Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 46 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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teiligung der Kinder am Religionsunterricht. Zunächst seien einmal die hauptsächlichen Angaben zusammengestellt. Von den 14159 jüdischen Kindern in den öffentlichen Volksschulen nahmen am Religionsunterricht nicht teil: abs. «/o | abs. o/t Knaben .... 1155 15,6 i Auf dem Lande . 376 22,0 Mädchen . . . 1225 18,2 1 Insgesamt 1926 . 2 380 17,0 In den Städten . 2 004 16,0 | Insgesamt 1921. . 13,0 Anschließend zum Vergleich einige andere Ziffern: von 100 jüdischen Kindern nahmen im Jahre 1926 am Religionsunterricht nicht teil: in den privaten Volksschulen 5,5; in den Mittelschulen 5,3. Die Beteiligung am Religionsunterricht ist also in den übrigen Schulgruppen stärker als in den öffentlichen Volksschulen. Dies liegt offenbar daran, daß in den übrigen Schulgruppen verhältnismäßig mehr Kinder jüdische Schulen besuchen. Denn wenn man auch vielleicht in der Tatsache, daß der Anteil der nicht am Religionsunterricht teilnehmenden jüdischen Kinder gegenüber 1921 durchweg gewachsen ist, als Zeichen zunehmender Gleichgültigkeit in religiösen Dingen deuten kann, — es sei bemerkt, daß durch die Grundschulgesetzgebung die Kinder der Intellektuellen usw. in stärkerem Maße in die Volksschulen kommen, — so kann man den großen Unterschied, der sich hier zwischen der jüdischen und den beiden großen christlichen Kindermassen zeigt, nicht auf diese Gleichgültigkeit schieben. Wenn von 100 evangelischen Kindern nur 1,6, von 100 katholischen Kindern gar nur 0,7 nicht am Religionsunterricht teilnehmen (gegenüber 1921 ist der Satz nur bei den Katholiken ein wenig gewachsen), bei den Juden dagegen 17,0, so ist dies im wesentlichen auf die Zerstreuung der jüdischen Bevölkerung zurückzuführen. Deshalb ist der Grad der Nichtbeteiligung auf dem Lande höher als in den Städten. Es zeigt sich, daß die Zahl der jüdischen Kinder, ihr Anteil an der Gesamtzahl der Kinder und ihre Beteiligung am Religionsunterricht in enger Beziehung zueinander stehen. Man muß annehmen, daß es sich in der Mehrzahl der Fälle nicht darum handelt, daß die Kinder einem eingerichteten jüdischen Religionsunterricht fernbleiben, sondern daß angesichts der zu geringen Zahl von Kindern die Schule gar keinen jüdischen Religionsunterricht errichten kann. Ob die Kinder dann privaten Religionsunterricht — wozu statistisch offenbar auch der in besonderen Religionsschulen der jüdischen Gemeinde erteilte gehört — genießen, geht aus der Schulstatistik nicht hervor. Uber die Versorgung der 14159 jüdischen Schüler der öffentlichen Volksschulen mit Religionsunterricht orientiert uns folgende Aufstellung: I. Für den Religionsunterricht ist gesorgt: II. Für den Religionsunterricht ist nicht gesorgt: Durch schulplanmässigen Unterricht* In evangelischen Schulen . . . für 5917 an jüdischen Schulen . . . für 217 „ katholischen „ ... „ 789 „ paritätischen Schulen . . „ 30 „ paritätischen „ ... „ 617 Durch besondere Religionslehrer „ Schulen, an denen kein an evangelischen Schulen . „ 916 Religionsunterricht erteilt wird „ 106 „ katholischen „ . . „ 213 „ Schulen an denen Moralunter¬ „ paritätischen „ . . „ 265 n 93 ifir 7722 2165 •Durch Rabbiner. 46