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Jüdische Rundschau · 1903-05-15 · Heft 20 (15.5.1903) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 20 (15.5.1903)
Date
1903-05-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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•f^SNs, »«« ׳,?, r 1 i Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) 5■ Vierteljährlich! 1• dar oh die Expedition: a) In Berlin hi. —,90. b) nach auswärts M- I,— C) für das Ausland M. 1,5a S• im Postabonnement M. 1,25 S. bei Sammetbesag daroh die Ortagrappe M. —,60. PoatxeftungsUato No. 3944. Inserate die Tiergespaltene Petiuette 25 Pf. In seratenb ellagen 15 M. 4 /'• o , / ־1. C-• V׳^: JK1״scI1eijat jeden. ]Freitag:• h WM| Adresse für Geldsendtingea und Bestellungen: Ptriag Sßdfsrftc Runtfsdiaw, E. Q. m. b. H. Berlin 62!, Huguslsfrasse ilr. 4fa._ Sprechstunden: t. 4—5 Uhr nachmittags. Redaktion: Dr, Heinrich hocwe, Berlin IW.W^ üehrlerslrasse 14/15. Sprechstunden: Montag und Donnerstag 4—5 UbC. No. 20 Berlin, 15. Mai 1803. 18. Ijar 5S83. vm. Jahrgang. jfra Dem ״Wurzelstäntligen“ ein ״Jude von gestern“! Die Redaktion von ״Ost und West“ fühlt sich ver- :1.:!lasst, einem unter der nicht gerade einwandsfreien Flagge der Anonymität segelnden Herrn, — nennen wir ihn X, -- ihre Spalten zu Ausführungen zur Verfügung zu stellen, nach deren Lektüre sich der Leser zum mindcsteii durcii Augenschein davon überzeugen dürfte, ob die Redaktion dieser Nummer wirklich mit demselben Namen gezeichnet ist, wie ihre Vorgängerinnen. Leber s Spalten braucht der Anonymus zu seinem — ich hoffe, er fühlt sich nicht durch diese Identifizierung beleidigt — Her- 2 e n s c r g u s s, ein Raum, der noch in bewundernswert niedrigem Verhältnis stellt zu der Fülle des darin produzfertcii Schmutzes. Wenn es auch nicht in meiner Absicht Hegt, an diescr Stelle auf die plump-ironischen, von persönlicher Oehüssigkeit triefenden Ausfälle gegen unsere hochvcrdienteil Führer Herzl tmd Nordau anlässlich der Affäre Acliad Haam ~ Norday näher einzugelieii. so kann ich cs mir, bevor ich auf das eigentliche Thema selbst komme, als 'Journalist doch nicht versagen, hier ein paar Worte über ,.die Gepflogenheiten anständiger Publizistik“, denen Jiohnspreeliend“ Dr. Herzl sieh eines ״Vertrauensbruehes" schuldig gemacht habe, Herrn X. gegenüber — er fühle sich wieder nicht beleidigt — zu verlieren: Nachdem der Artikelsehreiber selbst fast mit jedem Satze! dem objektiven Leser eine glänzende Illustration des Rowdy-Publizisten gegeben, schmettert er mit dem die Unschuld so schön kleidenden Brusttöne der moralischen Entrüstung sein ״Ich klage an!“ gegen Herzl, der von einer ״vorläufig nicht für die Ocffcntlichkeit bestimmten Druckschrift vorzeitig und ohne Wissen und Willen des 1 Verfassers oder Verlegers Gebrauch gemacht habe“. ן Abgesellen davon, dass diese Drueksehriit durchaus ן nicht ״vorläufig nicht ihr die Ocffcntlichkeit“ be- 1 stimmt war, sondern wie vom A rtik clsch reib#e r J s e I b s t wenige Zeilen vorher gesagt wird, sogar schon j in der vorhergehenden Nummer von ״Ost und ן West“ hätte erscheinen sollen, teilt uns der über solches j <jebahren sittlich entrüstete Herr mit rührender Naivität * weiter mit. dass er selbst — aber diesmal liegt na-; türlich kein ״allen Gepflogenheiten anständiger Publizistik j hchnsprechcndcr Vertraueusbruch“ vor — Acliad; 11 a a ווו s Artikel vor dessen Veröffent - s hchung 2n Herzl übersandt habe, d. h., dass er die Konstruktion der gegen Herzl gerichteten Waffe, noch bevor dieselbe zum Gebrauch gekommen, fein säuberlich dem Gegner präsentiert. Und erst, als dieser dem — sagen wir Ueberbringer (in der politischen Sprache hat mau hierfür einen terminus tcchnicus) feinfühlend bedeutet, er lehne es ab, von dem liebenswürdigen Allerbieten persönlich Gebrauch zu machen, erst da besinnt sich Herr X. auf seine publizistischen Anstandsempfindüngen. — Der zweite Teil der anonymen Ausführungen timfasst die Behandlung der Frage, die nach der Ueberschritt zu urteilen, richtiger den ganzen Rahmen hätte ausfülien nässen: die prinzipielle Seite des Streites Achad-Haam—Nordau, das .kernfeste festgefügte, wurzelständigc Judentum“ und die‘״Juden von gestern.“ Es hiessc, die dunklen Wünsche des Verfassers erfüllen, wenn die Judenhcit von gestern Stellung nähme zu den Anse!1 a 11 u n g c n des Unentwegten als: Repräsentanten des jüdischen Judentums. Ich kann daher ruhig davon abschen. Daten aufzuiühren, die in ihrem Effekt dem dröhnenden Schalle der Lobesposaunenstösse des Zielbewussten :'f r ״sein“ Judentum־ in nichts nachständen und mich damit begnügen, den Gedankengang Herrn Ungenannts aus dem hochtrabenden Phrasenschwalle in seiner ganzen Nacktheit heraus zu schälen und etwas niedriger zu hängen: Das Endresultat des X'schen Elaborates ist: ״Man rüttelt bereits an der Einheit der zionistischen Organisation!“ und ich muss gestehen, dass der Schleichweg, auf dem der Verfasser sein Schmuggelgut befördert, in geradezu meisterhafter Weise konstruiert ist. In sechs langen Spähen weiss er dunkle Bahnen zu schreiten, um schliesslich zu diesem Ziele zu kommen, bis er plötzlicli mit der erschütternden Weisheit zu Tage tritt: Die Einheit der zionistischen Organisation ist schon gefährdet. Und welches ist seine wahre Absicht hierbei? Nicht dem Feinde der zionistischen Sache offen nach dem Munde zu reden, nicht den Anhänger mit einem F a k - 111 m zu überzeugen, da er klug genug ist, sich ohne den Schatten eines Beweises auf den gefährlichen Boden einer solchen Behauptung nicht zu verlaufen, sondern allein, um• seinen M a c 11 e n s e h a f t e n, die darauf hinausgehen, den Zionismus zu schädigen, dadurch zu einem Ci e f o I g c zu verhelfen, dass er das von ihm produzierte: man rüttelt bereits an der zionistischen Organisation, als etwa* Positives hinstellt, dass er verr 4

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