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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-09-01 · Heft 3 (September 1930) · p. Seite 47

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 3 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 47 (sequence 16)
Language
German
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(Volkszählung) bezogen worden sind. Daß aber ein solches Verfahren unstatthaft ist, wenn beide Befunde, die zueinander in Beziehung gebracht werden, durch einen Zeitraum von immerhin acht Jahren getrennt sind, erhellt aus der Erwägung, daß der registrierte Bestand einer jeden, ganz besonders aber der jüdischen Nationalität, zumal in der Tschechoslowakei eine dauernd variierende, von zahlreichen Faktoren beeinflußte Größe ist. Es bedarf kaum eines besonderen Nachweises, daß die Assimilationstendenzen der Juden in der Tschechoslowakei nachgelassen und im Zusammenhang damit die Eintragungen in die jüdische Nationalitätsrubrik zugenommen haben. Solange nicht festgestellt werden kann, welcher Teil der der jüdischen Nationalität zugeordneten Gestorbenen und Eltern der Neugeborenen im Jahre 1921 ebenfalls in der gleichen Rubrik figurierte oder nicht, erscheint es nicht angebracht die Daten zu vergleichen. Aus der gleichen Fehlerquelle entspringt auch das effenkundig widersinnige Ergebnis, als wäre die Natalität resp. die Mortalität der Juden in Böhmen und Slowakei-Karpathenland beträchtlich höher als bei den magyarischen, slawischen und deutschen Teilen der Bevölkerung. Dieses Paradoxon tritt indes in den nachstehenden amtlichen Angaben hervor. Es entfallen Lebendgeborene auf je 1000 in Böhmen: bei den Tschechoslowaken — 12,71, bei den Deutschen — 10,21, bei den Juden aber 14,58. Die Mortalitätsquote betrug: bei den Tschechoslowaken — 13,24, bei den Deutschen — 12,05, bei den Juden — 19,42! In Slowakei-Karpathenland stellte sich die Geburtenziffer bei den Tschechoslowaken auf 20,49, bei den Magyaren auf 14,09, bei den Polen auf 17,18, bei den Juden auf 23,99. Im Landesdurchschnitt ergibt sich bei den Tschechoslowaken eine Geburtenhäufigkeit von 14,16 pro Mille, bei den Deutschen von 10,00, bei den Magyaren von 16,55, während sie sich für die Bevölkerung jüdischer Nationalität auf nicht weniger als 19,15 beziffert. Die jüdische Natalität wird nur von derjenigen der russischen Bevölkerungsgruppe (30,10 pro Mille) übertroffen. Die Zahl der Juden in Elsaß-Lothringen 1926 Die Zählung vom 7. März 1926 erfaßte unter einer Gesamtbevölkerung von J 795 100 Personen 26 123 1,5% Israeliten, davon 13 177 in Unter-Elsaß (Gesamtbevölkerung 670 985), 5703 in Ober-Elsaß (490 654) und 7243 in Lothringen (633.461). 36,4 Prozent der jüdischen Bevölkerung entfallen auf die Städte Strassburg (6.248 Juden; Ges. Bev. 174.492) und Metz (3.259 Juden; Ges. Bev. 69.624). Eine Gegenüberstellung der neuesten und der früheren Zählungsdaten ergibt folgendes Bild: Ges. Bev. Israeliten °/o Ges. Bev. Israeliten o/o 1871 1 549 738 40938 2,6 1895 1640 986 32 859 2,0 1875 1 531804 39 002 2,6 1900 1719470 32 264 1,9 1880 1 566 670 39 278 2,5 1905 1 814 564 31 708 1,8 1885 1 564 555 36876 2,4 1910 1 874 014 30 483 1,6 1890 1 603 506 34 645 2,2 1916 1 795 100 26 123 1,5 Von 1910 bis 1926 ging die jüdische Bevölkerung um 14,3% zurück, während die 15-jährige Zeitspanne 1895—1910 einen Rückgang von nur 7,2% aufweist. Der Rückgang ist auf die Geburtenabnahme und die Ab- 4,7

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