Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1902)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1902)
- Date
- 1902-10-31
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die vierte Beilage zu Nummer 83 und 84 des Main- : zer ״Israelit" bringt unter der Ueberscliriit ״Die Chalu-? kah und Dr. Heinrich Loewc ‘ eine Erwiderung auf unsern Artikel: ״Ist es Frömmigkeit11 ans der Feder des Herrn D. Abrahams, der den Artikel als Mitglied des Kollegiums von Pekidim und Amarkaliin zu Amsterdam zeichnet. Der Artikel soll die berechtigten Angriiie, die wir gegen die falsche Verteilung von Arinengeldern riehtoten, zurückweisen. Er gibt in Wahrheit aber nur eine Geschichte der Regelung der deutsch-holländischen Chalukah in der dürftigsten Form. Es liegt mir fern, persönliehe Anzapfungen zu beantworten. Doch muss ich die wenigen sachlich scheinenden Angaben des Artikels, die unrichtig sind, entschieden zurückweisen. Es ist erstlich unwahr, dass ich gegen die Chalukah geschrieben habe. Ich habe mich, wie unsere Leser wohl wissen, nicht gegen die Sammlung und Verteilung der Chaluka gewendet, sondern lediglich dagegen, dass sie unter der Schutzmarke ״Für die Gesamtheit der palästinischen Armen“ gesammelt und abgerechnet wird, während die in Deutschland und Holland gesammelten Gelder, abgesehen von einem vertragsmässig an andere Gemeinden zu vergebenden Teile, weder der grossen Masse der Juden in den heiligen Städten überhaupt zuteil werden, noch an solche Personen zur Auszahlung gelangen, die ihrer bedürfen. Ich habe Namen und Summen genannt, und ich hätte erwarten sollen, dass Herr Abrahams erklärt hätte, es wäre auch nur eine einzige Zahl und ein einziger Name nicht korrekt Nichts von alledem. Er erzählt uns von den Verdiensten, die Goedeindc, Lehren und Prins um die Regelung der Chalukah gehabt und die ich nie bestritten habe. Aber er hat nicht widerlegt, dass wohlhabende Leute, die Ich mit Namen genannt habe, mit Jahresgehältern bedacht werden, die unverantwortlich sind. Er weiss so gut, wie ich, dass weit über vierzigtäusehd Juden In Jerusalem am Hungertuche nagcü, die keinen Anteil an diesen für die ״Gesamtheit der palästinischen, Armen“ ein* gehenden Geldern haben, während dlo«Mitglieder der deutsch-holländischen Gemeinde, wo alljährlich sogar jedem Säugling rund 180 Franken in die* Wiege fallen, in Jerusalem die wohlhabende jüdische Bourgoisic rdpräsentieren. Wenn Herr Abrahams es als einen so vorzüglichen Trumpf ausspielt, dass sich die deutschholländische Kolonie in sieben Jahren um ganze 16 Personen vermehrt habe, so hat er ausser Betracht gelassen, dass eine grössere Vermehrung bei den wenigen Familien, aus denen sie besteht, ausser dem Bereiche der physischen Möglichkeit liegt. Er hätte die ihm genau bekannte Seelenzahl der Kolonie anführen sollen, um zu zeigen, wie lächerlich es ist, von einer Gesamtheit palästinischer Armen zu sprechen, ganz abgesehen davon, dass cs sich nicht um Arme handelt. Ich frage Herrn Abrahams: ״Wieviel Seelen sind es weiniger als hundert?“ Es ist ferner unwahr, dass ich nur in allgemeinen Ausdrücken über die jetzige Vcrteilungsweisc gesprochen habe. Ich habe angegeben, in welcher Weise an ein* zelne Personen das Geld der frommen Spender verschleudert wird, und bin bereit, vor jedem Forum die Wahrheit meiner Angaben zu beweisen. Im System liegt der Fehler. Herr Abrahams gibt unumwunden zu, dass verteilt wird, wie vor mehr als 80 Jahren vereinbart wurde, während heute die ganze Sachlage eine andere ist. Wenn aber Herr Abrahams grossmUtig in seinem Artikel erklärt, dass Pekidim und Amarkalim nie zögern werden, Leuten die Chalukah zu verweigern, die ihren Unterhalt verdienen können, so richte ich nunmehr die Aufforderung an sic, keinen einzigen Pfennig mehr an die in meinem Artikel mit Namen genannte Majorität der deutsch-holländischen Gemeinde in Jerusalem zur Auszahlung zu bringen l Es darf unter keinen Umständen mehr so fort gehen, dass eine kleine Anzahl weniger geschlossener Familien der wohlhaben־ den Kreise Jerusalems den grössten Teil dieser Armengelder unter sich verteilt sieht Jedoch hat Herr Abrahams auf unsern Artikel, der sich bemüht hat, aus guter Kenntnis, sachliches Material züsammenzutfngen, nichts Sachliches zu erwidern gehabt und ich erwarte; noch immer die Widerlegung der meinerseits in genauen Einzelheiten vorgeb! adieu Tat- , suchen. So lange das nicht geschieht, kann ich kein