Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1903)
- Date
- 1903-01-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2651289-2651295--00178-2656951- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
. 40. «TUdisclie Hundsolmu. , tfo. &' *-,#י** Boden, der nur in Erbpacht und nur nach der Grösse der Ar•; beltskrafi vergeben Wird, verbürgt den Dauererfolg dieser, die strengsten Forderungen moderner Wissenschaft mft alten gestählten. Idealen verbindenden Bewegung.“ Stürmischer Beifall folgte diesen Ausführungen. Dr. Oppenheimer ist unsern Lesern als ein hervorragender Nationalökonom bekannt. Weniger dürfte es aber bekannt sein, dass er der Sohn des Predigers Dr. Oppenheimer von der Reformgemeinde in der Johannisstrassc ist. Was er über Bodenreform im Zionismus sagte, trifft die Sache auf den Kopf, und wir halten es für . unsere Pflicht, demnächst für einen Teil unserer Leser, denen diese Gedankenkreise noch nicht genügend geläufig sind, eilten entsprechenden instruierenden Artikel zu bringen. *~r Petersbürg. Der Senat wird sich in seiner ersten Plenarsitzung auch mit der Frage beschäftigen, oh ein Jude, de/ nicht das Recht der Freizügigkeit besitzt, Städte betreten oder in ihnen eine Nacht zubringen darf, in denen er kein Wohnrecht besitzt. — Petersburg. Das Gesetz vom 25. Juni IS67, wonach jüdische nach vormaliger Rekrutierungsordnung ausgehobene Soldaten nach ihrer Dienstentlassung im ganzen Russischen Reiche wohnen dürfen, ist durch Ukas des Senats vom 3. (16.) X. 1902. dahin abgeändert worden, dass dies auf alle ehemaligen jüdischeu Soldaten zutreffen soll, die vor dem 16. Februar 1S7-1 ausgehoben worden sind. — Warschau. Bei der Aufführung des Dramas ״Das goldene Kalb“ im Polnisch-uramatischcn Theater, haben jüdische Gallcriehesucher gegen das Stück demonstriert. Die Polizei schritt ein und verhaftete 20 der Demonstranten. — Warschau. Im Königreich Polen sind aui Verfügung der Behörden mehrere Bethäuser geschlossen worden. — Witebsk. Auf Kosten der Kauficute. d. h. Wer der Juden, wurde eine Handelsschule eröffnet; in den Auinahmebestimmungen befand sielt einstweilen noch der Passus, dass Juden bis zum 50 pCt. aufgei.ommen und von chritlichen Schülern nicht beanspruchte Schülerstcllcn von jüdischen Schülern besetzt werden können. Diesen Passus hat der Minister in sein Gegenteil verwandelt und den Höchstprozent־ satz von Juden auf JO pCt. festgesetzt. Die Satzungen sind demgemäss geändert worden. Charkow. Die früher sehr reiche jüdische Gemeinde der sehr grossen, im höchsten Aufstreben begriffenen Stadt, musste es zu lassen, dass die Charkower Bodenkreditbank die aschkciiasischc Synagoge versteigern lässt, weil die Gemeinde nicht imstande ist. die Rate zur Tilgung seiner Schuld bei der Bank zu bezahlen. Da die Zahlung der fälligen 150 Rub. nicht zum festgesetzten Termin erfolgen konnte, so wird das Gotteshaus versteigert. Auch ein Beitrag zum Reichtum der Juden. — Madrid. Ein Depesche des ״Imparcial“ aus Tanger meldet, der Thronwerber stehe ganz in der Nähe von Fez. das Heer des Sultans versuche, ihn von der Flanke anzuzugreifen. Wer aber auch der Sieger bleiben wird, die Zeche müssen die Juden bezahlen. -* Marokko. Durch die Nachrichten, welche aus dem in allen Fugen krachenden Reiche kommen, zieht sich wie ein roter Faden die Mitteilung von einigen bereits erfolgten und anderen noch bevorstehenden Ausschreitungen gegen die dortigen Juden. Gerhard Ro'hlfs schätzt in der 1S73 erschienenen Beschreibung seiner ersten Reise durch Marokko die Zahl der rnarokkanisehen Juden', die nicht minder als die Christen unter dem rcligiösen Fanatismus der Marokkaner leiden, auf über 2׳X)000 Seelen. ״Vorzugsweise sieht man Gold- und Silberarbeiten in den Händen der Juden. Spangen, Fingerringe. Arm- und Fussbänder (die marokkanischen Frauen tragen oberhalb der Knöchel schwere silberne Ringe) werden fast ausschliesslich von den Juden hergestcllt. unter deren Leitung auch die Secca. di h. die Münze steht. Die auf dem Lande, so z. B. in der Draa-Oase lebenden Juden treiben Büchsenschmiederci, Blechschlägerci. Tischlerarbeit, Schneiderei und Schusterei. Rohlfs schreibt (S. 83): Ich habe jüdische Gemeinden des grossen Atlas und fast sämtliche jüdische Ortschaften der Draa- und Tafilet-Oascn besucht, aber immer gefunden, dass Sie sich auszciclmeten von der umgebenden mohammedanischberberischcti Bevölkerung. Ludwig Pietsch berichtet in seinem Buche (1878 bei F. A. Brockhaus erschienen) ״Marokko“ über die ״Jahfid“: ״Nicht nur dass sie gedrückt, gequält und w׳i!lkürlich ausgepresst w׳erdcn — auch die Pein kleinlichster Denrtitigung müssen sie über sich ergehen lassen.“ Als die kaiserlich deutsche Gesandtschaft im Frühjahr 1877 in Fez war, besuchte L. P. auch das Ghetto: ״Die kleinen Knaben und Mädchen eilten von allen Seiten heran, um uns trotz alles Widerstrebens die Hände zu küssen. Die Gesichter der Männer und Jünglinge, ihre spanischen Anreden drückten herzliche Freude, fast so etwas wie Dankbarkeit aus. Die . Frauen und Mädchen riefen uns Willkommen in spanischer Sprache, zu. Ueber die Gesichter, zumal der jöngern von Ihnen, ist das Geschenk der Schönheit wahrhaft verschwendorisch ausgeschüttet. Welche Feinheit des klaren weissen Teints, welcher stilvolle grosse reine Schnitt, und wieder wetche Lieblichkeit der Formen, und welche Augen In diesen Köpfen!“ Auch Robh’s sagt:1 ״Die Jüdinnen zeichnen sich . — - * ״ r ‘;״'s. m\* fי , , , י ’**־*% ׳ durch beizende Gesichtszüge aus, müssen dafür aber auch oft genug, sind sie in der Nähe eines Grossen, in .dessen Harem wandern.“ Professor Joest, der die Schule in Tctuan kürzlich besuchte, erzählt, dass auch die christl;chcn Kinder die von der jüdischen Gemeinde in Tetuan subventionierten beiJcu Schulen besuchen, l'cber die Schwierigkeiten des Unterrichts erzählte Ihm die Lehrerin Frau Irin Bchar: ..Denken Sie einmal, ich stosse beim Unterricht auf das Wort Wagen. Kein Kind hat aber jemals einen Wagen gesehen, denn es gibt keinen io Tctuan“. Nur am Hofe des Sultans soll cs in Fez einen Wagen gebeie Neben den jüdischen Elemejitaischulen bestehen auch an mehreren Orten Handwerker- und Ackcrbauschulcn der Alliance Israölite Universelle r.owi.* Handarbeitsschulea für Mädchen. Dem Madrider ״Hcraldo" wird aus MeÜlla gemeldet, dass die Juden von dem Präte.1denten zur Zahlung von 8000 Du ros Verurteilt Worten waren; sic sandten Delegierte, um Erlass der Strafe zu erlangen doch ist die Delegation bisher nicht zurückgekehrt. Sic wird woh! auch kaum jemals wieder gesehen werden. Man vermutet, dass sie ermordet worden ist. — Entrc-Ros (Argcntitiicn). Die Jcwish Colonisation Association (lea) hat hier für 50 000 Pesetas (rund 250tkX1 MkJ Land augekauit. -־ ■er Nationalfond. J. Sega II. Posen, anlässlich der Verlobung des Dr. Jeremias 1.50 Mk. — Erl. Lena H a r t m a n n. Pfennig־ Sammlung 0,75 Mk. - Durch Menachcm H o r o d i s c h gesammelt bei einem gemütlichen Zusammensein Von Zionisten und Gegnern bei Familie Moritz Majerowitsch •1.05 Mk. Gesammelt durch Dr. G o 1 d b c r g. Neuenahr-Berlin in Hamburg: Von Nathan Haskel 15.— Mk. Von Frau Amalie Haskel 1.— Mk. Aus der Sparbüchse des 3jährigen Sfdncy Haskel 5.— Mk. — Von den A. H. A. H. des V. J. St. Dr. ().. Dr. L. und Dr. U. 1,65 Mk. — N\ F r 1 c d b c r g. Celle. 3.~ Mk. — Frau Levinkind, Pctrusville (Kankelonic) 1,50 Mk. ־-- Sonstige kleinere Spenden, insgesann 1,15 Mk. — In Summa 31,30 Mk. — Hermann Streck in Berlin 2,- Mk.. — Gesammelt von K. K a i s e r-Bv■rliti 3.90 Mk. — O. G a b r i c!־Berlin am Todestage seiner Ma tter 5 Mk. — (L) In Samtcr gesammelt durch Dr. Jeremias in Posen, von B 0 r c 11 a r d t 1.50 Mk. * - A. K a I i s k i 1 Mk. — Her gas —.50 Mk. — H. HeimannsoUn 1,™ Mk. — R. Memelsdorf 1,— Mk. — Unger 1,50 Mk. — L. Wall 1,— Mk. — Jakob Berg 0.50 Mk. — L. Gold 0.50 Mk. — Mottck 1,— Mk. — Judas 1,-י Mk. — Gorz c t a tt c z y k I,— Mk. In Summa durch Dr. Jeremias 12 Mk. — Zionistische Versammlung in Bonn am 18. Januar 1903: 25,30 Mk. — Sammlung Direktor Lcvy in Köln: Alfred Wert her 1.20 Mk., M. Linz 1.S5 Mk., aus der R h c i n I a n d 1 0 g e im jüdischen Kegelklub ״H a r m o n i e“ 7.50 Mk., M y 20,— Mk. Die Gesamtsumme der in dieser Nummer quittierten Nationalfondgelder beträgt 116.35 Mk. Für die Jüdische Natlonnlblbliothek in Jerusalem. Von Joseph L 0 e w y in Gleittitz 1 Mk. e•* •*?״! r» *** n f*?״* r• #*►**■*<*־• r«* «*** ,m *• p* י* י * וי׳י n r* *־* n *וי +* ** •v*^§ J{\ ■v % ן m » i t ־#־? 1 *׳ 1!■ 1 1 ׳1־-? a 1 ti! * 1*1 1 י t ן ן «! 1< 1 וי :/ßl! U Briefkasten der Redaktion, h '?,..ן,־״? »־ T T Y TT? T T.T.T 5׳' V T.T T T T T V ׳!' T T T T 1׳' T? V V T T T T '1' '1' Y \yf A. ben M. Das Gedicht, das Sie uns mitgeschickt haben, ist so zarter Natur, dass man es sorgfältig vor Druck bewahren muss. S. in F., L. in K., R. in G., R. in M. u. a. Wir bitten dringend,, die Verciusbericlitc nicht ins Endlose zu dehnen! Gteiien Sic doch nur das Sachliche und Notwendige heraus und beschränken Sie die Berichte auf das Notwendigste. Zionsgruss. Verschiedene geehrte Abonnenten werden höflichst ersucht, die Abonnementsbeträge für das laufende Quartal nunmehr bis zum ersten Februar er. an . die endstehende Adresse zu senden, da wir sonst annelmien, dass die Erhebung dieser Beträge per Nachnahme gewünscht wird, was für die Abonnenten je 30 Pfennig Mehrkosten verursacht. Die Expedition der Jüdischen Rundschau,; Berlin C. 22, Auguststrasse 49 n. * “י * * ■י : * 1 •' י*'״*•‘ * ־?י.־*־- ,׳# ׳ ר;׳ ♦Ä’tii/