Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1902-10-15 · Heft 42 (15.10.1902) · p. Seite 24

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1902)
Issue
Heft 42 (15.10.1902)
Date
1902-10-15
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651274-2651278--00032-2656797
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 24. Jüdische IR11ndssel1a.11. No. 42. flationalfond. ־ Zur Eintragung uns. Altmeister Dr. J. Rülf in das goldene Buch: Die Herren L. Sternbcrg-Rawitsch 1 Mk,. J. Rosel- Rawitsch 1 Mk., Referendar Jonas-M.-Qladbach נ Mk., Stud. Jonas־M.01־adbach 1 Mk., Emil Weyl-Vierscn 1 Mk.. Herrn. Jacob-Stettin 1;60 Mk., Ludw. Mayer-Berlin —,50 Mk., Dr. Sandler z. Zt. Inowrazlaw 3,75 Mk., Georg Lewin־ Breslau 2 Mk., Ortsgruppe Lübeck 4 Mk., im Turnverein Bar Kochba gesammelt 2,10 Mk. Aus Ratibor übermittelt durch Herrn cand. mcd. Pinczowcr cingegangcn bei dem Bureau Berlin der Zionistischen Vcrcinigung für Deutschland 100 Mk. Die Unterzeichneten gratulieren allen Verwandten, Augehörigen, Freunden und Bekannten nur auf diesem Wege zu in Neuen Jahre und wünschen ihnen eine . כתיבה והתיטה טובה Anstatt wie in Nr. •II Herr O. Jafie-Liibcck 7,00 Mk., muss es heissen: Frau Dr. Joel-Liibcck 2,00 Mk., Herr Dr. Julius Joel-Lübeck 1,00 Mk., Herr Dr. mcd. E. Kalmus-Lübeck 1,00 Mark, cand. techn, Lichtcnbaum 1,50 Mk. Brlefhalten. E. A. in W. Sie sind nicht der einzige, der in diesen Tagen Gesuche um Unterstützung vom Jaüaer Hospital und von Bikur- Cholin! in Jerusalem erhalten hat. Aber mit Ihrer Entrüstung, dass diese jüdischen Anstalten auf türkischem Staatsgebiet sielt anderer als türkischer Postämter bedienen, sind Sic völlig im Recht. Aber den Juden in Jerusalem und überhaupt in Palästina wird man nicht anders ihre patriotische Pflicht gegen das Türkische Reich beibringen können, als dass man kein Gesuch überhaupt nur berücksichtigt, das nicht mit einer türkischen Marke frankiert ist. Zionsgruss. Dreyfuss-Bcnfeld. Die Nummer war bereits gedruckt, als Ihr Artikel uns einging. Besten Dank für freundlichen Brief. Werden uns danach richten. Zionsgruss. Dr. Nacht in Focsaui. Ihr Artikel kam leider erst, nachdem schon die ראש״השגה-Nummer gedruckt war. Vcrbinlichstcn Dank und Zionsgruss. Dringende Innige Bitte״). Von einem christlichen Augenzeugen wurde mir berichtet, in welchem bejammernswerten Zustand unsere rumänischen Brüder und Schwestern in Basel ankommen. Es müsste den rohesten und fühliosesten Menschen erschüttern, wenn er die Leidensgestalten dieser unglücklichen Menschen betrachtet. ,,Zerlumpt, frierend schleichen diese Armen über den Perron, blass und verstört aussehend. Mütter tragen fast nackte Kinder auf den Armen und suchon 8io an ihrem eigenen frierenden" Körper zu erwärmen. Viele führen noch kleine Kinder an der Hand und aelbst diese Kleinen sind so notdürftig gekleidet, dass sio. sicher den nächsten kalten Nächten erliegen müssen.“ Treue Brüder und Schwestern! Das hier Mitgeteilte ist nur das Bruchstück einer Schilderung von Not und Schrecken, wie sio nur noch im Buronkriog vorgekommen sein mögen. AI er hier entfaltet sich unmittelbar vor unseren Augen ein Massenelend, mitten im Herzen Europas und nicht etwa in einem fernen Weltteil. Hier handelt es sich um Exilierte, denen so gut‘ wie keine Sympathien und nicht einmal ein geringer Teil von Mitleid und Hülfe zugewandt wird, wie den Buren. Hungernde, frierende, blutlose, obdach- und heimatlose Juden, mit vor Kälto halberstarrten Kindem und Frauen, die sich um keine Wärme spendonden Ofen setzen, in kein schützendes Bett legen, in keine warmen Kleider schlüpfen können, harren unserer Hülfe. Ungewöhnlich früh haben dio kalten Nächte eingesetzt, und in diesen kalten Nächten, während Ihr in einem schützenden Heim der Buhe pflegen könnt, sitzen und liegen Tausende armer jüdischer Kinder, Frauen, Männer und Greise im zugigen Eisenbahnwagen auf hartem Boden, ohne sich und dio lhrigon wärmen zu können. Bedarf 03 da noch vieler Worte? Helfet die Nackten kleiden, und die Frierenden erwärmen! Spendet Kleider! Oeffnet Eure Schränke! Bildet Komitees! Sammelt in Euren Gemeinden, was sich an Wäsche, Unterkleidern,Strümpfen, Schuh werk. Böcken, Jacken, Halstüchern und dergleichen auftreiben lässt und schickt es unverzüglich an dio bekannten Stellen nach Basel und Ihr norddeutschen Brüder schickt alles, was Ihr sammelt, an die näckstliegeuden Sammelzentralen und nach Bremen. Jedenfalls sammelt eifrig, lasst Eure Kinder gleichfalls sammeln, bis Euch über den schnellstmöglichen Weitertransport an dieser Stell© Weiteres mitgeteilt wird. Auch an die Herren Rabbiner, Prodigor und Lehrer richte ich die herzliche Bitte, an den Festtagen in obigem Sinne für unsere unglücklichen rumänischen Brüder durch Ansprachen von der Kanzel wirken zu wollen*) Ihr aber, teure Brüder und Schwestern, dio Ihr an diesen Festtagen ein Heim habt, die Ihr in Euren Häusern Eure Kinder und Eltern, Euro Brüder, Schwestern und Verwandte das Glück habt, in Frieden und Freuden um Euch versammeln zu können, vorgesset nicht unserer Blutsverbundenen, die heute alles, alles das entbehren müssen und am Vorsöhnungs- und Laubhüttenfest als heimatlose Fremde in der Welt umherirren müssen. Gedenket der Armen und Gott wird Eurer zum Leben gedenken. Bern, Neujahr 5G63. Dr. med. Arthur Kahn. Die geehrten auswärtigen Abonnenten werden höfl. gebeten, die Abonnementsbctrügc vom 4. Quartal, sowie die ev. noch nicht beglichenen vom 3. Quartal, gcfl,״ bis zum 15.!0. a. er. an die endstehende Adresse zu senden, da wir sonst annehmen, dass die Erhebung dieser Betrüge per Nachnahme gewünscht wird, w׳as 30 Pf. Mehrkosten für die Abonnenten verursacht. Die Expedition der Jüdischen Rundschau Berlin C. 22, Auguststrasse 49 a. ♦\ Auch bei Thoras; enden sollte mau zunächst diese HUlfsbedürltigsten vwi »Hem bedenken. *) Nach Schluss der Redaktion eingegangen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.