Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1902)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1902)
- Date
- 1902-10-10
- Page
- Seite 16 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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* Seite 16 Jüdische Rundschau. SV 41. die Juden von den Christen ab. . Aber die Journale „Polskaja Niva“ und „Warschawskij Dnewnik" sind mit diesem Ausgange des Protestes nicht zufrieden: sie verlangen die völlige Ausweisung der Juden aus der Volksküche .... Diesem Verlangen dürfte auch stattgegeben werden. („Welt“.) — Über einen Bubenstreich wird aus dem russischen Grenzorte Czeladz berichtet: In früher Morgenstunde wurden wir am Sonnabend durch einen donnerähnlichen Knall aus der Ruhe geschreckt Es stellte sich heraus, dass vor einem Fenster des Jakubowiczschen Hauses eine Dynamitpatrone zur Explosion gebracht war. Eine ganze Mauer war zerstört und aus dem Innern drangen stöhnende Hilferufe der Mandelbaurnschcn Familie. Rettungsmannschaften und zwei Aerztc drangen in die Wohnung ein, wo Frau M. in ihrem Bette mit gequetschter Brust, einem Schädclbruch und andern schrecklichen Verletzungen lag. Unter unbeschreiblichen Schmerzen gab die Acrmste in kurzer Zeit den Geist auf. Mandelbaum und seine Kinder kamen mit leichteren Verletzungen davon. Infolge des erlittenen Schrecks verstarb am folgenden Tage eine zweite Bewohnerin des Hauses. — Scbastopol. Die Zeitschrift „Krym“ meldet folgendes: „In der letzten Zeit häufen sich die Fälle, wo jüdische Eltern ihre Söhne taufen lassen, selbst aber im Schosse des Judentums verbleiben. Der Erzbischof Nikolai hat nun die Taufe solcher Judenkinder zuriickgcwicscn, da er darin nicht religiöse Aufrichtigkeit, sondern die Sucht nach materiellen Vorteilen erblickte.“ In Berlin giebt es dieselbe Sitte, doch wird sie von den christlichen Geistlichen anders beurteilt. Wir sehen in diesen Kindertaufen eine doppelte Feigheit der Eitern. Sollen wir das noch näher erklären? — Aus Lodz vird geschrieben: Der Grossindustrieile Jakob Hertz spendete 150 000 Rubel für ein jüdisches Gymnasium. — Vor längerer Zeit starb in Bukarest in grösster Not Jakob Psantir, einer der Gründer des Asyls „Elisabetta“; den Abend seines Lebens verbrachte er in dem Asyl. Von ihm rühren mehrere Werke über die rumänischen Juden her. — Transvaal. Nach I 5 der alten Transvaalcr Verfassung sind alle jene aus dem Wahlrecht und der Ausübung öffentlicher Ämter ausgeschlossen, welche nicht Anhänger des Heidelberger Evangelisch-Lutherischen Katechismus sind. Ursprünglich wurde die Ausübung jeder anderen Religion überhaupt strengstens verboten. Vor Ausbruch des Krieges wurde die Eliminierung dieses Punktes im Volksraad behandelt, jedoch mit 5 Stimmen Majorität verworfen. Die Transvaalcr Verfassung hat wohl heute ihre Giltigkeit bereits eingebiisst; es bestehen jedoch noch einzelne spezielle Bestimmungen, welche die Katholiken und Juden von dem Genüsse des Wahlrechtes oder eines öffentlichen Amtes ausschliessen. Milner hat jedoch nichtsdestoweniger mehreren Katholiken und Juden öffentliche Stellungen eingeräumt und — wie wir bereits meldeten — das in Johannesburg jüngst stattgefundeue Meeting verständigt, dass er jedem Einwanderer auch in Zukunit die Gleichberechtigung aller Konfessionen zusichere. natlonalfond. Von Dr. Bodenheimer-Köln, anstatt Telegramm zur Hochzeit Dr. Gronemann 2 Hk. Hochzeit Schachtel 2 Mk. Hochzeit Wohlfsolm-Wölpe 1 Mk. Sammlung auf der Hochzeit Carl Kaufmann und Amalie Bodenheimer im oberen Museum in Stuttgart vorgenommen durch Dr. Bodenheimer-Köln. Karl Kaufmann 50 Mk., Jakob Bodenheimer 10 Mark, Dr. Bodenheimer 10 Mk., Julius Kaufmann 10 Mk., Ferdinand Lenz 10 Mk., Rabbiner ICirehenrat Dr. Kroner 3 Mk., Bezirksrabbiner Dr. Stössel 3 Mk., Frau Jettef Bodenheimer 5 Mk., Aron Bodenheimer 5 Mk., Klara Kochmann 3 Mk., Karl Kochmaim 2 Mk., Zach. Kaufmann 2 Mk, Dav. Heidenhoimer 1 Mk., Fräul. Holzschuho 1 Mk., Frau Spier 1 Mk., . Otto Kaufmannn 3 Mk., Frau Rosenthaler 2 Mk. Ablösung. Heilbronn - Kosol 1,05 Mk., Sichel- München 2,05 Mk., Landau-Düssoldorf 10 Mk., Bodenheimer* Köln 5 Mk., Manasso- Obersitzko 1,05 Mk., Rieh. Meyer-Wriezen 3 Mk, E. Levy, eand. phil., Berlin 1 Mk., Meyer Katz-Hannover 1 Mk., Samuel Goldroich-Köln 50 Bf, Julius Simon-Mannheim 5 Mk., Hirsch Ruekenstein-Berlin 1 Mk., Jafie-Mühlhausen 7 Mk., Wertheim-Mannheim 1,05 Mk., E. Rosenkranz-Berlin 1 Mk., W. Perlitz-Nakei 1 Mk., Gronemann 6 Mk., Insp. Meyer 6 Mk., Magnes-Heidelberg 2,50 Mk., Gustav Wolf 1 Mk., Direktor G. Levy 1 Mk., Karl Goldreich 1 Mk., L Rabinowsky 1 Mk., David Struck-Berlin, I. H. Wagner-Berlin. Aus Challahgeldem von Isaak R osen th al in Wronke 10 Mk. Gronemann anstelle Telegramms zur Verlobung Tauber- Wagner 2 Mk. Zur Eintragung unseres Altmeisters Dr. I. Rülf in das goldene Buch. Ortsgruppe Hannover 10 Mk., Magnes-Heidelberg 2,50 M., Moritz Majerowiksch 1 M., I. H. Wagner-Berlin 1 Mk. Anstatt M. L. Sambursky-Königsberg, wie in No. 40, heisst es Ortsgruppe Königsberg 10 Mk. Freiburg I. B., den 28. September. Zur Ablösung von Neujahrs-Glückwünschen haben je 3 Mk. gespendet und an den Unterzeichneten abgegeben: Dr. M. Kaufmann, Isac S o m in c r, Leopold Weil, Moritz Weil, Jacob M a y er, Jacob Danhc, N. N. — Ferner hat Herr N. L. Weil aus Anlass der Geburt eines Sohnes 5 Mk. gespendet. Die lokale Verrechnung des Jüd. N.-F. Moritz Weil, Roscnstr. 17. Custige Gehe. Bei der Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals in Wronke, am Sonntag, 5. 10. 1902, legte auch der Jüdische Litteraturverein einen schönen Kranz nieder. Seine Schleife trug die Aufschrift: „IsraelitischerLitteraturverein“. Entschuldigen Sie, bitte, dass ich Jude bin! Der „General-Anzeiger“ erwähnt in seiner No. 5 vom 1. 10. 1902 eine Talmud-Turn-Schule in Hamburg. Werden dort Folianten als Turngeräte benutzt, oder wird dort nach talmudischen Vorschriften geturnt? — Die neueste Nummer der jüdischen Wochenschrift „Die Neuzeit“ in Wien bringt im „Verzeichnis der Verstorbenen“ u. a. folgende Standesbezeichnungen: Omnibuskutscherstochter, 2 Jahre; Branntwein verschleisserskind, 3l/z Monat; Börsebesucherssohn, 8 Jahre; Metallsehleifergehilfenskind, 9 Wochen; Manipulantenskind, 4 Wochen; Reisendenssohn, 2 Monat. ßrlefkaften. ZL in BerUn. Karte wurde mir nachgesandt. Das angezogene Werk von M. Hess ist meines Wissens in keiner Berliner Bibliothek vorhanden. Zionsgruss. Die geehrten auswärtigen Abonnenten werden höfl. gebeten, die Abonnementsbeträge vom 4. Quartal, sowie die cv. noch nicht beglichenen vom 3. Quartal, gcfl. bis zum 15, 10. a. er. an die endstehendc Adresse zu senden, da wir sonst annchnten, dass die Erhebung dieser Beträge per Nachnahme gewünscht wird, was 30 Pf. Mehrkosten für die Abonnenten verursacht. Die Expedition der Jüdischen Rundschau BerUn C. 22, Auguststrasse 49 a.