Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1903)
- Date
- 1903-08-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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I No- 33.__ ' i ■_JtidSsolie Kuad»cl1au. Seite 347. Uslar. In unserer 5 Familien zählenden Gemeinde sind 9 Schekelzal/ler. U. Duisburg. Unsere Ortsgruppe zählt jetzt 70 Mitglieder.׳ Anlässlich der Unruhen in Kischincw haben wir in der ganzen Gemeinde Sammlungen veranstaltet und den Betrag von ca. 800 M. an die Rundschau abgeführt. Wir haben 8 Versammlungnn abgehaltcn, i!1 denen die Herren Dr. Klee (2mal), Dr. Bodenheimer, Woltfsohn-Cöln, Referendar Wcyl-Cöln, Rcferendar Kpstein-Duisburg und E. Gelbcr-Dtiishurg sprachen. I*n hiesigen Verein für jüdische Litteratur und Geschichte sprach Dr. Bodcnheimer als Gegenredner gegen Rabbiner Dr. Samuel Essen. L. Bureau Bonn. Düsseldorf hat 93, Bon 11- Beuel 36 Mitglieder. In D. sprachen im Winter Dr. Klee und Referendar Jonas, in B. Dr. Goldberg-Neueuahr. Mülheim a. R. hat 34 Mitglieder. Dort .sprachen Dr. Klee und Dr. Edelstein. Frankfurt a. Al., 6. August. In der gestrigen Versammlung der Schekelzahler Frankfurts wurde folgender Antrag angeiiommen: ״Die Frankfurter Zionistische Vereinigung beauftragt ihre Delegierten folgenden Antrag cinzubringeit: Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. ersucht das Aktionskomitee unverzüglich mit dem Ankauf grosser zusammenhängender Länderstrecken in Palästina und Nachbarländern vorzugehen und dazu Vorzugsweise Galiläa in Aussicht zu nehmen. Soweit die Gelder des Nationalfonds dazu nicht ausreichen, wird die Jüdische K״lunialbank ermächtig(, dem Nationalfond einen Beitrag bis zu zwei Millionen Franken zur hypothekarischen Beleihung') vor- Zuschüssen.“ Den letzten Teil des Antrags betr. der Kolonialbatik werden die beiden Delegierten nicht vertreten. Zum deutschen Delcgicrtentag nach St. Ludwig werden die beiden Delegierten zum Kongress Goitcin und Sondheimcr gewählt. F. S. Kopenhagen, 7. August. Die Herren Dr. Fraenkcl und Redakteur Stark der ״Dansk Zi 0 n is tf o r en in g“ unternahmen in Gemeinschaft mit dem Vorsitzenden des Zionistcnvercins in Lun d, Herrn Levetan, am letzten Sonntag eine Reise nach Schweden, deren Resultat ausser der Gri'mditng eines zionistischen Vereins von 32 Mitgliedern in M a 1־ tnoe unter Vorsilz des dortigen Kantors Horowitz ein Zusammcnschluss der Vereine Kopenhagen, Malmoc und Lund zu einer ״Skandinavischen Landesgruppe“ war. Die neue Gruppe zählt über 200 Mitglieder. Bei dem sofort vorgenommenen Wahlen zum Kongress vereinigten sich die Stimmen auf die Herren Dr. L. Fraenkc I, prakt. Arzt i•» Kopenhagen und Kaufmann Nacliemsoh», ebenda, deren intensiver Tätigkeit das rasche Anwachsen der Anhängcrzah! unserer Bewegung im Norden zu danken ist. Die Broschüre ״Kischinew“ von T 0 I d, deren Uebcrsetzung momentan von Dr. Fraenkcl bearbeitet wird, dürfte entweder im Verlage des Vereins oder als Beilage eines der bedeutendsten Blätter der Hauptstadt erscheinen. Für rasche fortlaufende Berichte über den Kongress, deren Veröffentlichung hiesige Blätter zu übernehmen bereit sind, ist der Verein stets dankbar. Korresponzen des Auslandes sind an den Unterzeichneten zu richten. L. Stark, Redakteur, Kopenhagen, Fiolstracde 14. Stettin. Wir haben bisher im kleineren Kreise zu wirken gesucht, um zuerst einen festen Stamm zuverlässiger Gesinmutgsgenossen zu schaffen. Das ist in erfreulichster Weise gelungen. Unsere Gruppe zählt ca. 40 Mitgl cder. Es sprachen Dr. Z l o c i s t i, Dr. Sandler und Barth vor geladenem Publikum. Im kommenden Winter soll die Agitation in grossem Massstabc, für die die besten Aussichten vorhanden sind, begönnen werden. S. Prenzlau. Wir haben annähernd 50 Schckelzahler. Eine Vereinsgründung ist für den Winter bestimmt in Aussicht gcnommen. Es sprachen bisher bei uns die Herren Dr. K I e e, Dr. Z 10 c i s 11 und Barth. ‘) Hypotheken in europäisch-rechtlichem Sinne gibt es aber in der Türkei nicht. ״Rahn" ist durchaus keine Hj״pothek. (Die Red.) Ebcrswalde. Bei der Kleinheit der Gemeinde wird eine lebenskräftige •Gruppe schwer dauernd zu schaffen sein. Immerhin haben wir hier und in d.'r Umgegend 10 Schekelzahler gewonnen. In dem bestehenden jüdisch-littcrarischcn Verein sprach Herr L. Barth über den Zionismus. Hamburg. Unsere 1893. gegründete Ortsgruppe hatte 1891: 68, 1892: 79 und hat jetzt 83 Schckelzahler. Es wurden ausser der GeucralvcrsAmnlupg 5 Versammlungen abgchalten. In der letzten Versammlung wurde eine Propagandakommissiou, bcstehend aus 5 Herren, gewählt. . C., Glelwitz. 35 Mitglieder, für den Nationalfond wurden üb.״• 100 M. gesammelt. 16 Versammlungen, 11. a. sprachen Dr. Littmann, Dr. Kalui-Miincheu. Herr l.oewy. Herr Morgenster־. Neustadt a. Warthe. Die naturgemäss kleine Anzihl vo:1 Schekcjzahlcrn unserer kleinen Gemeinde ist der Ortsgruppe Berlin ungegliedert. Bankaktien wurden 6 gezeichnet, für den Nationalfond öfter gesammelt. A. Florenz. (Telegramm.) Ohcr-Rabb'ncr Dr. M a r g u I i e s- Florenz ist zum Delegierten für Ancona gewählt und hat die Wahl mit Dank akzeptiert. Auch Dr. C h a j c s. Dozent am Collegia Rahbinico itnliano ist zum Delegierten gewählt. Zum Zwecke der Erzielung eines geinclnsamen Vergehens der gleichgesinnten Kongressdelegicrtcn in Fragen, weiche unmittelbar oder mittelbar die Kulturarbeit innerhalb des Zionismtis bttreifen, erlauben sich die Unterzeichneten diejenigen Kongressdelegierten, welche auf dem Boden des politischen Zionismus und der nationalen Kulturarbeit stellen, zu einer Freitag, den 21. August. 9 Uhr m o r g c n s im K o ng .r e s s h a u s e abzuhaltenden V 0 r b e s p r e c 11 u n g hüiliehst einzuladen. Die Delegierten, welche an der Besprechung teilnehmeu wollen, werden ersucht, ihr Erscheinen •י־.,׳ die Adresse: Jüdischer Verlag für Kultur-Vorbesprechung, Berlin S.W., Grossbeerenstrasse 75, bekanntzugebeu.; Warschau. Sofia. Wien. Anfang August 1903. N. Sokolow. Dr. M. Ehrenpreis. Martin Bübcr. .*,.י• *••» ־ .* י— י«*ז*׳־ *״* «־* r** י׳«®* fr %•*«*« r*t!■*•***rr«*׳ ״*׳* יי,**• י־׳״ז rr,•*־*־ * **• «* *m!! i Rundschau. 1 j i .........1 Berlin. Mit Behagen bringt die ״Allgemeine Zeitung des Judentums“ eine Notiz, nach welcher in und um Jckatc-4inioslaw zionistische Versammlungen durch den Minister von Plehwc verboten sind. Diese Notiz ist aus einer Quelle in verschiedene jüdische Blätter übergegangen, während die anderen aber (vcrgl. Jeschurun, Israelitisches Gemeindeblatt) ihr Befremden über diese merkwürdige Nachrieht ausdrückcn, schweigt die ״Allgemeine“, froh, ihren Lesern etwas bringen zu k^nen, was dem Zionismus bei äugstliehen Gemütern schaden kann. Denn ״von der Regierung vorbeten", das ist etwas, \vas den ruhigen Philister diese an sio'1 gefährliche und schädliche Bewegung noch gefährlicher und schädlicher erscheinen lässt. Man sieht ordentlich die Schadenfreude der ״Allgemeinen". Vor 14 Tagen hat sie den Zionismus in Ungarn totgesagt, weil das Ministerium die eingereichten Statuten des Budapcstcr Zionistischen Vereins nicht gcnchmigt hat, als wenn dergleichen so unerhört wäre und nicht hundertfach Vereine genehmigt würden, nachdem sie in ihrem Statut gewisse von der Behörde gewünschte Acnderungen vorgenommen haben, heute liier in Jckaterinoslaw zionistische Versammlungen verboten! Schade, dass wir ihr die Freude nehmen müssen. In Jekaterinoslaw sind nämlich sämtliche Versammlungen und G e I d s a m m 1 u n g e n pofitischer Art, gleichviel f iir welche Zwecke untersagt worden — offenbar In Hinblick auf die siidrussischen Arbeiterunruhen. Mit irgend einer gegnerischen Haltung zum Zionismus hat diese Regierungsmassnahme nicht das Geringste zu tun. Wir sind begierig, ob die ״Allgemeine“ loyal genug sein wird, Ihre irreführende Nachricht zu rektifizieren. Abraham.