Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 35 (25.8.1903)
- Date
- 1903-08-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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th. ו n■ 4‘: 4' ־• ■ 1; *1 11: f f ד Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich! I. durch dio Expedition! a) in Berlin M. —,9a b) nach auswärts M I,— c) für das Ausland M. 1,50. 8. Im Poatabonnement M. 1,25 8. bei Sammolborug duroli dio Ortsgruppe M. —,6a Postzeitungsliste» No. 8944• Insorato die viergespaitenc PctiUeile 25 Pf. Inseratenboilagen 15 M. 8 Organ A der Zionistischen Vercinigtsng rar StlfssfiteStlSl® ]Erscheint jeden. Freitag. Adresse für Geldsendungen nnd Bestellungen:. Perlag Sfldlsche Rundsdiat* E. Q. m. b. H. Berlin Ü54. fiuguslsirasse!lr. 19«. Sprechstunden: r. 4—5 Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Heinrich L5־cve, Berlin OW, 10. liehrtersfrassc 14/15. Sprechstunden: Montag und Donnerstag 4—6 Uhr. No. 35. Berlin, 25. 3. VIII. Jahrgang. Gebet. Viel hunderttausend bleiche Uppen flüstern. Viel hunderttausend schwanke Leiber neiden. Wie Halme unterm Hauch, sich im Gebet.־ Und schweigen Und stilles Weinen durch die Hütten geht. Jetzt, Jetzt daheim Viel hunderttausend Mütter die Hände ringen. Viel hunderttausend Väter die Brüste schlagen, J)ie Kinder stehen grossen Augs und bleich: Um Euch! Sagt Brüder! Wollt Ihr Eurem Volke Leben, Sagt, wollt Ihr Eurem .Volke Gräber geben? Ihr tötet und belebt mit Eurer Haud. Bedenkt! - | /! Daheim Flüstern bleiche Lippen, Neigen sielt schwanke Leiber, Zernagen sich heisse Hände: Oebt uns Land! Friede. Er alter trete leise unter euch. Und waitdlc lächelnd zwischen euren Ktiiecu: So lauge werden eure Tage reich. So lange werden eure Machte blühen! So lange wird die Sonne, einen Pfad, Weit, leuchtend hin zum Ziel, euch zubereiten. So lange wird wie Honig Wort und Rat Von euren reinen, weisen Lippen gleiten. Und wie die Axt den Scheit, mit einem Schlag. Wird euer Wille euer Leiden fällen, Und eure Hoffnung, funkelnd wie der Tag, Sich gross vor eure trunknen Augen stellen. Unfriede. Weh aber, wenn er schaudernd von euch weicht! Und tückisch, bodettatif, mit finstren Flügeln, Die Zwietracht blendend euer Haupt umstreicht, Und eure Seele schlägt mit schwarzen Siegeln, Dam! wird die Erde unter euch zu Stein, Der Himmel über euch zu klirrem Eisen, Dann werden eure Morgen düsler sein. Um! eure Nächte ohne Sterne kreisen. Dann wird der Zunge Schall kein lauschend Ohr Und keine Lippe ihre Herzen finden. Und eure Qual sich nimmermehr empor Aus eurer hingetretnen Sehnsucht winden. §■• ׳ ■ \ Dann werden eure Schultern segenschwcr Und eure Lenden zeugend nie ermüden, Und eure Seelen immer saugcsleer — ־— Nur er, er wandle unter euch. Der Frieden! Dann werden eure Fiisse schwer und wund. Und eure Fäuste werden Ketten tragen — — Dieweil mit finsteren Flügel euren Mund, Und Aug und Hirn die Zwietracht «ich geschlagen! Israel Auerbach. V'lS'SJk '1 \ IHmtSWUS-#-