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Jüdische Rundschau · 1903-04-24 · Heft 17 (24.4.1903) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 17 (24.4.1903)
Date
1903-04-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 160. Jüdische Rundschau. זז fin—וח —rrr-■־וי—־—■—!.!! ■ '*•rni ■»!1■ 1 ־ ■־ •~r " %'+ mm "־ n ~ No. 17. EKlein^Chronik r> - _ <0זי Acht Jüdinnen haben zum Schrecken der ״Deutschen Tageszeitung** unter, neun Damen sich befunden, die sich die»• mal in Berlin zum Äbituricntenexamen meldeten. Wir freuen uns sehr über: dieses Streben nach Bildung bei unsern Stan:• mesgenossismen, wenn wir auch bedauern müssen, dass m:m sie zum Studium nur zulfisst, indem inan sie zu einem Vo:- Studium •zwingt, das sich doch schon überlebt hat. und besser für die Männer in Wegfall käme, als dass man es den braue״ zur Vorbedingung des akademischen Studiums macht. Dass der Abgeordnete Oertcl s׳eh von christliche! Liebe leiten Hess, als er im Rcicustag dem Abgeordnete!. Bernstein entgegentrat und dessen Eintreten für die rumaiu* sehen Juden zurückwics, haben wir seiner Zeit nicht vn• schwiegen. Pie gleiche christliche Liebe beseelt das Nation'!!• Komitee der rumänischen Studenten, das daraufhin an Üertci folgendes Telegramm richtete: ״Die Studenten der nimm»- scheu Universität Jassy drücken durch ihr Nationalkomitec dem Abgeordneten Dr. Ocrtcl ihre Bewunderung und ihre» Dank für die energische Verteidigung der Wahrheit gege!. jüdische Verleumdung aus. Das Nationalkomitee.'‘ Wir entnehmen dem deutschen ״Bukarester Tageblatt‘* folgende Notiz: ״Die Kosclierfieisch-Fragc. Die strenggläubigen Juden essen bekanntlich bloss das Fleisch von solchem Vieh, welches nach gewissen traditionellen Regeln von den Schächtern oder ״Haham's“, wie inan sic hierzulande nennt, geschlachtet ward. Nun ist in der Stadt Pioiesti seit dem 1/14. März einRcglcment in Kraft, welches allen Fleischhauern befiehlt, das Vien mit dem Apparate ״Dcmetrian“ zu schlachten, welcher de״ sofortigen Tod des Viehs herbeiiührt. Den indischen Fleischbauern, welche mit Rücksicht auf ihre Kundschaft diese» System des Schlachtens nicht anwendcu konnten, da da» Fleisch sonst nicht mehr ״Koscher‘‘ gewesen wäre, wurde das Schlachten von Vieh in der traditionellen Weise verboten, so dass die jüdische Bevölkerung eine Zeit lang kein Rlnafleisch hatte. Dieser Tage brachte min der Vorstand de! israelitischen Gemeinde der Primarie von Pioiesti in Frinnerung, dass nach Art. 21 der Verfassung alle Culte frei sind, soweit sie nicht gegen die guten Sitten verstossen, und dass das Verbot* des ״Schächtens“ eine Einschränkung der fteien Religionsübung darstclle. Die Primarie wies diese Besch werde an den städtischen Sanitätsrat, welcher antwortete, dass das von den jüdischen Schächtern geübte System des Schlachtens gegen die guten Sitten verstossc, und dass sie deshalb mit dem Apparate ״Dcmetrian“ schlachten müssten. Angesichts dieser Entscheidung sind die Ploiester Juden entschlossen, sich das Rindfleisch aus Bukarest zu verschaffen.“ Bezeichnend ist es, dass auch in dieser wichtigen Kulturfrage die Rumänen nicht hinter den andern Kulturvölkern zurückbleiben wollen. Das ist auch wichtiger ats der entsetzliehen Tier- und Menschenschindern Einhalt zu tun. die überall in Moldau und Waliachei an der Tagesordnung sind. Leipzig. Der jugendliche Lustmörder Grabich, Sohn eines angesehenen Leipziger Optikers, weicher die 8jährige Jüdin Klein erdrosselte, den Leichnam zerstückelte und in eine Kiste packte, ist dem ״Leip. Tagebl." zufolge als gemeingefam* lieber Irrer dauernd in der Irrenanstalt interniert. Trauernd stehen die Antisemiten bei diesem Fall. Wäre der Mörder ein Jude und die Ermordete eine Christin gewesen, so hätten sie noch einen weiteren ״Ritualmord“ gehabt, sf In Wien ist unter andern der bekannte jüdische Gelehrte Dr. Max Grunwald in Hamburg zum Ocnicinderabbiner gewählt worden. Wir beglückwünschen die Wiener Jüdische Gemeinde zu dieser Wahl. Grunwald wird •sicher ein so reiches Feld der Tätigkeit nicht betreten, ohne sich an de! .Arbeit für die nationale Regeneration des jüdischen Stammes zu beteiligen. Wir wünschen ihm von Herzen Glück! Wie Titus hält die russische Regierung daran fest: ״Judengeld stinkt nicht!“ Auf grund von Berichten der österreichisch-ungariscben Botschaft und des General-Konsulates in St. Petersburg teilt das Handelsministerium der Prager Handels- und Gewerbekammer in Angelegenheit der Behandlung von Handelsreisenden in Russland mit, dass Handelsreisende dem Gesetze nach gehajteu sind, die Differenz der Gebühren nachzuzahlen, wenn sie aus einem Orte mit minderer Gebuht kommend, in einem solchen mit höherer Gebühr eintreffen. Hinsichtlich der Besteuerung von Handelsreisenden jüdischer Konfession Hat der'Scktionschcf der vierten Sektion der Hat! dclsabteilung des kais. russischen Finanzministeriums dem k. »md k. Generalkonsulate in St.. Petersburg .scl1nHlicl1.bestätigt, dass dieselben, ob Sie nun Jüdische oder christliche Häuser vertreten, in allen Fällen einen Firrncn-Handelsscheiir. um 500 Rubel zu lösen haben, nachdem dies durch das Geset? genau bestimmt sei. Hinsichtlich der Frage, ob ein christlicher Reisender, weicher ein jüdisches Haus vertritt, 500 oder 150 Rubel für den Firmenschein zu zahlen habt, bestehen, wie der Sektionschef mfmdich erklärte, keine präzisen gesetzlichen Bestimmungen. In der Praxis werde!edoch seitens der Behörden, welche die Firmenscheinc ausgeben, von Reisenden christlicher Konfession, welche Firmen mit ausgesprochen jüdischen Namen vertreten, immer die Zahlung von 500 Rubel gefordert, weil eben der Schein fu! die Firma gelüst werde. Ist der Reisende mit dieser For• dtrung nicht einverstanden, so habe er zu beweisen, dass seine Firma christlicher Konfession sei. Nach talmudischcn« Gesetze ״hammnzi mehabbero alaw ha-raja“ wür's anders. Selbst die Unterdrückten tmfcrcl •ficken noch die Juden. In Hclsingfors in Fiulaud hat der Vorsteher der Jüdischen (jeincinde Klage darüber erhoben, dass cs Jen Juden in Heising• iors untersagt worden ist, Tiere nach dem mosaischen Gesetz zu schlachten. In der Klage wird hervorgehoben, dass die Juden auf Grund ihres Glaubens in keinem Punkte von den Vorschriften ihrer Religion über die Art, Tiere zu töten, ab• weichen dürfen. Jedenfalls ist es bezeichnend, dass die Fi!!•!ander überall über die Vergewaltigung ihrer Rechte durch die Russen jammern, und selbst keine Gelegenheit vorübergehen lassen, die Juden zu schinden. Honorarfrcler Unterricht in der spanischen, italienischen, französischen und englischen Sprache, sowie in den Handelsfächern wird vom Rcfornibildungsyercin, e. V., in Hamburg 30 veranstaltet. Diejenigen, welche nicht an den Lehrkursen ln Hamburg tcilnehmen können, erhalten brieflichen U11• t er rieh t und hierzu die erforderlichen Lehrmittel kostenfrei geliefert. i;s können sich auch mehrere Teilnehmer zu eine! Ortsgruppe vereinigen. Für diese stellt der Vorstand geeignete Lehrer auf Vereinskosten an. Diese günstige Gelegenheit soll allen lernbegierigen Damen und Herren ohne Unterschied des Standes zugute kommen, die sich baldigst beim Vorstand des Reiormbiidungsvereins in Hamburg 30 durch Postkarte an• melden. Alle Postsendungen sind zu r i c 111 e n . Au den Rcformbildunßs verein (c. V.) z. H. des Herrn C. E c k 11 o i f, ־ Hamburg 30, M a n s t c i n strassc 17־. Persönliches. Am 19. April starb hier in Berlin Frau Bertha Boschwitz, geb. W c y 1. Unsern lieben Gesinnungs- ' genossen, den Söhnen der Verstorbenen, sprechen wir auch im Namen vieler Gesinnungsfreunde unser warmes Mitgefühl aus. Die Beerdigung fand an! Dienstag, dem 21. April, auf den« Friedhöfe der jüdischen Gemeinde Adass-Jisroel in Weisscnsct statt. Nationalfond. Alfred W o I i f, stud. phil., Thorn. 1,— Mk. Sal. Karlen, Königsberg.. 3,— ״ Wehte. K o w n c r - S a s o w s k i, Königsberg . . —,50 . ״ Sarnburski, Königsberg.-•,50 ״ (L.) Die in Nummer 15^16 aus Kopenhagen quittierte Summe betrug nicht 4 Mark sondern 4 Kronen. * Goldene Buch. Zur Eintragung eines Zionisten ins Goldene Buch (soll separat gesammelt werden) . . —,50 Mk. Desselben wie in No. 15/16. Natlonalbibliothck. L. L., Gleiwitz.—,30 Mk. r יו' י״י׳יי ייי,« י' י׳ יי'׳',«') ־׳׳ \l& V K 'S 1 ״* i 1 * K & * 1. r # I «I t.» t *וי w לי די P» n r» r* r«ויו rt r-, r« r* *ד r* י.׳ « r* •י n - A ,* A;A « ־a A * - * A A A.׳A A V; A Ayi, ,1. AA v*« A A AA A A A A £4 A J A J A נ< ׳־ ני ני נ< % ----- - - - - י ־ V« %0 * % *־? *i Briefkasten der Redaktion, f: 1!! 'ין V י,׳ ין׳ י1׳ יו* יו׳ י,׳ »A ׳ י,׳A i , 1,, 1 1 1 11 ( 1! 1 ן v Fräulein Rosa Pomcraiiz wird höflichst gebeten, ihre jetzige Adresse freundiiehst an die Redaktion gelangen lassen zu wollen. Verantwortlicher ßodaktoar: Dr. fie in r io h Lo e w0, Berlin NW. 40, Lehrterstr. 11/15. Verlag JUdm-m« Uuudschaj, B.U; m. b. H Berlin 0. 22. Anguststr. 49a. Druck: F. Lenz & Comp., G. m. b. II. Berlin O. 27. llolziufiktstr. 4. ׳*** .יי־ ► ' ’ יייV יון ־•; »* %t f"

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