Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1903)
- Date
- 1903-06-26
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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!■*;< No. 26. «Y tidiselie Rimdscliau, Seite 265. Allerlei.!was 2v * r1״ 1 sidcnten Rooscvclt und dem Staatssekretär Hay Ober die Stint- שחטהו ,in England and den Vereinigten Staaten bezüglich des Blutbades in Kischincw. Der russische Botschafter in Washington. Graf Cassini, und der amerikanische Botschafter in Betersbmg. Mac Cornik. hatten mit dem Präsidenten eine Beratung. Im Staatsdepartement liegen Nachrichten vor. dass die russisehe Regierung ihren Unwillen über die fortdauernden, zahlj reichet!, russenfeindlichcn Massenversammlungen in den Vorj einigten Staaten nicht verhehlen könne. Der Staatssekretär | des Auswärtigen. Hay, machte dem Präsidenten Rooscvclt irn j Verlaufe der Beratungen darauf aufmerksam, dass es dem inj ternationalcn Brauche wkRrsprüche, wenn die Vereinigten ן Staaten sich wegen der Vorgänge in Kischincw förmlich bei Russland beschweren wollten. Präsident Rooscvclt hat deshalb beschlossen, seine Entscheidung über weitere Schritte bezüglich Kischincws bis nach der Konferenz zu vertagen, die er demnächst mit einer Abordnung hervorragender Führer der amerikanischen Juden haben wird, die ausdrücklich um ein Einschreiten Amerikas zur Verhütung einer Wiederholung der Ereignisse in Kischincw bitten zu wollen. Aus Bukarest sind nämlich authentische Nachrichten eingetroficii. wonach in den von der jüdischen Bevölkerung bewohnten Strassen vergiftete Bonbons an Kinder verteilt worden sind. Es sollen mehrere bereits gestorben sein. Der Lehrer an der deutschen evangelischen Schule zu Bukarest, Herr Cionca, nahm Veranlassung, seine Schüler davor zu warnen, geschenkte Bonbons anzunchmen. Es handelt sich oifenbar um ein Manöver, das darauf hinausklmt, die Juden zu beschuldigen, dass sic Christenkinder vergütet hätten. Sehr wenig ist bisher über die Juden der Oase Mzab im Süden von Algerien bekannt geworden. Sie bieten manche eigenartige Zuge, halten aber ihre Relitrionsgebräuche und Sitten im ganzen gut bewahrt, trotz langer Trennung vom Mrupstaimn der Juden. Der französische Arzt Dr. Huguct hat sie in den Jahren 1S97 bis 1901) eingehend studiert und seine Beobachtungen in den Bulletins de la societe d’Anthropologie" 1902, S. 550 ff. niedergelcgt. Nach C11. Amat betrug die jüdische Bevölkerung im Jahre 1SS3 in den nr/ahitlschen Ortschaften Ghardaja 422, Gucrrara 130 und Berrhna ISO, zusammen 733. Hu׳1״ct gibt für die Gegenwart rund 900 Juden an. bemerkt aber, dass in Berriana gegenwärtig keine mehr sesshaft sind. Nach der jüdischen Ueberlieferung sind diese Israeliten im 8. Jahrhundert der Hedschra von der Insel Dschcrba an der tunesischen Küste nach Ghardaja gekommen. Huguet meint aber, dass die ersten jüdischen Ankömmlinge, itu Mzab aus der Oase Uargla stnnimeu, denen sich dann tripoiitanische und marokkanische Juden zugesellten. Er'sagt über die Sprache der mzabitischen Juden nichts; es ist aber anzunchmen. dass sic, wie die meisten nordafriktmschen Juden, zu den Scpliardim, der Gruppe der spanischen Juden, gehören, wenn sic sich auch die Landessprachen, das Berberischc mul Arabische, zu. eigen gemacht haben dürften. Wie anderwärts, hatten sie auch in Mzab Bedrückungen und Verfolgungen zu ertragen, bis ihnen die Frauzosen die Emanzipation brachten.; Huguct wird später seine anthropologischen Messungen über diese Juden mittcilcn. Hier sagt er nur. dass die Männer hochgewachsen und mager seien, ihr Gang sei langsam und hässlich, die Augen klein, die Nase gerade, der Mund fein. Wangen wenig vorspringend, die bekannten Sclilüfcnlocken wcrdcnauc.il im Mzab von ihnen getragen und heissen dort ״Sualcf“. Ihre Kleidung ist jene der Eingeborenen. Die Wciher sind schmutzig, aber mit einnehmenden Zügen. Wenn sic auch infolge ihrer frühzeitigen Niederkunft schnell altern, hehatten sic •doch stets einen intelligenten Ausdruck des Gesichts. Bezüglich der Niederkunft berichtet Dr. Huguet, dass sic häufig ohne Hebamme, ganz ohne Hilfe in einem dunklen Raum stattfinde. Die Kinder werden gewöhnlich zwei Jahre lang von der Mutter genährt. Die frühzeitigen Ehen, die man ia auch bei galizischcn Juden findet, sind auch in' Mzab gebräuchlich. Mit vier oder fünf laüren.werden die Kinder von den Eltern verlobt; mit 13 Jahren heiraten sic; Mütter von 14 Jahren sind keine Seltenheit. Natürlich ist die Kindersterblichkeit dabei eine grosse. ־,Huguct kennt Juden, die 23 Kinder, hatten, von denen 16 gestorben waren; ein anderer Jude behielt von 22 nur 5 übrig. Zwillinge sind häufig; sind sie verschicdcnen Geschlechts, dann nährt die Mutter den Knaben, während das Mädchen mit Ziegenmilch aufgefüttert wird. Eine' Folge der frühzeitigen Ehen־ sind die häufigen und leichten Scheidungen. Männer, die zwei oder drei Frauen hatten, sind die Regel; es gibt dort solche, die fünf- oder sechsmal geschicden wurden. Ist die Frau durch die vielen Wochenbetten verbraucht, so ist ein Vorwand zur Scheidung leicht gefunden. Will die Frau sich vom Mann trennen, so braucht sic ilun bloss bei irgend einer Frage antworten: ״Nifek, n’fek“, das heisst: ״deine Nase" und hinzufügen: ״scheiden wir uns." Das genügt. — (״Globus״.) C^¥f i*^3 *S5*3 «553 ®Cigi* Cs£%i CäSmt ÜÄi! Für unsere unglücklichen Brüder § | in Kischinew. 'S Sammlung der Mainzer Ortsgruppe für Kischinew. Mainz. Büttelborn. Mk. Ahr. Stein 3,— C. Rösser 10.— Klein-Gerau. L. S o c 11 a t 10,— M. G o 11 s c h a! k 1,50 Fr. A s t e r ro t h 10.- Obcrolm. N. N. 10- Gesammelt durch die Knaben H. 15,— Hugo und Arthur Mayer in H. Bloch, ges. 13,- Oberolm. Heinrich Wolf, Bopp- Simon Mayer 11 ■>_ Strasse 5.— Ludwig Abraham 4.— Leo Koch 3,— Carl A b r a 11 a m 6,- N. N. 10,20 Heinrich Koch 0,50 L. F r i e d m a 11 n 3,— Jacob Mayer II 1.— Jacob Selig 3.- Moritz Mayer 3ה,2 Frau L. Simon 2,— Adolph Mayer 2,- W e i s 2- Simon M aver 1 2.- Grossgerau. Frau Friderikt Mayer 1- Ferd. M a r x s 0 h n 5,- Hugo M a y e r 0,50 Elias G u 111 m a n n 1.— A. Mayer 1.— Leopold Löbenstein 4,— Mainz. Barticli Marxsohn 3,— Daniel Simon 10,— Simon G u c k e 11 h e i - Gehr. Drucker 20,— in e r 2.- J._ Str. 20,— Bcopo'ci Hirsch 1.— Otto Winter 10,— Simon M a r x s 011 n H. C. 3,— Marx Marx* 5,— Leopold L e v y 10.— Frau Frist Hirsch \Yw . 3.— D. R e i n h e i m t r 10,— Lehmann Qiitlimann 4.— Wald m a n 11 10,— Lazarus M arxsohn 4,— Nath. Löwenstein 3.- . Frau üottschall Hirsch K a p 1 a n 1,— Wv,־c. 2.- N a t h a n 10.— Marx Hirsch 1,50 S. C. 20.— Albert Guckc'nhci- B. G. 20,— mer ־־,2 FßrfcM. Frau Bernhard Hirsch Elias Kahn 10.- Wwc. 4.— Mainz. Simon Kall m a n n L— Th. Kr. 10.— Sanuiel Hirsch 3,- Frau M. S t r a u s s Ww . 3,— Isaak Schott 1,50 S. S. 3,— Hirsch Schall mann N. L evy 5,— Isaak H i r s c h 3,- Emil. Kring 10.— Lazarus Weyer 1.- Saulheim. Isaak Outlimann 1.— Schwarz 3.- Salomon Marx _<״ •יי• Hamm. Jakob G 011 s c h a 11 3.- A. S t a 111 Wwe. 5.— Adolf Oppenheimer 3.— Aus den Gemeinden •׳ Heinrich H i r s c h 5.- A1 s 11 e i tu 8,60 Albert Hirsch 3.— Hechts heim durch Siegfried Oppcnhei- Hrn. Kapp 25,— mer 3,—- Flörsheim 17,30 Heinrich Flörshei- G u n t c r s b l .u m 38,10 mer 3,- Erfelden 18,— Louis Marxsahn 5.- M ommen 11 ein» 18,— Louis Oppenheimer 5,- Schornsheim 20,— Gesclnv. S t a u s s ־ I,- :Ingelheim 15.— I.ouis u. Adolf G.u ckeh 1 - Sprendlingen 44.50 heim er 3.- Ingelheim 15.- Wilhelm Hirsch 1.50 'Jugenheim 16,— August Hirsch 1,50 Gernsheim 40,-• Siegfried HirscU. . 1,- Dromersheim 9,- Hugo Hirsch 1,— -* 1 Lehrer Hoftnann 1,- Mk. 695,99 Ungenannt 2.- fri No. 21 der Rundschau Frau־ Esther Gott־!. Mainz bereits ausgeschalt . . 2.- wiesen 930,05 Wallerstätten. El. Löb Op pe n 11 ei- ,״־■־’ zusammen Mk. 1625.95 mer 2,- Die Sammlung dauert fort. Max Oppenheimer 1.- . ־ --. : - Kischinew. (L.) BcnzIon-Stuttgart ׳.'•>״' 2.- Mk. /'