Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1903)
- Date
- 1903-06-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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% dLftwn» ד?י*יי.זג*ר ■י'׳*&י'יוייז׳?״?י *״מ v״ ׳ N0. 25. JiidiHclie, Rundsclmu. Seit* $0.-. elfte Gruppe sein, welche — nicht etwa den Willen aller aus führt, denn das kann sie nicht, nach eben der von Pincus Hiufencn materialistischen oder besser- Ökonomischen. Geschichtsauffnssung, sondern die ihren ebenen Meinungen und Interessen Geltung verschaffen wird, will sagen: welche die anderen, die geschlafen haben, fibcrrumpeln wird, mit deren eigner Hilfe. Das sei ganz abstrakt gesagt, ohne irgend welche Beziehung. Sind wir nun davon durchdrungen, dass der Zionismus nicht nur cene Partei im Judentum ist, sondern dass er die einzige Möglichkeit der Existenz des Jüdischen Volkes bietet, so dürfen wir konsequenter Weise auch nie von der zionistischen Partei sprechen, sondern immer nur von der zionistischen Bewegung. Vielleicht scheint das Manchem nur eine Wortklauberei, aber iu Wahrheit steht diese sprachliehe Inkonsequenz am Anfänge vieler sachlicher Inkonsequcuzen im Zionismus, von denen einige auch ihren Weg in den uns beschältigciidcn Artikel gefunden haben. Sollen nun aber die . einander widerstreitenden Anschauungen innerhalb einer Bewegung geltend gemacht werden, und zwar in wirksam.׳r Weise, so bleibt kein anderer Weg als die von Pinkus ja zunächst auch konzedierte — Gruppenbilduug. Dam werden wir eine grosse Bewegung haben, und hmeriialb der Bewegung Parteien, die —- im grossen Ziele einig — dem Ganzen oder bestimmten Massnahmen ihren Stempel zu geben suchen .werden; während im anderen Falle höchst wahrscheinlich gewisse Gruppen ausserhalb der zionistischen Bewegung stehen bleiben werden und so diese nicht nur einer Anzahl wertvoller Elemente entziehen, sondern auch die Einheitlichkeit des ganzen stark beeinträchtigen werden. Den Nutzen und die Zweck mässigkeit dieser Partcibiidung überhaupt könnte nur ein von den leider so modernen Pi;rasen der ,.Parteilosigkeit“ verwirr* ter Kopt leugnet), dem die •einfachsten kulturgeschichtlichen Tatsachen fremd sind. Nur im Widerstreit der Meinungen und Interessen wird etwas geschalten, wird am Fortschritt der Kultur gearbeitet: ziel- und wegblinde Hurrahbcgcisterung aber ist Stillstand und also Rückschritt. Das alles wird Pinkus wohl garnieht leugnen, aber nr..1 kommt das neue Evangelium, das er verkündet: Organisation ist nur, was innerhalb der Landcszcntrale Weiht! Es ist dabe; unerfindlich, warum er nicht gleich gesagt hat: innerhalb einer Ortsgruppe. Aber er fügt ja hinzu: weil nümüch eine Eraktion. die gleich der ganzen Bewegung sich über alle Länder erstreckt, sehr leicht in Versuchung kommen könnte, angesichts eines Konfliktes mit der Landeszentrale dieser energischen Widerstand zq4fisten-M11d weil ־sehr wohl ein Fall möglich' ist,־ tn dem eine, oppositionelle Gruppe sieh iu dem einen Lande ״gegen etwas stimmt, was ln tlctn'anderen Lande die Opposition gegen die;; nun, sagen wir - - Regierungspartei vertritt“. Das erstere hejssf mit.etwas anderen Worten.-7־ sagen wir es doch 'rund• heraus, Herr Pinkus! —- ״Opposition absolut, wenn ,sic uns den Willen tut!" Eine Opposition Ist eine sehr schöne Sache, solange sie nicht ungemütlich wird. Der Meinung, war auch Bismarck der dein Liberalismus seine Reverenz machte, und der mit Lasalle unterhandeln wollte, aber die Sozialdcinokratie, als er ihre Krallen sah, gern an die Wand gedrückt liätu;. Von einer Opposition aber, zu verlangen, dass sie sich lediglich auf Sammetpfötchen beschränken sollte, das gellt, doch. wohl .nicht an. Der zweite Grund aber, aus dem eine allgemeine Eraktion desorganisatorisch wirken soll, scheint mir eine ühcriliissige und iu dem ganzen Zusammenhang eigentümlieh, berührende Besorgtheit des Herrn I.az.ar Eclix Pinkus um die zukünftigen Kopfschmerzen einer Fraktion. Wie eine Fraktion* mit diesen nicht ganz leichten Erageu fertig werden wird, das mag sie nur seihst zuseltctt. Auf keinen.Fall aber kann zugegeben werden, dass sie deshalb, weil sie selber da in Schwierigkeiten geraten könnte, als ..verderblich“ zu h.'־ zeichnen wäre. Wird die betreitende Eraktion in einer F'ragc einig sein, die - meinet wegen auch Regierungspartei, aber nicht, so wir.1. meine ich. die Einigkeit der ersteren ein sehr nützlicher Ansporn zur Einigung der letzteren sein; und — der Kampf ist. nach Heraklit. der Vater aller Dinge -- aus den Kämpien der beiden oder mehreren geschlossenen Gruppen vermag iclt nur Gutes zu prognostizieren. Sollte aber trotz alledem einmal eine wirkliche Krise emtretea — Pinkus vergisst völlig, dass n ti c h d i 0 s e 11 r f 5 t e 0 p p o s i t i o t! b ei uns d a s d r i 11 g e n d s te Interesse a 11 d er Verme t düng von Krisen hätte! so wird gerade ein: junge Partei rigoros mit Verhängung des Ausschlusses vorgeheu, wird es können und wird es müssen, eben mn des Prinzipcs der Organisation willen. Eine alte, in sich gefestigte Partei wird den Ausschluss weniger leicht verbärgen, weil sie cs nicht nötig hat. weil sie auch ״Ketzer“ vertragen kun:!. Oder meint Pinkus, dass die Sozialdemokratie iu ihrer Jugendzeit auch einen Bernstein oder einen MiF.cram! in der Partei belassen hätte, wie sie das jetzt grossnüitig tun kann und muss? (Schluss folgt.) . jtavwiii■« .■■!—■ ■ז י■■■■!■■■■■■■—m——»—יי— dem J.alire M6G enthaltenen Mitteilungen über die Hussiten- Kriege. Gar manche dieser Handschriften sind von der Fach- Wissenschaft schon verwertet worden. Wir nepueii nur die kulturgeschichtlich bedeutsamen Memoiren der Glücket von Hameln, die der Budapester Professor Kaufmann nach unserer Handschrift hcrausgah. Von den Druckwerken sind an erster Stell*; •13 Inkunabeln (Druckwerke vor dem Jahre 1500) zu nennen, so dass die Zahl der augenblicklich m der Frankfurter Stadtbibliothek vorhandenen Inkunabeln 53 beträgt. Wenn man erwägt, dass bis heute nur 11!0 hebräische Inkunabeln bekannt sind, wird man den hohen Wert dieser Exemplare * zum Teil sind cs einzig bekannte Bücher — nicht hoch genug ansehlageii können. Von den weitaus meisten Werken ist die erste Ausgabe vorhanden; so •die erste Gesamtausgabe des babylonischen und ierusalemischcn Talmuds, die der Patrizier Bömberg in Venedig herstellen liess. Von hohem Werte sind! di«; fast vollzählig vertretenen Werke der Karü?r. Das Gleiche j gilt von den Rosponsenwcrken. sie umfassen allen •ISO Nuiu-; mern iu ca. 650 Bänden.! Wer die in verhältnismässig kurzer Zeit zusammengej t<׳apg*ne Hehraica-Sammlung der Stadtbihlidthek betrachtet, r die wir fast ausschliesslich der Opfcrtreudigkeit unserer Mitj biirgcr verdanken, wird anerkennen müssen, dass die Stadt• hibliothek mit* verhältnismässig geringen Mitteln Grosses zu leisten vermochte. Des Dankes der Fachwissenschaft wird sie pud'ihr־Leiter'sicher «;ejn. Mit einer Dissertation: ״Die Organisationen des jüdischen Proletariats in Russland“ promovierte in der rechts- und staatsw'ssenschuttlichcn F’akultät der Universität Freiburg i. Br. Fräulein Sara R a b i tt ״ w i t s c h aus MohÜew. Neuerschienene Bücher. Grothc. H.: Die Bagdndhahn und das schwäbische Bauernelcment in Trauskaukasien und Palästina. Wiirzburg (53 S.) Diss. .iung-.luda. Zeitschrift für unsere lugend. Prag. Myslikgasse Hn No. IS. Offenbarung (Infeld) ־־־ Schebuoth * Gottes Wege sind wunderbar ־ Am Berge Sinai (H. Kolm) - Jüdische poferszene im ■Priesterhof Ehre Vater und Mutter Blutbad in Kischincw. Rätsel usw. No. 19. Driugcnccs Sendschreiben -• Höre Israel (S. Königsberg! - Gottes Wege sind wunderbar - Am Berge Sinai. - Der belehrte Weise (H. Klauber! der Preis der Wissenschaft (Kolm-Freund) ־׳־ Verschiedenes u. s. w. Grimme. Hubert: Das Gesetz Chammurabis und Moses. Eine Skizze. Köln: J. P. Bachem IW. geh. - -,80 Mk. Babylonische Kultur und biblische Religion. Ein erxveit. Vortrag von I.ic. Justus Köberlc, Privatd. in Erlangen Mit bcs. Berücks. d. 2. Vortrages von Prof. Er. Delitzsch über Babel und Bibel. München; C. H. Beck 1903. (51־ S.) 8“ C־ $ 1