Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-12-01 · Heft 6 (Dezember 1930) · p. Seite 85

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 6 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 85 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2650397-2650417-2650423--5729-2651136
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Bank- und Börsenwesen unter den Selbständigen 34,3 resp. 44,1% unter den Direktoren 6,2 resp. 15,9%; im Versicherungsgewerbe unter den Selbständigen 7,2 resp. 193%, unter den Direktoren 3,9 resp. 8,8%. Prei lfcen Berl i n Handelszweig Inhaber usw. Direktoren usw. 1 haber usw. Direktoren usw. Ges.- Zahl Juden* Oes.' Zahl Juden* Ges.- Zahl Juden* Gea.- Zahl Juden* 10,7 12,6 19.2 22,1 Waren- und Produktenhandel . 405.862 43.580 8.503 1,070 69.690 13.362 1.963 433 9.1 7,5 15,3 13^ 2.333 212 1.555 117 1.138 174 696 94 4.9 9,4 10,8 23,1 Buch- und Kunsthandel . . . 5.852 289 127 12 1.596 172 39 9 24.081 M 5,5 10.9 14.3 Handel mit Tabak usw. . . . 1.311 200 11 5.601 611 35 5 10,8 15,3 20,2 25,4 2.497 270 236 36 578 117 118 30 34.3 6,2 44,1 15.9 Bank- und Börsenwesen . . 4.385 1.504 6.118 381 2.113 932 1.443 230 1&2 7,8 26,6 13,6 Vermittlung u. Verwaltung . . 51.270 6.786 902 70 12.546 3.331 . 352 48 4,2 11.8 — 18,2 Markt- und Messewesen . . . 48 2 34 4 — — 11 2 3,3 19,0 13,7 31.4 2.561 85 84 16 343 47 35 11 3,7 83 12,5 16,7 Aufbewahrung, Spedition. . . 4.363 161 494 42 505 63 126 21 4,8 7,6 Hausiereru. Strassenhandel . 33.075 1.601 1 — 10.545 806 1 — 7,2 3,9 132 19,5 8,8 2.611 188 3.344 442 86 770 68 ♦Die darüberstehenden Zahlen stellen die Anteilssätze der jüdischen Bevölkerung dar. An und für sich aber ist der Anteil der Juden unter den Direktoren im Bank-und Börsenwesen und im Versicherungswesen bedeutend niedriger als im Waren- und Produktenhandel und in den meisten anderen Zweigen des Handelsgewerbes. Diese interessante Tatsache lehrt, daß das jüdische Element im Geld- und Versicherungswesen je weiter je mehr zurücktritt. Die große relative Zahl der jüdischen Selbständigen in diesem Wirtschaftsbereich ändert nichts an dieser Feststellung, da ja schließlich diese vielen Bankbesitzer in ihrer überwiegenden Mehrheit Inhaber kleiner Bankgeschäfte und Wechselstuben sind, die im Vergleich mit den Großbanken und Versicherungskonzernen nur eine bescheidene Rolle im gesamten Wirtschaftsleben des Landes spielen. Versuchen wir nun die Verhältnisse innerhalb der Industrie- und Handwerksabteilung in der gleichen Richtung zu erforschen, so ergeben sich erhöhte Schwierigkeiten verschiedener Art. Hier wird sich nur schwer, wenn überhaupt, eine plausible Erklärung für die häufigen Schwankungen in der Reihe der jüdischen Anteilswerte finden lassen. Schon allein die Unmöglichkeit, die Industrie vom Handwerk zu trennen verhindert eine scharfe Zeichnung. Wir wollen hier nur auf die Verhältnisse in Berlin eingehen. Wir finden da eine ganze Reihe von Zweigen, in welchen der jüdische Anteil unter den Selbständigen 30 bis über 50 Prozent erreicht. Es sind dies namentlich (Seite 86): Die meisten dieser Unternehmungen gehören, wie wir sehen, der Konfektions- und Textilbranche an, innerhalb welcher auch das jüdische 85

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.