Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 3 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 38 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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sich 90 227, in den Städten 91113 Juden aufgehalten haben. Derselbe Autor gibt in einer späteren Arbeit für das erwähnte Gebiet eine Gesamtbevölkerung von 5 487 966 mit 203 191 Juden darunter im Jahre 1923 an. Auf die Städte entfallen 131 630, auf das platte Land nur 71561 Juden* Die letzten beiden Zahlen lassen abermals die Anfechtbarkeit der amtlichen Berichte hervortreten. Es erscheint uns gänzlich ausgeschlossen, daß die städtische jüdische Bevölkerung der letzterwähnten Gebiete in knapp drei Jahren eine Zunahme um volle 44%, die ländliche dagegen eine rapide Abnahme um 20% erfahren haben sollte. Übrigens beruhen auch die Angaben dieses Autors auf Schätzungen. Mit nicht geringerem Mißtrauen sieht man sich die Angaben betreffend die natürliche Bevölkerungsbewegung an. Betrachten wir beiläufig die Daten für 1923 und 1924, so finden wir im Jahre 1923: 17 940 jüdische Lebendgeborene und 9 666 Todesfälle, im Jahre 1924: 17 900 Lebendgeborene und 9 561 Todesfälle. Bezogen auf die vorstehend angeführte Zahl von 856000 jüdischen Einwohnern im Jahre 1921, erhalten wir die durchschnittsjährliche Quote von 21,0 Lebendgeburten und nur 11,2 Todesfälle je 1000. Das würde bedeuten, daß das rumänische Judentum, das zu überaus großem Teile aus rückständigen und orthodoxen Elementen besteht, in höherem Maße von der modernen Strömung der Geburteneinschränkung befallen gewesen wäre, als das polnische und selbst das sowjetrussische es im Jahre 1926-27 war. Um das Durcheinander einigermaßen zu entwirren, wollen wir zunächst die Vorkriegsstärke der jüdischen Bevölkerung in den gegenwärtigen Staatsgrenzen des rumänischen Königreiches feststellen. Die Zahl der Juden betrug: in Alt-Rumänien im Jahre 1912 241088, in Bessarabien im Jahre 1897 228 168, in Bukowina im Jahre 1910 181 340 und in Transylvanien u. a. im Jahre 1910 102919, insgesamt 755 515 Köpfe. Uber die Entwicklung dieses jüdischen Einwohnerbestandes in den Jahren nach den zittierten Zählungen können wir approximative Berechnungen anstellen nach Analogie mit anderen osteuropäischen Ländern, namentlich mit den angrenzenden Teilen des ehemaligen Österreichs. Transylvanien und Bukowina werden sich am ehesten mit Galizien vergleichen lassen. Galizien hatte bei der letzten Volkszählung eine starke Einbusse an Juden aufzuweisen. Ostgalizien zählte 1921 um 18,8 %, Westgalizien um 5,2 % weniger Juden als bei der Volkszählung 1910. In ganz Galizien hat die jüdische Bevölkerung um 15,3 % abgenommen. Was Bessarabien anbelangt, so beziehen sich die angeführten Zahlen auf 1897, doch wird die jüdische Bevölkerung dieser Provinz auch beim Ausbruch des Krieges kaum beträchtlich größer gewesen sein, da der Zuwachs hier dauernd durch die Auswanderung aufgehoben wurde. Die zahlreichen Immigranten aus Sowjetrußland, die hierher in den Jahren 1920/21 flüchteten, hielten sich nur verhältnismäßig kurze Zeit im Lande auf, um bald weiter, in der Hauptsache nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, auszuwandern. 1921 wurden in Bessarabien nur noch 20468 jüdische Flüchtlinge aus Sowjetrußland registriert, von welchen nur der kleinere Teil im Lande verblieb. Im Gegensatz zu Bessarabien wurde Altrumänien verhältnismäßig wenig von russischen Flüchtlingen aufgesucht und schnell von diesen geräumt. Die Bilanz der natürlichen Bewegung 1915-19 fällt für Altrumänien negativ aus; •N. Ist rate: Darc de Seama Statistica asupra populaiiei Ardealului in Anul 1923, — Buletinul Statistic al Romaniri, Nr. 1, 1925. 38