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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1931-03-01 · Heft 3 (März 1931) · p. Seite 33

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1931) (Neue Folge
Issue
Heft 3 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
Seite 33 (sequence 2)
Language
German
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ZEITSCHRIFT iür DEMOGRAPHIE and STATISTIK der JUDEN Scbriftleitung Dr. Jacob Segall I. Koralnik 6 JaLrgan* Mäfz 1931 JVfi 3 (Neue Folge) Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Untersuchungen über die Zahl der Juden in Europa Anfang 1931 Von I. Koralnik, Berlin. Wiederholt wurden in den letzten 10 Jahren Versuche unternommen, um die Gesamtstärke des jüdischen Volkes zu ermitteln. Es liegen uns darüber, um nur die wichtigsten Arbeiten zu nennen, die Untersuchungen von Harry S. Linfield für 1919 u. f., Jakob Lestschinsky für 1925 und Arthur R u p p i n, dessen Berechnungen bis zum Jahre 1930 reichen, vor.* Trotzdem sind ausreichende Gründe vorhanden, die einen neuen Schätzungsversuch rechtfertigen, namentlich deshalb, da wir heutzutage über mehr Unterlagen verfügen, wie die Ergebnisse der jüngsten Volkszählungen, die neuen Veröffentlichungen über die natürliche Bevölkerungsbewegung, die Auswanderungsstatistiken usw. Überdies weichen die bisherigen Festsiellungen der Autoren in manchen wesentlichen Punkten so sehr auseinander und erweisen sich die von ihnen benutzten Grundlagen zuweilen so lückenhaft im Lichte der neuesten Daten, daß eine Neubearbeitung des gesamten vorliegenden Quellenmaterials zur Berichtigung der Schätzungen von beträchtlichem Interesse sein dürfte. In unserer vorliegenden Arbeit beschränken wir uns auf die Verhältnisse in Europa und beginnen mit der Sowjet-Union. Die von der Volkszählung 1926 erfaßte Anzahl von 2 570 330 Juden im europäischen Teil der Union entspricht durchaus nicht der wirklichen Stärke der jüdischen Bevölkerung dieses Teiles des Landes. Die Zählung 1926, die wohl die Nationalität, nicht aber das Glaubensbekenntnis der Einwohner registrierte, zeichnet sich von den früheren russischen Zählungen 1897, 1920 und 1923 durch die neue Interpretation der Nationalitätszugehörigkeit aus. Waren bei den früheren Volkszählungen lediglich objektive Merkmale, in der Hauptsache die Muttersprache, für die nationale Zuordnung ausschlaggebend, so läßt die amtliche Instruktion für die Zählung 1926 die objektiven Merkmale, wie Sprache, regionale Verbundenheit u. ä. fallen und setzt an deren Stelle das subjektive und recht wandelbare Argument der geistigen Verbundenheit mit der oder jener nationalen Gruppe. Es wäre abwegig zu glauben, die behördlichen Stellen der Sowjet-Union hätten auf eine künstliche Herabsetzung der Zahl der Angehörigen der * Siehe die Aufsätze von Dr. Harry S. Linfield im American Jewish Jearbook; J. Lestschinsky: Die Gesamtzahl der Juden auf der Erde,—in den Blättern für Demographie. Statistik und Wirtschaflskunde der Juden. Nr. 5, 5erlin 1925; Arthur Ruppin: Soziologie der Juden, Berlin 1930. 33

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