Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1903-08-14 · Heft 33 (14.8.1903) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 33 (14.8.1903)
Date
1903-08-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2651289-2651322--00610-2657410
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 33. Jüdische JRimdscluxu. Seite 345. Die Generalversammlung der I. C. A. Am 26. Juli fand in Paris die diesjährige Gcneralvcrsammlung der Jewish Colonisation 'Association statt. An der Sitzung nahmen sieben Vertreter aus Frankreich, Belgien, England und Deutschland, vier B c a tut e der Gesellschaft und zwei Gäste teil. Was diese Generalversammlung scharf von allen früheren unterschied, war, dass sie nicht nur die gewohnten geschält* liehen Formalien erledigte, sondern dass der Präsident Nircisso Leven am Eingang der Beratung das Wort zu einer längeren Ansprache ergriff. Er tat das nach dem offiziellen‘ Bericht, ״um die Aufgaben und Ziele der J. C. A. öffentlich darzulcgcn**. nach der ״Jüdischen Presse", die in ihrer Unschuld die Wahrheit noch deutlicher sagt, ״um die heftigen Angriiie. welche namentlich von zionistischer Seite gegen die J. C. A. gerichtet werden, zurückzuweisen.“ Der hierauf bezügliche Abschnitt der Rede hat folgenden Wortlaut: ״Wir tun also nichts. was nicht auf die eine oder die andere W eise der Koluuisarou zu gute kommen wurde.! Die Kolonisation blecht für uns •Jas Objektiv, das wir | niemals aus den Augen verlieren, ihr bleiben alle unsere Be- ׳ mfiliimecn und der grösste Teil unserer Mittel reserviert. Wir j he bannten keineswegs, dass niemand es besser nr* :bet! könnt־, i Möge man über die Sache diskutieren, möge man unser Vcr- I fahren kritisiere:־, dazu ist Jedermann berechtigt: und wir sind! gern bereit, uns belehren zu lassen und aus jeder ernsten und! exakten Krit'k zu lernen. Wie sollen wir aber uns jene leidensehattliehcn Angriffe erklären, deren Gegenstand wir waren J und diu uns bis in das englische Parlament hinein verfolgt 1 haben und bemüht waren, jene Bi I. deren Votierung von so I weittragenden Folgen Mir unsere ganze Zukunft ist. zu hintertre:hcn! Jene Angriffe sind um so gefährlicher, als sic. Im Falle sic vom Erfolg gekrönt wären uns die Fortführung der Kolonisation Palästinas, an der doch tmsern AugrcTern soviel zu licucn scheint, unmöglich gemacht h־itt׳\ Wir haben unscrit Kritikern niemals ein Wort crwiJcrfc Wir glaubten, dass sie von selber zur Einsicht kommen werdmi. dass der Moment, in dem es für unsere von der Verfolg!׳־!״ niedergebeugten Glaubensgenossen so viel zu tun gibt, sehr schlecht gewählt ist. uns den Krieg zu erklären. Wir glauben, wir hätten Jetzt etwas Besser's 71׳ tun. als uns herumzustieitcn. Wir Imlxm u׳w.*r Zirl d־»s wir uns gesetzt haben, in aller Ruhe zu veri<‘*״en. mul d:es Ziel ist. die I age unserer Brüder in der ganzen Welt zu verbessern.‘' Die Rede enthält im übrigen eine Ucbersieht über das Arbeitsprogramm der J. C. A., aus der hervorgeht, dass cm wesentlicher Teil der Arbeit darauf gerichtet war. die Lage der j Juden in Russland und Galizien au Ort und Stelle zu verbessern. I Aus Kfschhtcw sollen eine Anzahl ausgesuchter Familien, cs heisst 21.»״, in bereit gehaltenen Territorien Argentiniens angesiedelt werden. Uebcr den Wunsch vieler Kischincwcr Juden, als Kolonisten in Asien untergcbraclit zu werden, wird In einer späteren Sitzung entschieden werden. Für die Zionisten interessant ist besonders der oben zitierte Abschnitt aus der Rede des Präsidenten ״Wir haben unseren Kritikern niemals ein Wort erwidert“, heisst cs darin, aber mit diesem Prinzip ist jetzt anscheinend gebrochen worden, und d'e Kritik der Zionisten hat die Ehre, dass das um ihretwillen geschelten ist. Mich will bedünken. dass in der Rede Lcvcn’s, wenn das auch nicht die Meinung des fossilen Zionisten der ״Jüdischen Presse“ ist, ein Hauch vom zionistischen Geiste zu spüren ist. Der Präsident hat den redlichen Willen gezeigt, dem demokratischen und zionistischen Gedanken der öffeiitliehen Diskussion einen guten Schritt näher zu kommen. Zwar wurde eine Debatte über seine Rede gegen seinen eigenen Wunsch nicht beliebt, aber — sie kommt nächstes Jahr. Wem es bekannt ist, dass die Kritik der Zionisten vor allem che nachdrücklichere und sachgemässcre Förderung der palästiloschen Kolonisation anstrebte, dem wird der Satz ziemlich unverständlich bleiben, dass durch einen Erfolg dieser Krit:k eine Fortführung der Kolonisation unmöglich gemacht worden wäre. Es soll das wohl nur eine Drohung au die Adresse de! Zionisten sein. Statt der Schlinge, die der Berichterstatter der ״Jüdischen Presse“ dem Zionismus daraus drehen möchte, erreicht er nur einen Knoten in seiner Logik. Wir sehen in dem Gang der Dinge nicht einen Misserfolg, sondern caien recht deutlichen Erfolg der berechtigte1! zionistl- Sehen Kritik an der Arbeit der Ica. mab-- --- sub. Aus der Bewegung. Cf Zum Kongress. Wir weisen nochmals darauf hin, dass die Sitzung des Zentralkomitees in St. Ludwig am 20. August morgens 8 Uhr präzise, der Deutsche Delegiertentag utn IO1-■ Uhr präzise, beide im Hotel John, beginnen. Sämtliche für den Kongress bestimmte Sendungen sind: Bureau des Zionisten Kongresses Basel, zu adressieren. Untcrwerfing des Landes unter römische Herrschaft 111:1 schliesst mit einer Untersuchung d־׳r Ausbreitung des Jud •!- tums im Innern Palästinas. Das 1. Kap. behandelt die persisch•; Sätranic. das 2. die Phonikicr. wobei die Angaben des SkvD.v einer Prüfung unterzogen werden. Das 3. Kaoitel spric'1 ' ״ den Anfängen des arabischen Vorstossns, schildert das Gobi••» von Gaza, versucht die Idumäer als Araber zu/.uwcis'M u•!1 gellt auf ihr Eindringen in Syrien ein: schliesslich wendet sie’! der Vcrf. dem Nahatäcrreich zu. Das 4. Kaoitel hat d׳<* Juden nach Neheuiia, das sa mar ihm Ische Schisma, die Skvthooolitm und das Ghör bei Jericho zum Gegenstände. Die Syrrr der Bek’a in der Dia Jochcnzclt werden יזו dem folgenden K־»n־tel behandelt: im einzelnen geht dies auf die Satrapieneintcilun׳.׳ des Seleukus Nikanor. auf die svriseh-ägvntische (Ire!»׳•• und auf die Städtcgrfmdung h jener Periode c.!n. Kao. 6 gilt d־׳*r, Judentum nach Alexander dem Grossen in Jerusalem 'י׳1־י m*. übrigen Palästina und sucht die Begriffe Judäa und C־׳dilä 1 klarzulcgen. Im letzten Kapitel beschäftigt sich der Verfasser mit dem Ende der Scleukidenhcrrschait in Palästina und m.'t der Errichtung der römischen Provinz. (D. Ltz.) V ur Neuerschienene Bücher. j Die neuesten Angriffe auf die religiösen und sittlichen Vorj Stellungen des Alten Testamentes. Ein Vortrag •11׳׳s d > Kampf♦* יי׳״ Babel 11. Bibel von Lief. Dr. Gfustav) Dlctt. rieh. Pastor. Berlin. Giessen: J. Ricker 1903. (24 S.) 8" (IM I Prof. D. Fr(Iedrlcli) Gicscbrocht. Fr feit י für Babel 1ml 1 Bibel. 2. Aufl. Königsberg i. Pr.: Thomas & Oppermann1 1% ׳ | (62 S.) 8° (P. u. Ant). I Bibel und Babel. 2 Vorträge von Pastor Dr. Johannes Horn- ׳ b u rg ־ S.tralsund. Mit 1 Kartenskizze u. 5 Bildern. Potsdam: Stiftungsverl.!903. (54 S.) 8" (F.) I Zur Babel- und Bibelfrage. Von P. (Leonard) Keil. Trier: Paulinus-Dr. 1903. (78 S.) 8״ Erw. Neudr. aus: Pastor hoims. Bibel und Babel. Fl und Bel. Von W. Knieschke, Pfarrer. 2. verb. u. erw. Aufl. Leipzig. G. Striibig 19<!3. (82 S.) 8" Bibel und Babel. Vortrag von Moritz Margulics. KattowiU: .1. Herlitz 1903. (25 S.) 8״ Biblische Gcscblchtsliigen. Fm Beitrag z. Bahel-Bihcl-Frage u. e. volksverstündl. Anleitung 7. Bibel-Beurteilung. Von Bruno Sommer. Ronberg: Haudels-Dr. (1903). (CB S.) 8" Was lehrt uns d»־r Bibel- und Bibclstrcit? Ein Beitrag von Theodor Wahl Stuttgart: €11. Belscr 1903. (47 S.) 8" (F.) Zeltlrageu cl. christlich**!» Volkslebens. Bd. 28. H. 4. ׳ Die Weiterbildung der Religion: Ein Kaiserwort. Ein Beitrag z. Verständigung über Babel 11. Bibel vom religionsgesch. u. religiousphilos. Standpunkte aus. Von Dr. Paul Schwartzkooff. Prof, zu Wernigerode. Schkeuditz bei Leipzig W. Schäfer 191X3. (IV. 82 S.) 8״ (F.) Kaiser Wilhelm 11■ an Admiral Hollmann über Babel und Bibel. Von Theodor Weber, kath. Bischof. Gotha: F. A. Perthes 1903. (24 S.) 8° (F.) Das Gesetz Cliainmurabis und Moses. Eine Skizze von Hubert Grlinmc. Köln: J. P. Bachem 1903. (45 S.) 8” (F.) Abraham als Babylonier. Joseph als Acgvpter. D<*r wcltgesehichtl. Hintergrund d. hihi. Vütergcsehichtcn auf Grund d, Keilinschriften dargest. von Hugo Win ekler. Leipzig: J• C. Hinrichs I938) .3״ S.) 8״

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.