlung unter den (1 y m n a s i a s t c n und jungen Kauflcutcn in Nake! durch Adolf Lewin Aus dem B a r - K o c h b a . Dr. Ehreniried in Kattowitz . K' o p 1 o w i t z in Beuthcn . Siegfried Lcvy in Hohenbostel, Coupons der K o I o n i a I b a n k . Familie H.. Koupons der Kolonialbank .... Am Geburtstage des Dr. Julius C i t r o n -Berlin gesammelt .......... Dr. Lcvy. Ober-Ingelheim, Jahrzeit s. Mutter derselbe beim Vorträg voa Morris Rosenf e l d’s Gedichten . D. L. Wolfsohn, Memel, im ׳ Bethhanüdrasch־' Frl. R a 11 n e r. Memel gesammelt .. ,.Nationalfonds-S p o r t" ...... ./ . % Spenden heim Aufrufen zur Thorah am Röschha.sch-schänMi in Rawitsch: G. C. 1 Mk., M. C. 3 Mk., zusammen . . . . . . .' . A. Nach nia 11 s o 1111. Königsberg ‘ .... . . Herrn. Löb, Butzbach, beim Aufrufen zur Thorah ״H e r r N a t i 0 n ä I f 0 n d" . Familie Perl, Memel .. . . I. H. J a c o b s o!1 n, Bausk .. . Kaffee Monopol von M. . .. , . . . Nationalfond Sport ........... Herr Dr Sandler, Breslau. Herr James Lev y, Frankfurt a. M. Ans Königsberg I. Pr.: Sammlung Synagoge Adass-J Israel . . . . Sammlung R u s s i s c he S y n a g o g e. Spende W o 1 f f $ o h n . . . . . . ... , Ukrainsky Geschält.. Frl. M. B u k o f z e r, anlässl. der Geburt einer Nichte A. Sa in b u r s ky und Frau, zum Geburtstag ihres Sohnes Samuel;.. . . ,״ .. Glückwunsch zur Verlobung des Herrn Siegmuud S e e l i g mit Frl. Paula Leven- Crefeld, von Bertha M a j c r 0 \v 11 s c h. Sophie Majerowl sch . ... . , Bei der Brith-Milöh des kl. Nathan Stiebe I-Mainz I 20 Mk. 10־.׳ 3. 10. 3.- 1.90־2 0,65 50 0 0.50 1,20 1.60 .15 •*,5 9.50 7,70 ... 2 0/10 4.-- 4 50 ״,3 0;50 I,— I» 0,60 0,50 4.:- I.- 4.— --.5 ׳ -V. —.1 ~־.I --.3 fn f ff ״ 0.50 ״. 0,50 .. —,8