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Jüdische Rundschau · 1903-03-27 · Heft 13 (27.3.1903) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VIII (1903)
Issue
Heft 13 (27.3.1903)
Date
1903-03-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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X Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich ו 1• daroh dlo Expedition: l) In Berlin M. —,9a b) nach auswärts M 1,— c) für das Ausland M. 140. K* Im Postabonnomont M. 145 1• bot Snmmolbozug ■ daroh dlo Ortsgruppe M. —,60. Postzeitungsliste Ho. 3944. Inserate die triergespaltene Petitzeile 25 Pf. Insoratenbeilagen 15 M. Organ der für Ersclieint jede» Freita״. No. 13. Berlin. 27. März 1803. 28. Adar 5663. f 1 I Adresse für Geldsendungen and Bestellungen: Perlag Sfldlsdie Rundsdiau, E. 0 m. b. H. Berlin 6 22, Buguslstrosse Br. 49a. Sprechstunden! 5י~♦ •י Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Heinrich tiocwe, Berlin I1W. 40, hehrfersfrosse 14/15. Sprechstunden: Montag und Donnerstag 4—6 Ub" ***** VIII. Jahrgang. mm ״Zur Klärung.“ Friedrich Deiitzsciis Babel und Bibel (2. Vortrag) - ist in neuester Auflage, mit einem ״Zur Klärung“ betiteiteil .Vorwort versehen, erschienen. Die Ueberschrift ״Zur Klärung“ iiess seitens des Verfassers eine Zurück- Weisung der gegen diesen Vortrag erhobenen Einwändc, unter besonderer Berücksichtigung der gegen seinen Offenbarungsbegriff und seine Auffassung der Person. Jesu vom Kaiser vorgebrachten Einwürfe erwarten und zwar auf Grund des Nachweises eines Missverstandnisses seiner Ausführungen seitens der Gegner: Nicht so wollte und musste ich verstanden werden, sondern so. ״Zur Klärung” musste also eine neuerliche Darlegung von Deiitzsciis Standpunkt bringen in Sachen Babel-Bibel und dessen, was im Laufe der Zeit von ihm und anderen damit in Zusammenhang gebracht wurde. Das tut aber ״Zur Klärung” nicht. Der etwas gewundene Gedankengang von ״Zur Klärung“ ist vielmehr folgender: Stücke wie Jes. 63, 1—6 und hundert andere, die unauslöschlichen Hasses gegen die Völker rings um Juda voll sind und ״die den ethischen Prophetismus Jsraels wohl gar in seiner Höhenlage repräsentieren”, können uns Kindern des 20. Jahrhunderts nach Christus, können den abendländischen und christlichen Völkern nicht als Religionsbuch zur Sittigung und zur Erbauung dienen. Nur aus Unkenntnis. Gleichgiltigkeit und Verblendung fahren wir fort, jenen altisraelitischen Orakeln einen Offenbarungscharakter zuzuerkennen. Statt dessen sollten wir uns ״mit Dank bewundernd in das Walten Gottes in unserem eigenen Volke von der germanischen Urzeit her bis auf diesen Tag versenken.“ Immer banger wird dem Verfasser bei Jahve, der die Völker mit seinem unersättlichen Zornesschwert hinschlachtet, und nur Ein; Lieblingskind hat. Delitzsch nimmt Ihm gegenüber seine Zuflucht zu dem Gott, zu welchem erst Jesus beten gelehrt hat, dem Gott, der ein liebender und gerechter Vater ist über alle Menschen auf Erden. ״Zur Klärung“ verschiebt also die ursprünglichen Streitgrenzen, ja verlässt die Kampfplätze von ehedem — kulturelle Abhängigkeit der Bibel von Babel, Fassung des Ofienbarungsbegriffes usw. — auf weichen Delitzsch hohe und orthodoxe Gegner aller Konfessionen hart bej drängten, ganz und gar und verlegt den Kampf auf ein t altbewährtes Schlachtfeld, auf welchem bereits in den Religionsdisputationen des Mittelalters die christlichen Herren kraft ihrer vis major stets Sieger über die Juden blieben und auf dem Delitzsch, wenn er es von Anfang an betreten hätte, unendlich viel mehr Verständnis und Gegenliebe gefunden hätte, als auf den Trümmern Babeis — ich meine die These von der Minderwertigkeit des Judentums und — implicfte — der Juden. Vor der Parole: Los vom Alten Testament und hin zum Neuen, verstummt auch heute in heiliger Andacht aller Kampi und wird Friede. Man fragt: Was ist nun mit ״Zur Klärung“ in der Babel-Bibclsache , anders geworden? — Dies eine, dass Delitzsch, indem er das Judentum zum Blitzableiter oder richtiger zum Prügelknaben In seiner litterarischen Fehde macht, wieder die Ruhe bekommen wird, die der von Natur friedfertige, keineswegs streitbare Gelehrte braucht und sucht. Aber diese neuerliche Friedenstaktik muss jedem weh tun, der auch weiterhin gerne mit ihm gegangen wäre gegen jene Strömung, die die Resultate wissenschaftlicher Forschung in die Studierstuben der Facbgcnossen eingepfercht wissen will, und der als langjähriger Schüler der festen Ueberzeugung ist, das Friedrich Delitzsch — wie wenig andere in Deutschland ganz genau weiss, dass Jes. 63, 1—6 durchaus nicht den ethischen Prophetismus Israels ״in seiner Höhenlage“ repräsentieren, dass vielmehr seine ״Klärungen“ eben auch nur als ״aus bestimmten Zeitverhäitnissen herausgeborene Ergüsse" verständlich sind. M. S. Jüdische Vornamen. Von Conrad M a r c u s(-Hannover). Die Zeit ist vorüber, wo wir Berliner Studenten waren und Herzl und Nordau zuiubelten. Wir sind alle den Weg ins Philisterland gegangen; viele von uns sind verlobt, einige verheiratet. Die nationale Bewegung tritt fetzt in eine weitere Epoche: in die zweite Generation. Unsere Bräute und Frauen sind durchweg selbstbewusste Jüdinnen aus gesetzestreuen Familien und schämen sich un 5er nicht, wenn wir in die hochdeutsche Rede, hin und wieder ein jüdisches Wort elnfliessen lassen. Wir haben unser Tugendideal erreicht: uns selbst geistig regeneriert und die Möglichkeit zur Regeneration

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