Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1903)
- Date
- 1903-02-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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gWflfiMNI «PffüMt I fw. ן י Abonnemcntspreis ״ (Zusendung (nbegri(ftn) Vierteljährlich! f. daroh dio Expedition! . a) in Berlin M. —,9a •. b) nach auswärts M l,— ‘ ־•• c) für das Ausland M. 1,5a *• lm Postaboonomont M 1,25 bol Sammelbezug dureh di© Ortsgrappo M. —,60. Po«txoltungsllsto No. 3044. Insor/ito die Tiergespaltene Petitzeile 25 Pf. InaoratenbeUagen 15 M.? I & :Organ der Frselieinfc jede». Freitag. f Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag Sfidlsdie Rundsdiaa, E. a m. b. H. Berlin 6 22, Hupststrasse llr. 49 a. Sprechstunden: t. 4—5 Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Heinrich hoewe, Berlin BW. 40, Lehrterstrasse 14/15. Spredjstunden: Montag und Donnerstag 4—6 II1*־ 'S I - So. 6. Berlin. 6. Februar 1903. —iiimwiwuri 11 n101־| niii—niifliiirn ׳1 ויחיוm 1> mnn 1־n>r,!! r-mirauBi!»! a rrr» ׳■ m!1 ■nWif—■ו^.ו ■< Hexenglaube und Judenrasse. Eine Erwiderung von Dr. Max Besser. Die mit H. C. gezeichnete Entgegnung, die meinem Artikel ״Zur jüdischen Rassenfrage“ augenscheinlich nicht von gegnerischer Seite, sondern aus dem jüdischnationalen Lager zuteil wurde, veranlasst mich, zu einer nochmaligen Darlegung meines Standpunktes. Nicht dem Rassensport chauvinistischer Schreier habe icli das Wort reden wollen. Mir lag daran, folgende Dinge festzustcllen: 1. Dass die anthropologische Wissenschaft, deren Vertreter sich nun doch einmal mit ״naturwissenschaft- ‘ liehen Studien“ im allgemeinen wie mit der Rassenfrage ’ im besonderen beschäftigen, keine Rücksicht auf missfcräuchliche Anwendung ihrer Resultate durch Antisemiten nehmen kann, und dass das Hineintragen apologc* lischer Tendenzen von jüdischer Seite unstatthaft ist; 2. dass wir Juden als eine durch anthropologische Merkmale scharf charakterisierte und von unserer Umgebung gesonderte Klasse von Menschen erscheinen. Es ist gleiehgiltig, ob wir dafür eine Bezeichnung wjc Rasse, Typus, Varietät u. s. w. wählen. Die Sache selbst; die von allen wohl begriffen wird und ebenso ‘ real ist Wie eine Erscheinungsform der Elektrizität, kann nicht bestritten werden; der Name, bezüglich dessen keine Einigkeit herrscht, ist etwas Nebensächliches. Es kann mir wohl erspart bleiben, an banalen Beispielen des täglichen Lebens die Existenz eines jüdischen Typus; «tarzutun; vielleicht dürfte in dieser Hinsicht die Lektüre •des Heiratsannoncenteilcs. gewisser Blätter belehrend wirken. |• Der Fehler In der Beweisführung des Herrn H. C. | liegt darin, dass für ihn der Begriff der Rasse nur in : unserem Bewusstsein lebt, aber nicht wirklich begriffen' I * sei. Der Unterschied zwischen Europäern und Negern 1■.׳־ sollte uns begrifflich so wenig klar sein, die anthropologische Unterscheidung zwischen Buschmännern, U- Eskimos, Australiern u. s. w. so wenig Realität besitzen, .'dass wir diese;Dinge in. eine Parallele zu den mittel- 7*alterlichen Hexenvorstellungen bringen sollten? Wenn! £ Virciiow z. B. den germanischen Typus als durch Doli-? ::־',^choceplialie. Orthognathie, grosse Statur, blondes Haar, , V . . . . ' I. . * Y, » * •■•'** ■ . , *. * 9. Sciiebat 5663. VIII. Jahrgang. biaue Augen und helle Haut mit rosiger Färbung des Gesichtes charakterisiert hinstellt und davon spricht, dass der Kern der friesischen Stämme noch jetzt diese Merkmale bewahrt hat, so kann hier der Vorwurf des Mangels an ״berufsmässigem Verständnis“ wohl kaum erhoben werden. Die Schwierigkeit einer Wissenschaftliehen Systematisierung der Rassen habe ich selbst betont, die Dinge selbst aber sind vorhanden; Sache der Wissenschaft ist es, eine Formel für sie zu finden. Das Verhältnis von Rasse und Nationalität hatte ich nicht berührt. Die Entgegnung nötigt mich, das Vcrsäumte kurz nachznholen. Sehe icli von der missverstündlichen Aufiassung ab, die in der Nationalität nur einen Zusammenschluss von Menschen durch ein Staatliebes Gebilde sieht, so muss ich zwischen Nationalität und Rasse, wiewohl ich sie nicht für identisch erklären kann, doch einen Zusammenhang annehmen. Für die Zugehörigkeit zu einer nationalen Gemeinschaft ist natürlich der Wille die notwendige Voraussetzung, aber zu ihm muss das Moment der Biuts- und Stanunesverwandtschaft hinzutreten, wenn ich zu einem Verständnis für den Begriff der Nationalität gelangen will. Mit Recht hat der gesunde Instinkt der Nationalfuden die ״Glaubensgenossen" in ״Stainmesgenossen“ umgewandclt. ־ ׳ .- ״ . * ' ‘ t ■, , 4 * . fc Anregungen zum Arbeitsprogramm [der deutschen Ortsgruppen. (Mitgeteilt vom Distriktsbüreau Mannheim.) In den meisten Gruppen wird es Jedenfalls schmerzlieh empfunden, dass unsere ganze Propagandatätigkeit, die sieh in der Veranstaltung von Vorträgen und Diskussionen über Zweck und Ziel des Zionismus erschöpft, nicht den Erfolg hat, der erwartet werden sollte. Wohl werden nach jedem dieser Vorträge einige Mitglieder für die Ortsgruppe gewonnen; aber wie oft nur für die Ortsgruppe, nicht für den Zionismus. Der jüdische Bürger hat eben im harten Gewerbeleben׳ meist die Fälligkeit eingebüsst, sich für reine Ideale zu begeistern. ל *•«# f-ptft ***»י׳יי׳ו«©■*■^׳/ .<׳■ "«»»»«ו*! *r** 3T “•׳>r