Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 4-5 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 53 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ZEITSCHRIFT für DEMOGRAPHIE and STATISTIK der JUDEN Sckriftleitung Dr. Jacob Segall I. Koralnik (6n£Ä April-Mai 1931 Xfi 4/5 Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die Berufsstruktur der in- und ausländischen Juden in Preußen Von Dr Jacob S e g a 11, Berlin. Die Veröffentlichung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums (Sektion für Statistik und Wirtschaftskunde) «Die Bevölkerungs- und Berufsverhältnisse der Juden im Deutschen Reich, Bd. 1. Freistaat Preußen» von Professor Dr. Heinrich Silbergleit setzt uns zum ersten Mal in den Stand, einen Einblick in die Berufsgliederung und die soziale Schichtung der detitschen Juden und der jüdischen Reichsausländer zunächst für Preußen zu gewinnen. Die erste und wichtigste Frage, deren Beantwortung uns interessiert, lautet: wie steht es um die Erwerbstätigkeit in den beiden Kategorien von Bevölkerungsgruppen, die zusammen das preußische Judentum bilden? Zeigt sich hier ein wesentlicher Unterschied und, wenn dem so ist, worauf ist er zurückzuführen? Die Grundtabelle, welche diese Frage beantwortet, ergibt folgendes Bild. Es waren erwerbstätig: von je Hundert m. w. zus, bei den deutschen Juden..... 79 36 57 bei den Reichsausländern..... 75 29 53 Während die deutschen Juden insgesamt 57% Erwerbstätige stellen, welche für sich und ihre Angehörigen den Lebensunterhalt aufbringen müssen, lautet die entsprechende Ziffer für die jüdischen Reichsausländer 53 %, mit anderen Worten, es steht ein prozentual geringerer Teil der jüdischen Reichsausländer im Erwerbsleben als der deutschen Juden. Man könnte zunächst daran denken, daß an dieser Tatsache vielleicht der prozentual geringere Anteil der produktiven Altersklassen bei den jüdischen Ausländern schuld sei, indem hier eine größere Quote als bei den deutschen Juden auf das Kindes- und jugendliche Alter entfalle. Die Statistik der Altersgliederung beider Bevölkerungsgruppen zeigt aber, daß der Prozentsatz der im Alter von 20 bis 60 Jahren stehenden Personen hier wie dort nahezu gleich groß ist: 62 % bei den deutschen Juden und 64 % bei den Reichsausländern. Das Uberwiegen der Altersklassen bis unter 20 Jahren bei den Ausländern (31 % gegenüber 25 % bei den Inländern) wird wettgemacht durch die verhältnismäßig größere Zahl von über 60 jährigen Personen bei den Inländern (13 % gegenüber 5 %). Der Grund für den 53