Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Knaben jedoch um rund 900 abgenommen, so daß der Anteil der jüdischen Knaben von 5,2 v. H. auf 3,3 v. H. gefallen ist. Absolut und relativ noch stärker ist die Beteiligung der jüdischen Mädchen an den höheren Schulen zurückgegangen: bei einer Zunahme der Gesamtzahl um 67 400 ist die Zahl der jüdischen Mädchen um 2400 oder 24 v. H. auf 7900 gesunken; ihr Anteil ist dabei von 7,2 v. H. auf 4,5 v. H. gefallen. Zur Erklärung des Rückganges in der Zahl der jüdischen Kinder kann wohl nur die allgemein schwächere Geburtlichkeit der jüdischen Bevölkerung herangezogen werden. Die schwächere Besetzung der Jahrgänge nach 1914 macht sich 192b bei den Schülern der höheren Schulen noch kaum bemerkbar, da die jüngsten Jahrgänge (Sexta) überwiegend 10jährige — also Angehörige des Geburtenjahrganges 1916 — sind. Provinz Knaben Mädchen Knaben Mädchen Absolute Zahl % Absolute Zahl % Provinz Absolute Zfthl % Absolute Zahl % 4113 7,6 3377 9,6 Hannover . . . 287 1.3 225 1,9 Hessen-Nassau. . 1656 7,8 865 8,8 Brandenburg . . 236 1,5 118 1,7 Rheinprovinz . . 1475 2,3 1221 3,0 Sachsen .... 231 1.1 178 1,6 Niederschlesien. . 807 3,7 588 5,6 Ganz Preufc. 1926 10 309 3,3 4,5 Westfalen. . . . 490 1,2 451 1,9 7 903 Ostpreussen . . . 367 2,3 257 2,9 „ 192t 11834 4,3 11129 5,6 Oberschlesien . . 305 3,0 242 5,0 „ 1911 11200 5,2 10 319 7,2 Die vorstehenden Zahlen zeigen ferner, daß verhältnismäßig mehr jüdische Mädchen als jüdische Knaben die höheren Schulen besuchen: von 100 Schülern waren 1926 3,3 jüdisch, von 100 Schülerinnen 4,5. Die Ursache ist offenbar, worauf schon bei der Besprechung der Verhältnisse bei den Volksschülern hingewiesen wurde *, daß bei der jüdischen Bevölkerung die Neigung besteht, auch den Mädchen eine bessere Erziehung (im Sinne «besserer Zukunftsaussichten») zu geben, — sei es nun, weil die jüdischen Schichten mehr in den Städten leben, wo diese bessere Erziehung bequemer durchzuführen ist, sei es, weil sie finanziell im Durchschnitt besser gestellt sind, sei es, weil höhere Bildung zu erstreben nun einmal in der Tradition liegt. Daß das Verhältnis von Knaben zu Mädchen überhaupt wie 1,8 zu 1 ist, während es bei den jüdischen Kindern 1,3 zu 1 beträgt, deutet darauf hin, daß in großen nichtjüdischen Bevölkerungskreisen die Bildung der Mädchen sehr vernachlässigt wird. Die stärkere Beteiligung der Mädchen findet sich, wie aus den vorstehenden Zahlen zu ersehen ist, mehr oder weniger ausgeprägt in allen Provinzen Preußens. Dieselben Zahlen lassen erkennen, daß der Anteil der jüdischen Kinder in den höheren Schulen durchweg größer ist als der Anteil der Juden an der gesamten Bevölkerung und daß er sich im Verhältnis zu diesem bewegt. Die weiteren, eingehenderen Darstellungen müssen für Knaben und für Mädchen gesondert durchgeführt werden, da die Schulformen für die beiden Geschlechter zu verschieden sind, als daß eine gemeinsame Bearbeitung möglich wäre. Nur die Frage der Beteiligung am Religionsunterricht kann noch für beide gemeinsam behandelt werden. Von 1921 auf 1926 ist der Anteil der nicht am Religionsunterricht teilnehmenden Schülerschaft der * S. Nr. 5 dieser Zeitschrift. 13