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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 5

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1931) (Neue Folge
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 5 (sequence 6)
Language
German
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bei der Vergleichung derselben Anteilssätze mit dem Prozentsatz der Juden in der Gesamtmasse der Erwerbstätigen. Diese hohe Ziffer der Juden unter den Selbständigen rührt in der Hauptsache von dem hohen Vorkommen von Juden unter den kleinen Unternehmern und Handwerkern. Das bedeutet aber keineswegs, daß das Großunternehmertum in Lodz nur schwach mit Juden besetzt wäre. Im Gegenteil ersehen wir aus der Statistik für 1929, daß von den 52 größten Lodzer Textilfabriken mit einer Belegschaft von zusammen 36822 Arbeitern 8 Betriebe mit über 20 000 Arbeitern jüdischen Inhabern gehörten *. Uberblicken wir die soziale Gliederung der jüdischen Bevölkerung in Lodz, in Warschau und in ganz Polen, so ergeben sich wiederum bemerkenswerte Feststellungen. Von je 100 Erwerbstätigen waren: Selbständige Angestellte Arbeiter Lodz Warschau Polen Lodz Warschau Polen Lodz Warschau Polen bei den Juden . . 42,6 44,0 51,1 6,5 8,2 5,1 35,3 32,8 22,2 bei den Nichtjuden 10,0 13,4 24,4 9,1 18,9 2,8 72,1 53,1 22,0 Betrachten wir die jüdische Gruppe an und für sich, so erkennen wir ihre stärkere Differenzierung in den Großstädten im Vergleich mit dem Querschnitt der jüdischen Gesamtbevölkerung des Landes: in den Großstädten ist der Anteil der Selbständigen kleiner, während der Anteil der Arbeiter bedeutend höher ist. Der Unterschied der Verhältnisse in den Großstädten und dem ganzen Lande zeigt sich auch in der in den Städten zunehmenden Diskrepanz zwischen der jüdischen und nicht jüdischen Bevölkerungsgruppe: während in ganz Polen der Anteil der Selbständigen bei den Juden etwa zweimal so groß ist wie bei den Nichtjuden, erhöht sich das Verhältnis in den Großstädten auf 3—4 :1; die Arbeiterschaft zeigt in beiden ßevölkerungsteilen im ganzen Lande prozentual annähernd gleich starke Kontingente, in den großen Städten aber stellt sich der Anteil der Arbeiterschaft bei den Nichtjuden zweimal höher als bei den Juden. Fassen wir alle proletarischen Elemente (Arbeiter und Angestellte) zusammen, so gewinnen wir folgendes Bild (in %): in Lodz in Warschau in ganz Polen bei den Juden..... 43,8 41,0 27,3 bei den Nichtjuden . . . 81,2 72,0 24,8 Daß der Anteil der proletarischen Elemente sowohl bei den Juden als auch bei den Nichtjuden im ganzen Lande so viel kleiner ist als in den zwei Großstädten und daß überdies der diesbezügliche Unterschied bei den Nichtjuden wesentlich größer ist als bei den juden, ist eine natürliche Erscheinung, die in dem Wesensuntecschied der großstädtischen Wirtschaft einerseits und der kleinstädtischen und agrarischen Wirtschaft andererseits begründet ist. Schlagen wir noch die Arbeitslosen hinzu, die in der Gruppe «Unbekannt» enthalten sind, so dürfen wir für ganz Polen mit 30% in der jüdischen Bevölkerung, für die Großstädte, speziell für Lodz, mit 50% Proletariern rechnen. Die Verteilung der jüdischen Arbeiterschaft, von welcher ausschließlich im nachstehenden die Rede sein wird, auf die einzelnen Wirtschaftszweige wird in der folgenden Aufstellung gezeigt. Hier sind die Unterschiede zwi- •s. Eduard Rosset: Lodz miasto pracy, - Lodz 1929, Seite 41.

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