Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1903)
- Date
- 1903-04-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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IW %"י Ä. Seite 158. «Jiicliselie ]RunclBcliau No. 17. jetzigen Form der energische Versuch gemacht worden, die Kräfte aller zionistischen Akademiker zu gedeihlicher Arbeit im Zionismus heranzuziehen. Ueber das, was geleistet worden ist, hat der Semesterbericht des vergangenen Winters Auskunft gegeben; Die Arbeit ist eine aussichtsreiche. Vollständig eingerichtet wurden die Abteilung für Palästinakundc und Volkswirtschaft, die Schulgruppe und die Propaganda• gruppe. Am Ende des Semesters bildete sich noch eine Abteilung zum Studium der Lebensverhfiltnisse der Juden. Inzwischen haben wir zugelernt. Was verfehlt war, wird aufgegeben werden, was schief, ungeschickt, unpraktisch eingerichtet war, hat sich durch Misserfolge gerächt und wird vermieden werden. Die tüchtigen Ansätze sollen ausgebaut und vervollständigt werden. Was wollen wir? ׳׳ Wir wollen, dass der jüdische Akademiker imstande sei, die Stellung zu bewahren, die er im Beginn der zionistischen Bewegung innehatte. Mehr noch: Kr soll den erheblich gesteigerten Forderungen, die die wachsende Bewegung an ihn stellt, genügen können. Augenblicklich sind die zionistischen Akademiker, zumal der junge Nachwuchs, diesen Forderungen nicht gewachsen. Das zeigt ihre unverhültnismässige geringe Beteiligung an der zionistischen Arbeit und ihre Unklarheit in den wichtigsten praktischen und theoretischen Fragen des Zionismus. Unser Ziom'snius mu/ss wahr und tief und echt sein. Es gibt zu viele, die man ״gute Zionisten“ nennt, die aber mit ihrem Gefühlsleben zu wenig in unserer befreienden Idee wurzeln. Und es gibt zu viele, die lässig und langsam und ohne eigenes Urteil sich von der Bewegung mitschleppen la^en und sie dadurch hindern, anstatt sic zu fördern. Darum wollen wir zuvörderst das inrf:rc Verständnis, vor allem das politisch Verständnis für zionistische Fragen schärfen und entwickeln helfen. Jeder soll sich bemühen, sich c'm eigenes Urteil über die wichtigsten unserer Probleme zu bilden. Das ist Vertiefung im Zionismus. Sodann wollen wir die notwendigen Kenntnisse, die die Grundlage der Agitation bilden müssen und dem Einzelnen erst die Möglichkeit eines Uebcrblickes geben, durch Arbeits- Organisation auf dem bequemsten Wege zugänglich machen: Das Leben unseres Volkes, das Leben unserer Bewegung, das Leben unseres Landes, das sind die Grundsäulen, auf die sich jeder Zionist stützen muss. Je mehr eindringende Kenner, umsomehr beredte Verkü n d er wird der Zionismus haben. Die Agitation wird den grössten direkten und indirekten Nutzen von unserer Organisation haben. Bereits in der nächsten Woche wird ein ausführlicher Arbeitsplan der ,.Akademischen Gruppe“ für das Sommersemester erscheinen. Denn planmässig wollen wir arbeiten. Die jüdischen Akademiker, besonders die Studenten, deren Adresse sich geändert hat, werden ersucht, sich bei dem Unterzeichneten sofort zu melden, damit eine Einladung sie erreichen kann. __ I. A.: Elias Auerbach, cand. med., Lehrterstrasse 14/15. Erklärung. Die verschiedenen Anfragen, welche aus Anlass des von! י Gemeinvorstande bei Beginn der letzten Reprüseutantenver- Sammlung erhobenen Einspruchs an mich gerichtet worden sind, nötigen mich zu der Erklärung, dass ich an dieser Sitzung überhaupt nicht teilgenommen habe, weil ich zu derselben Zeit behufs Wahrnehmung einer wichtigen Rechtssache nach ausser* halb berufen worden war. Eine besondere Stellungnahme meinerseits zur Sache erübrigt sich, nachdem bereits meine Parteifreunde mit vollem Recht den Einspruch als eine unzu• lässige Einmischung in die internen Angelegenheiten der Reprfisentantenfarsammlung gekennzeichnet haben und. nachdem die Versammlung durch einstimmige Annahme des Protokolle* Ihn auch materiell als unbegründet anerkannt hat. Ich bc~ schränke midi deshalb nur noch darauf, zu konstatieren, 1. dass ich selbst über die Vorlage im Ausschuss III referiert und auf Zurückweisung derselben an den Gemeinde- Vorstand votiert habe, da ich es nicht als der Würde der Repräsentantenversanmilung entsprechend erachtete, dem Verlegcnlieitsbcschlusse des Gemeindevorstandes beizutreten und von einer .Neuwahl zweier Mitglieder in den Vorstand dei Altcrversorgun.gsanstalt anstelle der beiden ausgeschiedenen Mitglieder überhaupt Abstand zu nehmen, weil ja die verbleibende Anzahl von 10 Mitgliedern statutenmässig ausreicht; 2. dass der Ausschuss demnächst in Ucbereinstiminung mit mir beschlossen hat, die Zurückverweisung der Versammlung zu empfehlen und 3. dass ich selbst wiederum als Referent in der Plenar- Sitzung fungiert und demgemäss Bericht erstattet habe. Mir ist nichts davon bekannt, dass seitens der Vcrsammlung abweichende Vorschläge gemacht worden sind. Würde nun aber, seihst entgegen dem Wortlaut des Protokolls und entgegen der einstimmigen Erklärung der Versammlung, dei Vorsitzende p. t., der. wie ich bemerke, auch die Ausschuss- Sitzung leitete, nach Schluss der ziemlich langen und heftigen Debatte bei der von ihm vcranlassten Abstimmung den Be- Schluss des Ausschusses nicht wörtlich wiedergegeben, sondern die Fragestellung auf Ablehnung des Vorschlages des Gc• iiicindcvorstandes gerichtet haben, so ist er offensichtlich de! Meinung gewesen, dass wie es in Wirklichkeit auch der Fall ist, ein materieller Unterschied zwischen der Ablehnung de.s Vorschlages des Gemeindevorstandes und einer Ztiriiekver- Weisung der Vorlage an denselben nicht bestellt. Jedenfalls war cs meines Erachtens weder geboten, noch auch opportun, gerade diese minimale Differenz zum Gegenstände eines feierliehen Protestes zu machen, der unrichtig war und lediglich geeignet ist, die Gegensätze zu verschärfen und der, meiner festen Ueherzeugung nach, unter normalen Verhältnissen sicherlich unterblieben wäre. Dr. Ignaz Cohn, Rechtsanwalt. . fr l ׳1 L V * h i % Rundschau. ה׳? •x•? יל v????ילק???׳ •־ //’, 1־1 } י .I .•*. ן I | 1 I י I! י ג<-: ני-־: וני-) כ<-: r -\.♦ י,״ M t,* V י) ץ\י1 1 I ו § % c ' Ci 4S &•fr ־£ & Ctl י t,st י,״ %,» M V 4 . * % I ו % \ r « י' * Die Welt Ist Verludet, das ist kein Zweifel!. Direktoi 11. Zeller vom Statistischen Amt in Stuttgart schätzt die Summe aller Erdbewohner auf rund 1 5-H 510 000. Von diesen sind 53-1910 000 Christen. 10 860 000 Juden, 175 290 000 Mohammedaner und 823 •120 000 gehören anderen Religionsbekenntnissen ah, 300 Millionen sind Konfutsc-Anliänger, 211 Millionen Brahmancn, 121 Millionen Buddhisten. Auf je 1000 Mcn,scl1en kommen nach Zellers Statistik .3-16 Christen, 7 Juden, 11-1 Mohammedaner und 523 Angehörige anderer Religionen. Wenn auf 1000 Menschen je 7 Juden kommen, wieviel Rcsclioim kommen auf jeden Juden? Am Sonntag, dem 26. d. Mts. 12 Uhr mittags, findet in Berlin die Generalversammlung der Lehranstalt für die Wissenschalt des Judentums, Lindenstr. •IS—50 1, statt; zu derselben haben, soweit der Raum es gestattet, ausser den Herren von der Presse, auch alle diejenigen Zutritt, welche der Lehranstalt Interesse entgegenbringen. Die Frage des Schächtverbots auf dem städtischen Schlachthof zu Potsdam beschäftigte am Freitag abermals Ifuigcie Zeit die hiesige Stadtverordnetenversammlung, nachdem früher der Magistrat durch Beschluss der Versammlung ersucht war, die Schlachthofsordnung dahin abzuundern, dass das Schächten nicht mehr gestattet sei. Der Magistrat war diesem Beschluss bisher nicht nachgekonimen, well er zunächst erst eine Oberverwaltungsgerichtsentscheidung, die in gleicher Angelegenheit die Stadt Angerniimde betrifft, abwarteu will. Hiergegen wandte sich nun der Bauunternehmer Fuders, der beantragte, den Magistrat im Klagewege zur Ausfiihrung des Stadtverordnctenbesclilusses zu zwingen. Nach längerer Debatte, die diesmal leidenschaftslos geführt wurde, wurde mit 20 gegen 17 Stimmen ein Antrag des Justizrats Dr. Friedländer angenommen, die Sache bis zum 15. Juni t I i t j 1 t i J ■*!־׳ t.M'v yta ־:; k. •??.״,',־'ז י״׳”.' י* -־ ־... «־ ״ ־ *■י -