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Jüdische Rundschau · 1903-08-21 · Heft 34 (21.8.1903) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 34 (21.8.1903)
Date
1903-08-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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י»*■*•” 0t , *. I t l ׳ TU Abonnementspreis (Zusendung inbegriffen) Vierteljährlich! 1. durch dlo Expedition: a) in Berlin M. -.9a b) nach auswärts M 1,— c) für das Ausland M. 1,5a!. im Postabonnoment M. 1,25 3. bol Sammolboxug duroh die Ortsgruppe M. —,6a Poetzeltungsllsto No. 3044. Insorato die viergespaltcne Petitzeile 2S PI. InseratonboUagen 15 M ■> «fii ign a>1n 9 n!0m Organ der Zionistischen VereteigSKj für Ersclieint jeden Freitag. bwjb? Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag 3fldlsd1e Rur.dsdian E. a m. b. H. Berlin n 54, Buguslsfrssse flr. 19«. Spreästunden: v. 4—6 Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Helarldi lioewe, Berlln I1W. 40, tiehrterslrcsse 14/15. Spredjstanden: Montag und Donr.eryag 4—6 Uhr. RMMIWfenKM No. 34. Berlin, 21. August 1S23. 28. Abh 5863. VIII. Jahrgang. Auf, nach Basel! Ursprünglich war cs gar nicht der Baseler Kongress.! Denn als man daran dachte, den Zionistenkongress einj zuberufen, den wir jetzt zur Unterscheidung von den ' spätem den ersten nennen, da hatte man eine der Landesj Hauptstädte des Deutschen Reiches für die Tagung in j Aussicht genemmen. Aber von München und dem Boden ־ des Deutschen Reiches hat man uns wegprotestiert lind fortdeiumziert. lind es isi gut so gewesen. De!! Rabbinerprotest und die kfmstlicli gemachte Entrüstung * hat nur das Echo des Talmudsp uches wachgeruien: j ״Gaih zu leiöbäh“! Seitdem tagen wir auf dem Boden der freien j Schweiz und i!11 gastfreundlichen Basel. Nur ein einziges . Mal hat im freien London eine Tagung stattgenmden. | Wir fühlen uns heiniisch in Basel, und diese Stadt wird J in den Annalen unseres Volkes einen dauernden Namen haben. Denn sie bat uns zu dauerndem Danke vorpflichtet. Der sechste Kongress hat mit seinen Vorgängern das gemeinsam, dass er durch sein blosses Zusammentreten ein unzweideutiges Zeugnis davon ablcgt, dass wir ein Volk sind, das in seiner weitaus überwiegenden Mehrheit unwandelbar an der unverbrüchlichen Hoffnung einer nationalen Zukunft festliält. Mit echt jüdischer Treue hängt unser Volk an den grossen Ueberlieferuiigen unseres Stammes, und wir hoffen und wünschen und arbeiten, dass einst im Lande Israel ein jüdisches Volk zu neuer hebräischer Kultur erblühe. Denn das ist das besondere Wesen des jüdischen Nationalismus, dass er nicht nach politischer Macht strebt, sondern, dass, alle seine politischen Ziele den festen Untergrund abgeben sollen, auf den sich eine jüdische nationale Kultur aufhauen soll. לא ברזיל •’*א בנות Aber wir dürfen darum keineswegs das politische Moment unterschätzen und!missen uns stets und ständig bewusst bleiben, dass eine nationale Kultur ohne ein eigenes Land ein Ding der Unmöglichkeit ist. Um des kulturellen Zionismus willen, der nur im freien Lande Israel einporblülieu kann und wird, müssen wir in allererster Linie politische Zionisten sein, ohne die äugenblieklichc kulturelle Vorarbeit irgendwie nnterschätzeu zu wollen. Erst müssen wir ein gesundes, kräftiges, eigenes Volk auf eigenem Grund und Boden sein, und erst dann können wir eine wirklich jüdisch-individuelle Kultur schaffen. Und um dieses Land uns zu erarbeiten, bedürfen wir der festgcschlossenen und enggefiigten Parteiorganisation, die uns den Organismus des fehlenden ־ Judenlandes einigermassen ersetzen muss. ..Eentracht maakt Macht“, lehrt uns der Vläme, und nur durch Einheit können wir zur Freiheit kommen, die uns die geistige um! kulturelle Selbständigkeit verbürgt. Im Gegensätze zu den früheren Kongressen werden w ir bei unserer diesjährigen Tagung mehr als sonst am Ausbau der Organisation arbeitend schaffen müssen. Wir werden nach den Vorschlägen des Aktionskomitees und unsern Initiativanträgen positive Arbeit leisten müssen. Der sechste Kongress wird ein Arbeitskongress sein. Die Agitation, die von ihm ausgehen wird, begründet sich lediglich auf seiner Existenz. Freilich wird er. ob offen ausgesprochen oder nicht, unter dem Zeichen ״Kischinew“ stehen, und ein lauter oder stummer Protest gegen die unmenschliche Grausamkeit sein, mit der man die gepanzerte Faust auf das wehrlose Wandervolk niedersausen lässt, ein Protest, der sich nicht minder gegen die Räuber richtet, wie gegen ihre Hintermänner, die durch gntheissenden Schutz und durch unverschämte Presslügen ״- wie es das ״Deutsche Volksblatt“, die ״Tageszeitung“ und deren Gesinnungsgenossen taten — ihren moralischen Anteil an dem Morden und Rauben fcststcllen. Der Arbeitskongress wird die trockene Materie der juristischen Form behandeln, in der unser Nationalfond gesichert werden soll. Und das ist von ungeheurer Wichtigkeit. Fr wird aber nicht dabei stehen bleiben können, sondern wird und muss uns die Wege weisen, w ie wir auch vor erlangter öffentlich-rechtlicher Sicherung in Palästina zweckdienlich eine öffentlich - rechtlieh - gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk vorbereiten können. Dahin gehört in allererster Linie die Schaffung einer landwirtschaftlichen und Wirtschaftliehen Versuchsstation in Palästina. Theoretische Frörtcrungcn über Formen der Siedelung müssen dahinter, so interessant sie sind, als von geringerer Bedeutung ziirncktrcten. Dahin gehören aber auch vor allem die Vorlagen, die uns das Aktionskomitee machen dürfte und die dahin gehen würden, einen Kolonisationsboden zu schaffen für die Hunderttausende, die vor dem völligen Zusammenbruch ihrer Existenz stehen und die in allerkürzester Zeit einen sicheren Zufluchtsort haben müssen, w0׳ sic in unmittelbarer Nähe Palästinas auf altem historisch-jüdischen Boden die zukünftige Selbstständigkeit mit vorbereiten können. Freilich w iid die Arbeit des Kongresses auf grosse!

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