Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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sätze vergleichende Rückschlüsse. Es erhellt aus der zweiten Reihe der Tabelle ohne weiteres, daß der landwirtschaftliche Sektor des russischen Judentums Anfang 1950 kaum zweimal so stark war wie 1897. Die Erfolge der landwirtschaftlichen Kolonisation sind weit hinter den vom KOMSET-Plan vorgesehenen Ausblicken zurückgeblieben und sind bescheidener als gar viele von der jüdischen Kolonisierung in der Sowjet- Union erhofften. Trotzdem darf die Ansiedlung von durchschnittlich 3000 Familien jährlich als eine respektable Leistung angesprochen werden. Der neue Jahrfünft-Plan des KÖMSET sieht die Ansiedlung von 52 775 jüdischen Familien vor, von welchen 10 050 schon im Jahre 1930 kolonisiert werden sollten. Für das Jahr 1931 ist ein Kontingent von 10 975, für 1952 9850, für 1933 — 10 900 und für 1934 — 11000 Familien planmäßig festgesetzt. Ob die Wirklichkeit diese Vorberechnungen nicht wie ihre Vorgänger zur Schrumpfung bringt, mag bezweifelt werden. Der linke Kurs der sowjetrussischen Regierungspolitik gegenüber dem flachen Lande gefährdet in hohem Maße das jüdische landwirtschaftliche Siedlungswesen und bewirkt zunehmende Abwanderung, namentlich unter den jugendlichen Elementen. Sicher übertrieben sind die Hoffnungen, die der KOMSET an die Besiedlung von Birobidjan knüpft. Die Annahme, daß es gelingen sollte, 12 000 jüdische Familien im Laufe der nächsten fünf Jahre in diesem Lande unterzubringen, läßt sich durch die bisherigen Erfahrungen nicht begründen. Ebenfalls gering erscheinen die Möglichkeiten der Erweiterung des vor-' städtischen Gemüsebaues. Die Erfahrungen in der Ukraine lehren, daß es viel wichtiger ist die schon bestehenden Betriebe in der Peripherie der Städte zu konsolidieren als neue lebensunfähige Gebilde zu schaffen. Für den Weiterausbau der jüdischen Kolonisierung gab es in der Ukraine Anfang 1930 nur noch für 5000 Familien frei verfügbaren Raum auf dem flachen Lande. Aussichtsreich erscheint die Ansiedlung jüdischer Familien in der Krim, die noch 15 000 Familien Platz gewähren kann. Alles in allem könnten bei energischer Anspannung der Kräfte immerhin noch 20 000 jüdische Familien in den nächsten fünf Jahren der Landwirtschaft zugeführt werden. Statistisches Archiv Die Zahl der Juden in Litauen 1929 Nach Angaben des Annuaire Statistique de la Lithuanie annees 1927-28 betrug die Zahl der Juden in Litauen zum 1. Januar 1929 167 905 (80924 m., 86 981 w.), gegenüber 157 527 (75 538 m., 81989 w.) im Volkszählungsjahre 1923. Die Gesamtbevölkerung des Landes stieg von 2 170 616 (1 054 565 m., 1 156055 w.) auf 2 516 615 (1108 544 m., 1208 071 w.) an. Die jüdische Einwohnerschaft in Krakau Mitte 1930 Die jüdische Gemeinde der Stadt Krakau (1900: 31 852 Juden; 1910: 38454; 1921: 45401) zählte im Mai 1950 55 744 Seelen (s. Bulletin mensuel de statistique municipale), bei einer Gesamtbevölkerung von 212 568 Personen (1900: 152 290; 1910: 166814; 1921: 181 259). Herausgegeben vom Büro für Statistik der Juden. — Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Jacob Segall, Berlin N55