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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-12-01 · Heft 6 (Dezember 1930) · p. Seite 92

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 6 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 92 (sequence 13)
Language
German
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Die einzelnen Gemeindegruppen zeigen dabei wesentliche Unterschiede: in den kleinsten Gemeinden sind die Ausgaben für Kultusbeamte höher als die für das Schächtewesen. So beanspruchen diese Posten (in %): Kuliusbeamie Schächtwesen in den Gemeinden mit weniger als 500 Juden . . . 38,0 30,2 500—1000 „ ... 33,1 29,9 1000—3000 „ ... 26,8 33,3 3000—5000 „ ... 20,4 29,1 5000—10000 „ ... 15,7 28,7 10 000 u. m...... 9,9 13,6 im Durchschnitt der 388 Gemeinden . . . 17,6 21,9 Die umgekehrte Reihe der beiden Posten in den großen und in den kleinen Gemeinden erklärt sich daraus, daß in diesen die Gemeindetätigkeit sich fast nur auf die Erhaltung der beiden Institutionen, des Klerus und des Schächtewesens, beschränken. Der Anteil der Ausgaben für das Synagogenwesen beträgt im Durchschnitt 5,7%, erreicht in den kleinen Gemeinden das Maximum (9,4%), in den großen Gemeinden das Minimum (4,5%). In Warschau sinkt er auf 0,3% herab und zwar deshalb, weil die meisten Synagogen in Warschau nicht von der Gemeinde, sondern von privaten Vereinen unterhalten werden. Das Friedhofswesen ist am Ausgabenetat mit 4,3% beteiligt. Dieser hohe Prozentsatz ist durch die einmalige Ausgabe von 200 000 Zlotys zum Ankauf eines neuen Friedhofsgeländes in Warschau entstanden. Aus demselben Grunde beträgt der Posten Friedhofswesen auf der Ausgabenseite der Warschauer Gemeinde im Berichtsjahre 12,6%. Die Ausgaben für «Schulwesen», die 9,3% der Gesamtausgben ausmachen, werden fast ausschließlich für Talmud-Thoras und andere religiöse Schulen verwendet. Der Anteil dieses Postens steigt mit der Höhe der Gemeinde an? In den kleinen Gemeinden beansprucht er nur 2,3% und erreicht allmählich ansteigend, in Warschau 23,5%. Dieser hohe Prozentsatz in Warschau erklärt sich durch die beträchtlichen Zuschüsse der Gemeinde für wissenschaftliche, namentlich theologische Instituten, während die weltlichen Schulen nur in sehr geringem Maße berücksichtigt werden. Die soziale Fürsorge begnügt sich durchschnittlich mit 9,5% der Gesamtausgaben. In den kleinsten Gemeinden mit ihren veralterten Formen der Fürsorge entfällt auf diese nur lVs—2Vs%, in den größeren Gemeinden dagegen, in welchen die Fürsorge sich den modernen Formen annähert, steht sie auf der Ausgabenseite des Gemeindeetats mit verhältnismäßig hohem Anteil. Dieser beträgt: in den Gemeinden mit unter 500 Juden ........ 1,4% „ 500— 1000 „......2,5% „ 1000— 3000 „ ......2,4% „ 5000— 5000........ 6,5% „ 5000—10000 „ ......7,5% „ 10000 u. m. „......16.7% Der Posten «Gesundheitswesen» zerfällt in zwei Unterposten: Krankenpflege und Badwesen. Das letztgenannte beansprucht in den kleineren Städten einen wesentlich größeren prozentualen Anteil als in den großen Gemeinden, weil die in der Kriegszeit zerstörten Badeanstalten jetzt renoviert oder neugebaut werden. 92

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