Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 15-16 (10.4.1903)
- Date
- 1903-04-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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V I * i /I Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich! ft« daroh dio Expodltlon: $ Organ aAt der ») In Berlin M. —,9a &) nach auswärts M 1,— cj für das Ausland M. 1,5a 1• lm Poatnbonnomont M. 1,25 •» bol Sammolbozug daroh dio Ortsgruppe M-,6a Poatxoltungslisto Ko. 8944. Inserate die Tiergespaltene Pcützelle 25 Pf. Inseratonbollagon 15 M. für No. I5\I6. Erscheint jeden!freitag•. BerIi™1T.' AprfTT9037~T3. Nissan 5S53. Adresse für Geldsendungen and Bestellungen: Vertag Sfldlsdte Rundsrturo. E. Q. m. b. H. ßertta Zit, flugusfsfrasse flr. 49a. Sprechstunden: t. 4—5 Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Heinrich Docwe, Berlin RW. 40, Lchricrstrcsse 14/15. Sprechstunden: MoaUg und Donnersag 4—4 Wr VIII. Jahrgang. *T.. * _ ־••־.<״T״:-.■■.-■ft-•-. \A. . ־־* ¥ ,1 ■ f. o>v < t •7׳ ז י• " : - \*. A VA *T, -J* V\ *»־•* *. ^*־׳H! N ‘? ׳ » I סי:״? <,l;C '.<V> Eine Vision von Israel Auerbach. e ~ v.v / ׳ .׳• .*־»׳־ er—V!< H f\ «. .'ף׳ r *־*• So wird’s geschelin, wenn einst der Ruf erklingt. Ein klirrend Niedcrseluncttern rost'ger Ketten, Stirnheben wie der sturmgeduckten Eichen, Ein Atmen wie nach tief geschlürftem Trunk. Und alles lauscht -- verzückt und bebend — lauscht. Die Erde selbst, ein froh Gespann, erhebt Und tragt ini Flug den Fuss der Wanderkinder: Die Sohlen regen sich und fühlen’s nicht. Die Glieder streben und ermatten nicht, Die Sonne und die Freude zeugen Schwingen. Dann aber lösen sich, vom Krampi entriegelt, Die stumme Lippe und die starren Fiissc, Und Jauchzen liebt und Wandern hebt sich an. Ein jeder, wo er stellt, ruft nach und schreitet, Und alles eine Stimme und ein Gang. Die Pforte springt; die Tore oiuf Erstürmen, Die Mauern klaffen auf, und durch die Bresche, Wie unter Siegesbögen der Triumphator, Zieht aus ein Volk. Wenn einst der Ruf erklingt. S o wird's geschelin: Dem stockt der Pflug im Anger, Dem sinkt der Hammer aus geschwungner Hand, ־ Dem lähmt itn Schwanken sich die emsige Wage — — Auf! Giirte dich und zieh! — _״ Von Osten flammt’s. Ein Leuchten wie an nie gewesnem Tag, ln Fernen wie von nie gewesenem Glanz. Die Wälder singen. Ströme locken gleissend, Die Berge schmiegen sich ■wie Maulwurfshügel. Ist das ein Wandern! Alle Höh’n wallt nieder Und alle Schluchten auf taucht Schar nach Scharen, Und tausend Piade suchen eine Balm. Ist das ein Volk! Wie Aug* und Auge glühen In Wonne und in Liebe! Arm und Arm Fest, brüderlich um Bruderhals geschlungen, Ein Volk, ein Leib! Den Gräbern selbst Entreisst die Liebe ihre toten Brüder Und rafft sic mit zum Wandern, Wandern, Wandern. Es schwillt der Zug. Die Herzen schwellen trunken. Die Luft wogt schwer von Sang und Palmenschwang. Die Harfen schwirren. Jungfrau’11 schlingen Reigen, Und Kinder gehen -־׳- selig Hand an Hand. 1 Doch still! - Nun still, die Schuhe von den Füssen Was ist dem Volk? --hin stürzt es in den Staub, Und bebend kiisst’s den Boden; . , ״Heil die Heimat! Heil Heimat, Freiheit, Glück und Vaterland!“ Und wolkenauf durch Schwert- und Schilderklingen, Durch Harfenschwirren, Palmenneigen, Reigenschlingeii, Ein Jauchzen, Stammeln, Beten, Schluchzen: ״Heil!“ v: f״«י^יי/יייץיי^י״ייי *״ 1 1• 14