Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1903)
- Date
- 1903-03-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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־£'#« י" ׳ 40«*4%» Mt ןj «* ^»0 -%V $. JyX»A» .י¬ י!; JUdiMelie Rundschau._־_ Ko. *°• :־ .Dass beim Gebalt des Staatssekretärs in den Reichstags- Verhandlungen der Zentrumsabgeorducte Schwarze die Juden behandelte, ״als ob er zu den gealchten Antisemiten gehöre“, konstatiert die ״Kreuzzeitung“ mit grosser Befriedigung. Gute Deutsche zu bleiben, empfahl Prof. Strack den Juden, ..die das Stiftungsfest des Akademischen Vereins für Jüdische Geschichte und Litteratur feierten. Er führte unter anderm etwa aus: Es gibt gegenwärtig wohl anderthalbhundcrt Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur, sie schaffen manches Gute, verbreiten gewisse Kenntnisse und wirken gewissen Vorurteilen entgegen; was aber zu einem endgültigen Siege der Wahrheit erforderlich ist, ein wissenschaftliches Erkennen, dazu gehört ein akademisches Studium. Wenige Littcraturcn sind in wissenschaftlicher Hinsicht so vernachlässigt worden wie die jüdische. So lange es keine guten Ausgaben der Litteraturerzeugnisse gibt, ist ein wissenschaftliches Studium der Literaturgeschichte unmöglich. Jeden Gegenstand, den man ernstlich criorscbt. gewinnt man lieb. Das Licbgcwinnen eines Gegenstandes trägt aber auch dazu bei, dass man wissenschaftlich objektiv über andere zu urteilen lernt. So wird die Beschäftigung mit jüdischer Geschichte und Litteratur in den Vcrcinsmitgliedcm Liebe erwecken für die eigene Geschichte und Litteratur, aber auch Verständnis dafür, Milde und Gerechtigkeit zu üben gegenüber anderen Anschauungen und Gepflogenheiten. Ans dem Kaiserhoch habe icli ersehen, dass Sic. obwohl Sie die eigene Geschichte hochhalten, auch zugleich gute Deutsche bleiben wollen. Je mehr Sie sich bemühen, gute Deutsche zu sein, zu werden und zu bleiben, um so mehr werden Sie dazu beitragen, dass in unserem Vaterlande der leider vielfach gestörte Friede zwischen den verschicdcnen Religionsgemeinschaften wieder hergestellt werde. Wir müssen bei der Verehrung, die wir Herrn Prof. Strack eiitgcgeubriiigen, es entschieden bedauern, dass er die Juden so wenig kennt, dass er es für nötig erachtet, uns zu ermahnen gute Deutsche zu sein. Wir haben uns keinen Augenblick in unsem Pflichten ais Bürger beirren lassen, trotz der Hetze, die gegen uns nun schon wieder einige Jahrzehnte währt. Freilich muss man deutsche Nation und deutsches Volk zu unterscheiden wissen. Noch eine weitere Stiftung von SO 000 Mk. ist aus dem Nachlasse der verstorbenen Baronin v. Cohn-Oppenheim der Stadt Dessau zugefallen. Ausserdem betragen die der Stadt # und der israelitischen Kultusgemcinde überwiesenen Vermacht- *nissc nicht je 3, sondern ungefähr je 4Vi Millionen Mark. Dem ״Boten aus dem Ricsengebirgc“ wird aus Warschau berichtet: ״Da in letzter Zeit mehrere jüdische Zeitungen im Jargon aufgetaucht sind, welche für den Zionismus Propaganda machen, so hat, wie der amtliche ״Wraschauer Dnewnik“ berichtet, einer der angesehensten Zadiks den Chassiden verboten, diese Zeitschriften zu lesen, und ihnen angetragen, eines der am meisten verbreiteten Blätter in polnischer Sprache zu abonnieren, weil dieses Blatt begonnen hat, Artikel gegen den Zionismus zu bringen. Zu gleicher Zeit haben sich unter den Chassiden mehrere Kreise gebildet, weiche den Zweck verfolgen, Propaganda für das Chassidentum zu machen und den Kampf sowohl gegen die Zionisten als auch gegen die Assimilationspartci aufzunchmen.“ Wir nehmen mit aller Reserve von dieser Meldung Kenntnis. Der wildgewordene Dichter Rudyard Kipling hat es sich wohl nie träumen lassen, dass er noch einmal zu den Juden gerechnet w'ürde. Wir haben auch früher, als er noch in der ״Kreuzzeitung“ und ihr nahe stehenden Blättern infolge eines von oben her wehenden Windes als ein Dichter von Gottes Gnaden galt, keinen grossen Gefallen an seinen Dichtungen finden können. Wir wrerden uns jetzt wohl mit ihnen befreunden müssen, da ihn die Zeitung mit dem grossen Kreuz an der Stirn zum Juden erdichtet. Sinds auch Lügen, sind cs doch wenigstens fromme Lügen! Am 5. März begeht unser verehrter Gesinnungsgenosse Gostynski das Fest der silbernen Hochzeit. Herr G. ist der Begründer des Schönebergcr Religiorisvcrctns und der Begründer einer jüdischen Retigionsschule. Er hat die Interessen des Judentums energisch und planvoll in diesem von der Berliner Hauptgemeinde arg vernachlässigten Vorort vertreten und sich für die Verbreitung und Verteidigung des Zionismus ■ ins Zeug gelegt. Wir entbieten Ihm unsere herzlichsten Glückwünsche. Nationalfond, Gesammelt im Cafö Multiplex in Köln für ein Gesangstück des Herrn Julius Fröhlich durch Samuel Goldreich Bruno Tannenwald -Kiel . . . . Schachspiel bei Mosie -Königsberg i. Pr. B. M. im Bar-Koch ba W. W e i ge r t-München (3. 2. 03 nachträglich) Zu Chajim Ahrons Geburtstag von G. Str. Pr. E d e i s t e i 11, Bonn, gesammelt auf der Hochzeit von Frl. Goldschniidt -Bonn mit Herrn Meyer- Sclnvclm.. Sammlung Siechert Wolff, Frankfurt a. Oder Einige D a n z i g e r Zionisten . Hell. W o z in a 11 s 7. i - Iilowo durch Frl. Mirjam Nachmanso 11 n (3 Mk.) .... J. Aucrbac 11-Neustadt a. W. anstatt Telegramm zur Jubelfeier des Mänricrwoliltätigkcit-Vercins T r e p t o w a. Rega. 1,15 2,- 3,05 0,60 2,50 0,50 Mk. 99 9f 99 »♦ *t 30,— 13,- 17,10 3,- 0,50 ff ff ♦*י, 73,40 Mk. ף״? t»־1 r־r י.׳ % 9 יי*ו•p וי*ו t־r* f• r J4 all w« i \ Briefkasten der Redaktion. H t, , ־־,'״ vי•־׳ י•'י,'׳*׳ יד ״'״ייי*י י־״ י W «f hä **« im* bJ W* י •M י.f י ׳ f A י # 1 f.s v י " I י *. * «v t יי fA r,+ r,% r,% »,* 2 ׳mg %g U |»4 * ׳־% ÜjJ l'J'■ * 2J B. Frankfurt, R. Charlottenburg und anderen: Wir wissen nicht, ob der freisinnige Reiclitagskamlidat für C h a r 1 o t ־ tenburg. Dr. Bern,stein und der nationaliiberale für F rankfurt a. d. Oder, G e 11.-R a t Sclivabac h gctaufte Juden sind. Sie werden sich anderweitig informieren müssen. Dass wir, ohne jede Rücksicht auf politische Partei- Zugehörigkeit, es für eine Charakterlosigkeit ohnegleichen halten, wenn ein Jude einen getauften Juden wählt, ist selbstverständlich. Es wäre unseres Erachtens Pflicht des Zentral- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, mit dex betreuenden politischen Parteien gegebenenfalls zu verhandeln und auf die Juden im oben angedeuteten Sinne erzieherisch einzuw'irkcn. Wenden Sie sich an den Vorsitzenden Rechtsamvalt Dr. Maximilian Honvitz, Berlin. sfonsermte OEK *וין,*" Kleine Mitteilungen. *BSE3SHSBS3E CE® Der Jüdische Frauen- und Jungfrauen-Wohltätigkeitsverein ״Mathilde Caro“ feiert am Sonntag, dem 8. März, abends Svl• Uhr, in den Residenzfestsälen, Landsbergerstrassc 31, sei* 11. Stiftungsfest. Die konstituierende Versammlung zur. Gründung eines Synagogenvereins für die Gegend der Lindenstrasse findet am Sonntag, dem 8. März •41־-׳ Uhr nachmittags bei Baumann, Friedrichstrassc 58 I statt. Zu dem am Sonntag, dem 15. März 1903, abends 8 Uhr im Hotel Prinz Albrecht, Prinz Älbrechtstr. 9 stattflndenden Purim-Kostümfeste der Berliner Zionistischen Vereinigung und der Jüdischnationalen Frauenvereinigung sind noch Billets ä 1 M. und Familienkarten ä 3 M. in der Expedition der Jüdischen Rundschau, Auguststr. 49a, zu haben. Verantwortlicher Redakteur :Dr.lioinr ichLoe w ».Berlin NW. 40, Lehrterstr. 14/15. Verlag Jüdische Rundschau, R G; m. b. H.' ־ Berlin C. 22. Auguststr. 49a. Druck: F. Lenz & Comp., G. m. b. H. B«!!m O. 27, Holzmarktatr. 4.