Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- Seite 31 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Kombination der Nationalität der Kriminellen und der Art der Krankheit ergibt, daß die Juden am stärksten in den Krankheitsgruppen Schizophrenie, Oligophrenie, Manisch-depressives Irresein und Epilepsie vertreten sind. Dagegen erreicht der Anteil der Juden in der Gruppe Paralysis progressiva nicht einmal die Hälfte ihres Anteils an der Gesamtbevölkerung. Unter den Alkoholikern waren die Juden mit nur 0,5% vertreten. Luetische Fälle waren unter den jüdischen Kranken überhaupt nicht vorhanden. Uberhaupt luden Polen abs. 0/0 abs. •/o abs. 111 25,5 16 28,1 75 23,2 Psychopat. Konstitution . 125 28,6 13 22,8 104 32,2 49 11,2 1 1,7 46 14,3 97 22,5 18 31,6 62 19,2 18 4,1 5 8,8 9 2,8 Paralysis progressiva . . 17 3,9 1 1,7 12 3,7 1 0,2 — — 1 0,3 Dementia senilis . . . . 5 1,1 — — 5 1,1 Chorea Huntigt . . . . 1 0,2 — — 1 0,3 3 0,7 — — 3 1,0 9 2,2 3 5,3 9 1,5 Zusammen . . . . 436 100,0 57 100,0 323 100,0 Wenn man sich die Häufigkeit der einzelnen Krankheitsgruppen ansieht, so stellt man fest, daß der relativ größte Teil (31,6%) der jüdischen Kranken auf die Gruppe Shizophrenie entfällt, während diese auf der polnischen Seite nur 19,2% für sich in Anspruch nimmt. Ebenfalls stärker besetzt sind auf der jüdischen Seite die Gruppen: Epilepsie, Manisch-depressive Psychosen und Oligophrenie. Schwächer repräsentiert sind die Gruppen: Psychopatische Konstitution, Alkoholismus und Paralysis progressiva. Überhaupt Juden Polen abs. •/• abs. o/o abs. % . 133 30,5 11 19,3 98 30,3 19 4,4 2 3,5 13 4,0 . 25 5,8 2 3,5 21 6,5 Brandstiftung . . . . 64 14,7 5 8,8 45 13,9 . 93 21,3 19 33,3 69 21,4 Politisches Verbrechen . 13 3,0 4 7,0 7 2,2 Betrug...... . 17 3,9 2 3,5 15 4,7 . 72 16,3 12 21,1 55 17,0 Zusammen . . . . 436 100,0 57 100,0 323 100,0 Auch inbezug auf die Art des Verbrechens bzw. Vergehens läßt sich ein merklicher Unterschied zwischen den jüdischen und den nichtjüdischen Kranken feststellen. Bei der jüdischen Gruppe überwiegen die leichteren Verbrechen und Vergehen, bei der nichtjüdischen dagegen die schwereren. Bezeichnend ist die Tatsache, daß die Mordverbrechen auf der jüdischen Seite mit einem ziemlich hohen Anteil von 19,3% an zweiter Stelle figurieren. 31