Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VIII (1903)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1903)
- Date
- 1903-01-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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ז««ן«ו״"«י*״ «»*s Seite 16 Jttdische Hundscliau. No. 2 der nur durch einiges Vorgehen der Dcutsqhcn für den deutschen Kandidaten Hilgendorff (kons.) behauptet werden konnte, beabsichtigt die Reformpartei, einen eigenen Kandidaten aufzustellcn. Dadurch wird Zwiespalt in die Reihen der deutschen Wähler getragen, wodurch der Sieg des Polen natürlich erleichtert wird.“ Nun am Ende werden doch Polen und Deutsche sich im Antisemitismus zusammenfinden, wie cs erst jetzt wieder bei den Stadtverordnetenwahlen in Lessen der Fall war. — Von der antisemitischen Kandidatur Zimmer* mann für Bautzeu-Kainenz will die Deutsche Tageszeitung nichts wissen. Sie hofft, dass, obwohl Zimmermann schon als Kandidat aufgestellt ist, der bisherige Abg. Gräfe wieder kandidieren wird. Auf diesen Kandidaten würden sich samtliehe ״Ordnuugsparteien“ voraussichtlich vereinigen, ״was bei einer Kandidatur des Herrn Zimmcrmann zweifellos nicht der Fall wäre.“ ־־־ Krakau. 24. Dez. Wie wenig ernst mau es in Oesterreich mit der Bekämpfung des Mädchenhandels meint, erhellt aus folgender Geschichte, die ״Pravo Lidu“ mitteilt: Vor einigen'Taget! fuhren in einem Zuge, der von Krakau nach Prag ging, etwa fünfzehn Mädchen im Alter von 15 bis IS Jahren, grösstenteils galizischc Jtidinnncn, die von einem gaiizischcn Juden begleitet waren. ־Die Mädchen erzählten auf Befragen, dass sie nach New-York fahren. Die Mitreisenden sprachen die Befürchtung ans, dass die Mädchen in Amerika an Bordelle verkauft werden würden, und diese Ansicht bestätigte auch ein Schaffner, der erklärte, dass jeden Tag eine Anzahl Mädchen mit diesem Zuge fährt, an manchen ׳lagen bis zu sechzig, ohne dass sich jemand darum kümmere. Einer von den Reisenden meldete das in Prag dem diensthabenden Polizeiinspektor, der jedoch erklärte, dass sich da nichts tun lasse, da inan leicht einen Missgriii begehe. Die Polizei wisse, jlavon, aber sic könne sich nicht helfen, wenn kein besonderer Anlass zum Einschreiten gegeben sei• Als der Reisende verlangte/ dass der Leiter des Poiizcikommissariats der Staatsbahn geholt werde, kam der Polizeikommissar Vyborny, der aber keine grosse Lust zeigte, einznschreiten, wieder mit der Begründung, dass er keinen Missgriff machen wolle. Schliesslieh ging er doch mit dem Anzeiger zum Zuge. Auf seine Frage, wohin sic reisen, gaben alle Amerika als Ziel ihrer Reise an, und ihr Führer sagte, sic seien ihm anvertraut, und er fahre deshalb mit ihnen. Die Mädchen hatten jede ihr Arbeitsbuch, aber keine konnte sich mit einem Pass weisen. Der Kommissar erklärte nun, es lasse sich nichts machen, höchstens, dass er nach Bodenbach telegraphiere, damit die Angelegenheit dort erledigt werde. Das ״Pravo Lidu“ fügt hinzu, dass täglich hunderte von Mädchen auf dem Wege über Prag verhandelt werden und dass die Polizei das ruhig dulde, ״um keinen Missgriff zu machen“, wo doch last jeden Tag in den Strassen von Prag ein PoHzistentibergrin verkomme. Allwöchentlich fahren etwa 200 Mädchen aus Galizien über Prag nach Leipzig, Dresden. Bremen und Hamburg, und alle werden sic durch lügenhafte Versprechungen hinausgclockt. Das ״Pravo Lidu“ verlangt, dass die Polizei den Mut, den sie sonst nur gegen Arbeiter zeigt, endlich auch gegen die Mädchcnhändler aufbringe. — Lemberg. (Antiscmitische Plünderungen). Aus Czcnstochau in Russisch-Polen wird gemeldet: Nach mehrtägiger Verhandlung wegen de! bekannten antisemitischen Exzesse in Czcnstochau. bei denen der Mob Häuser und Kaufläden der Juden plünderte und zerstörte, wurden von fünfutiUsicbzig Angeklagten sechs zu einjähriger Strafansiedlung, Umündzwan/ig zu acht Monaten und einer zu vier Monaten Gefängnis verurteilt und zugleich der bürgerlichen Rechte verlustig erklärt. Ueberdics wurden, ohile der Bürgerrechte verlustig zu werden, ein Angeklagter zu einem Jahre, zwölf Angeklagte zu vier Monaten, sechs zu zwei Monaten Gefängnis, zwei zu einmonatlicliem, drei zu ־ dreiwöchentlichem und zwei zu siebentägigem Arrest verur- Beschuldigten wurden freigesprochen. Den der Gerichtshof einen Schadenersatz im Rubeln zuerkannt. teilt. Die übrigen Beschädigten hat Betrage von 6700 z Nationalfond. Nachzutragen von den Hörern des Rabbinerseminars Blau, A. Levy, ungenannt zusammen 2,20 Mk• C. M a j c r o w i t s c 11 anlässlich der Geburt seines Sohnes Abraham 3,00 Mk. Dr. F e 1 s e 11111 a 1 - Mannheim anstatt Dankschreiben für Telegramme zur Hochzeitsfeier 19,95 Mk. Geburtstagsfeier von Frl. M. K a t z, Frankfurt am Main 5 Mk. Skatabcud bei Arthur Vulkan. Gross-Strchlitz 0,85 Mk. Dr. Braunberge r gesammelt auf der Cltauukahfeicr der Gruppe Hagenau i. Eis. 18,25 Mk. (L.) Lehrerin B. S c I i g m a n u, Eberbach a. N. aus dem Erlös von ״Chanukahlichte" 20 Mk. Der gesamte von Fri. Sdiginann eingesandte Betrag von 40 Mk. ist eine Chanukahgabc, erlöst aus 60—80 kleinen Heftchen ״Chanukahlichtlc“, 2 Geschichtchen für die Jugend von B. S. — Die unter dem 27. Oktober 1902 für den R ü 1 f f o n d eingegangenen 10 Mark sind eine Spende der Ortsgruppe Frankfurt am Main, (ln No- 44 Irrtümlich als von Ortsgruppe Mainz quittiert ) Bernhard N e u m a 11 n -Hannover, Chanukahkiudcrfeicr ehcmal. Religionsschiilerinnen 4,55 Mk. Dr. Sandle r-Berlin allmählich gesammelt 16,85 Mk. Frau Anna B a 11 o - Berlin, nicht angenommene Zinsen 6,60 Mk. J. Strauss - Regensbürg, gesammelt bei der Makkabäerfeier 3,00 Mk. Max Spier- Regensburg, gesammelt bei der Makkabäerfeier 3,00 Mk. L e v i n - Regensburg, verkaufte Karten 7,65 Mk. Zionistische Ortsgruppe Gross-Strchlitz 6,50 B. L o e w e n b c r g - Memel, gesammelt beim Vortrag Herrn D. Woitsoliu-Köln 1,40 Mk. Herr B. Loew enbe W01 pc - Wo l f so h n 0,50 Mk. Herr Ludwig May Prenzlau, Chanukahgewinn 4,00 Mk. Ungenannt 1 Mk. Eingesandt durch Dr. Gold b erg. Neuena 11 r -B e r 1 i n. Von Bertha G r o d z i n 1 Mk. Durch Felix Jacobsoll n 1 Mk. Zionistische Gesellschaft im Cafe Monopol 2,40 Mk. Verlorene Wette anlässlich Identifizierung eines russischen Juden ״deutscher Nationalität“ im Cafe Monopol. Frl. M e y c r o w׳ i t s c 11 I M., cand. ehern. J 11 c k c r 1 M., .N N. 0,20 Mk. Gcmiithlichcs Beisammensein am 2. Chanukahtag im Ratskeller: Broms- Marggrabowa 6 Mk. S. G.- Berlin 1,50 Mk. Max R o s e n 7 w e i g - Berlin 0.55 Mark. Kurt K a in i n s k y - Berlin 0.50 Mark. Dr. A. G. - Berlin 0.50 Mk. Emil R o s c 11 z w c ig -Breslau, anlässlich seiner Verlobung mit Frl. Rosa L ö w i - Insterburg. 6 Mk. Sonstige Spenden (darunter Alfred Löwi 0,20 Mark) 1,35 Mark. Zusammen 23 Mark. Mk. des r g - er- Für die rumänischen Juden. Von Dr. B r a u!1 b e / g e r auf der Chanukabfeicr Hagenau i. Eis. 1.27 Mk. Carl Ma je ro witsch anlässlich der Geburt seines Sohnes Abraham 3 M. (LJ Lehrerin B. S c 1 i g m a 1111. Eberbach a. N\ 12 Mk. von den Eberbacher jüdischen Schulkindern 8 Mk. 1 t״r י•**? r• m ך׳יז«•״ו יי־׳ין ר irx f— f »״י* 1« ׳ *׳״י. ד•?־r יייו י t*־ 4 k « % « k'j k׳W V # » S C , ’ ״־ t •I fl ' '0 %* m'0 *'« V׳# W V* Briefkasten der Redaktion. 3־ Mi 0 %. 0 % 0 * 0 % f IhJ tu iw* iU kU Jm't 0 *,־* %,0 « . fc» M k.4 ^4 . Verschiedene Mitarbeiter und die gesell. Schriftführer der zionistischen Ortsgruppen werden recht sehr gebeten, bei ihren Berichten stets nur eine Seite zu beschreiben und die Rückseite frei zu lassen. Ferner bitten wir. die Berichte mögliehst kurz und präzis zu fassen, dagegen über alle Vorgänge, besonders in der Propaganda uns gefl. Bericht zukommen zu lassen. Frankfurt a. O. und Leipzig. Bitte freund!, auf genügende Frankierung Ihrer Einsendungen achten zu wollen. Die Redaktion kann einer jüdischen Musiklchrerln eine Privatstunde nachweisen. Gefl• schriftliche Meldungen sind unter der Aufschrift ״Musiklehrerin“ an die Redaktion. Lehrter- Strasse I4-/15, zu richten. Wittenberg. Besten Dank für freundliche Einsendung. Acnderung sehr gern gemacht. Schreiben Sie nur recht oft für die ..Rundschau“. Zionsgruss. St. in K. Sie meinen wohl: E ng 1 ä u d c aufiallend häufigen Krankheitserschciiningen Rasse. 46 S. S°. Preis 60 Pi. Wien: J. L. hilferstrasse 140 w, 1902. Ausserdem wird Sie Jüdischen Rundschau in No. 46: ..Zur Pathologie der jüdischen Rasse“ interessieren. — Besten Dank ftir die Ausschnitte, die uns stets sehr willkommen sind. Wir erwarten den Artikel• Herzlichen Zionsgruss. Hcrntiann. Besten Dank für die Anregung. Wir sind selbstverständlich gern gewillt, unsere Gesinnungsgenossen darauf Uinzuwciseu. wie fruchtbringend zionistische Propaganda in Buchau am Fcdcrsce sein würde. Freund. Die Bureaus der ..W e 11“ sind wie die unsrigen am־ Sonnabend selbstverständlich geschlossen. L'ebrlgcns hätten Sie viel zu tun.’ wenn Sic sich um die *regnerische Ketzerriecherci kümmern wollten. Bisher haben immer noch die am meisten über Verletzung der jüdischen Gesetze geschrieen, die selbst am wenigsten davon halten. r. Martin: Die der jüdischen Pollack, Mariader Artikel der •»