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Jüdische Rundschau · 1903-10-16 · Heft 41-42 (16.10.1903) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 41-42 (16.10.1903)
Date
1903-10-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 448. JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 41/42. Geschäftsordnung des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. § 1. Die laufenden Geschäfte des. Zentralkomitees werden durch den gcschüftsführcndcn Ausschuss erledigt. §2. Der gcschfsftsführende Ausschuss besteht aus den in Köln ansässigen Mitgliedern des Zentralkomitees. § 3. Das Plenum des Zentralkomitees muss gehört werden: 1. Bei Aaiderung der Pistriktseinteiiung, 2. bei Einberufung eines Dclcgiertcntagcs, 3. über Anträge eines Distriktsbureaus, wenn letzteres dies bei Stellung des Antrages beantragt. 4. auf Antrag dreier Mitglieder des Zentralkomitees. 5. über ausserordentliche Geldbewilligungen. § 4, Das Plenum fasst seine Beschlüsse der Regel nach in Sitzungen. § 5. Schriftliche Abstimmungen finden statt: 1. Auf Antrag eines Distriktsburcaus, 2. auf Beschluss des gescliäftsführcnden Ausschusses, 3. auf Antrag von drei Mitgliedern des Zentralkomitees. § 6. Sitzungen sind unter Angabe der Tagesordnung mit einer Pi ist von einer Woche anzuberatmicn. § 7. Palls eine schriftliche Abstimmung zu erfolgen hat. hat der gescl1;jfts!iihre1kle Ausschuss den Antrag den Mitgliedern mit einer l'rist von einer Woche zur Äusserung mitzuteileu. Der gesclu'iftsfiihrende Ausschuss und der Antragsteller haben das Recht. eine kurze Begründung ihres Standpunktes heizugeben. § S. Nach Ablauf der Woche sind die Stimmen mit dreitägiger l'rist cinzufordcrn. Von den Mitgliedern tfes Zentralkomitees. o:eren Antworieti innerhalb dieser Frist nicht abgesandt sind, wird augenommen, dass sie sich der Stimme enthalten. § 9. Der gesehättsnihrende Ausschuss hat den Etat und den Reclieiischaitsbericht den Mitgliedern des Zentralkomitees vierzehn läge vor dem ordentlichen Delegiertentage mitzuteilen. Auch soll er ihnen von wichtigen Beschlüssen umgehend Mit־ teiltmg machen. § 10. Auf Antrag von 7 Mitgliedern des Zentralkomitees hat der geschättsnilirciide Ausschuss eine Plenarsitzung cinzulierufen. j;* ״ 9 י-** 4*״*# »r8 י״י* **f ן*י# יי *׳׳ ׳ iV *3 t : Rundschau. M C* ■Mt 4 4 44 44 * ׳•* Iw# i,m» i»* hmi 44 1:4 *״t fe ד׳" נ• ל Die Rcpräsentantenversaninilung der Berliner Gemeinde am 11. Oktober 1903 nimmt seitens des Vorstandes die Mitteilung entgegen, dass er die Gemeindesteuer auf ״4/ו־ pCt. der Staatsstcuer "festgesetzt hat. Die Versammlung genehmigt eine Zuwendung der Hinterbliebenen der Prau Johanna Meyer in Holte von 1000 Mark an das Krankenhaus. Auf Antrag des Ausschuss 111 wird die Pestsetzung des Dienstalters der I.eltr- Kräfte an den Religionssclmleit vertagt. Die Benutzung des pneumatischen Kabinetts irn Jüdischen Krankenhaiise wird Ärzten und deren Pamilieu von jetzt ah zum halben Preise ge* stattet sein. Es wird beschlossen, dass die Satzungen der Priedhofskommission abgeändert werden. Es folgten die Rech* mingsabschVtisse des Rcichenhe'mischen Waisenhauses, der Altersversorgungsanstalt, des Hospitals und der Kommission für Priedliofsangclegenheitcn, sodann eine geheime Sitzung. Wir stellen fest, dass die Konservativen es verabsäumt halH.11, vom Standpunkte des konservativen Judentums berechtigte Klagen über das Waisenhaus vorzubringen. Aus Zabfotow. Die Untersuchung ist im Gange und dürfte In einigen Tagen beendet sein. Von einer Wirkung der KaLscrwnrtc ist hier nichts ersichtlich. Der Herr Statthalter kommt auch nicht; dafür aber lässt unser Abgeordneter Herr Mayscr eine jüdische Deputation aus Zablotow zu sich kommen, um sich für seine Rücksprache mit dem Kaiser danken zu lassen. Bis letzt hat uirser Abgeordneter sich weder Zeit noch Mühe genommen in loco Zablotow zu erscheinen und sich über die Ursachen der Exzesse zu erkundigen. Bei den Wahlen, leisten die Juden genug Dienste. Die Polen wollen hinter Ihren slavlschen Brüdern In der Kultur nicht ,zurückstehen. Der ״Wschöd" schreibt, dass der organisierte Bauernmob in Zablotow zu radikalen Mitteln greift, um der Strafe zu entgehen, die ihrer durch die auf Befehl des Kaisers eingelcitete Untersuchung harrt. Es soll nämlich jeder Jude, der bei der Untersuchung belastend aussagen sollte, wegen Meineides aiigcklagt werden; dafür sind bereits Zeugen in genügender Anzahl bestellt! Diesem Blatte wird berichtet, dass in der ganzen Umgebung von Kolomca eine regelrechte Judenschh’ichterci vorbereitet wird. ״Wir haben vor Ausbruch der Krawalle in Zablotow an dieser Stelle mitgctcilt, dass dieses Judentnassakre in Vorbereitung isti Wir lenken die Auf* mcrksnmkeit unserer Justizverwaltung mmmelir auf Vorbcreitungeu ähnlicher Art in der Umgehung von Kolonien!“ Judemmruhün In England haben vielleicht mehr zu bc* deuten, als man annimmt. 111 Pontypridd (Glannonshire). einer Stadt in Siidwales, kam cs am Roschliaschanah-Tagc zu ernsten aiuijiidisehcn Unruhen. Während die Juden in der Synagoge beteten, verbreitete sich das Gerücht*, dass die Juden ein christliches Mädchen in die Synagoge geschleppt *.!nd dort misshandelt hätten. Das erregte grosse Unruhen ur.ter der weisen* redenden, ignoranten Bevölkerung und es rotteten sich bald bedrohliche Volkshautcn zusammen, misshandelten einige Juden und wollten eine englische Ausgabe von Kisch'mcw verati* stalten. Die Polizeibehörde entsendete sofort bewaffnete Macht auf den Schauplatz des ״Pogromms“. der es auch ge!arg. die aufgehetzten Massen zu zerstreuen. 111 der Stadt herrscht Bestiirztmg und Unruhe. Aus Hornel. Bis jetzt sind die Kamen von folgenden unserer in Hotnel getöteten Brüder bekannt: David I.eikin, Meier Davklnw, Salman Kahanitzki, Deiwel Iia’peiln, 1ha Obermann. Mordechai Kagunski, Salman Colin. Chaim Piachctzki. Ber Kcwas. Diese Liste ist leider noch nicht vollständig. Hornel. Es sind 372 Häuser und 200 Läden zerstört wor* den. Die Verhaftungen jüdischer junger Leute dauern fort. Es genügt, wenn sie von einem Christen (von denen keiner verhaftet wurde) angezeigt werden. Bis jetzt wurden *lü Juden ins Gefängnis gebracht. Das materialistische Amerika scheint sogar die Juden für Menschen anzusehen. Wenigstens beauftragte das Staatsdepartement. das von zahlreichen jüdischen Einwohnern Phila* delphias Bittgesuche wegen der Sicherheit ihrer Angehörigen in Hornel im iiissischen Gouvernement Mohilew. wo kürzlich antisemitische Kundgebungen stattgefunden haben, empfing, den amerikanischen Geschäftsträger in St. Petersburg. Erkundigimgen einzuzieheii. *»1» die amerikanischen Interessen in Hornel in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Kur darf man nicht denken, dass nun die Leiden auch mir um ein Geringes gemildert werden. Gegenüber der Ahlcugmmg der jüngst gemeldeten grossen Judenverfolgung in Mohilew ist uns berichtet worden, dass es sich nicht um die Gouvernementshauptstadt M o h i I e w handelt, sondern um das etwa 50!Kl Seelen zählende Städtchen Mohilew-Podolsk. Es sei den Juden verboten worden. irgend das Geringste nach aussen verlauten zu lassen, widrigenfalls die Behörde die Verfolgung von neuem fhsgehen lässt. Jeder telegraphische und hriefiiche Verkehr mit diesem Mohilew ist seit etwa zehn Tagen amtlich auigehoben. Demnach bleibt die Bewahrheitung dieser Kiscliiuew und Hotnel in den Schatten stellenden Gerüchte für später. Wir ■müssen die Dementis mindestens so vorsichtig' hcliamlelu. wie die Nachrichten. : lÄfJ*זזיי t. *

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