Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 36 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Berufe, wie Maurer, Schlosser, Zimmerleute, Tischler u. s. w. über fast alle Wirtschaftszweige verstreut sind. Um diese Zersplitterung einigermaßen auszugleichen, hat man der vorliegenden Berufsstatistik noch die «Zusammenfassung wichtiger Berufe», die innerhalb der Wirtschaftszweige besonders auszuzählen waren, angefügt. Diese Zusammenfassung der Berufe erstreckt sich jedoch nur auf die in abhängiger Stellung befindlichen Erwerbstätigen, also auf as, bu. c-Personen, nicht dagegen auf die selbständigen Unternehmer. Vergleichsmöglichkeiten mit den früheren Zählungen sind daher nicht ohne weiteres gegeben. Das Berufsschema, welches der letzten Berufszählung zugrunde liegt, umfaßt 7 Berufsabteilungen: A. Landwirtschaft, B. Industrie, C. Handel u. Verkehr, D. Verwaltung, Heer, Kirche, freie Berufe, E. Gesundheitswesen, F. Häusliche Dienste, G. Berufslose, ferner 27 Berufsgruppen, 166 Wirtschaftszweige und 186 besonders auszuzählende Berufe. Soweit Zahn. Wir fügen dem noch folgendes hinzu. Das Berufsschema für die Berufszählung 1907 lautete: A.Landwirtschaft, B.Industrie, C.Handel und Verkehr, D. Häusliche Dienste und Lohnarbeit wechselnder Art, E. Öffentliche Dienste und freie Berufe, F. Berufslose Selbständige, G. Bei der Herrschaft lebende Dienstboten, H. Angehörige ohne Beruf. Wir werden versuchen ungeachtet der zweifellos vorhandenen recht erheblichen Schwierigkeiten die Ergebnisse der Berufszählung von 1925 denen von 1907 gegenüberzustellen, um ein einigermaßen brauchbares Vergleichsbild zu erhalten. Betrachten wir zuerst die Entwicklung der Erwerbstätigen, zu denen wir auch die berufslosen Selbständigen rechnen, und der Angehörigen ohne Beruf mit Unterscheidung nach dem Geschlecht bei den Juden und der Gesamtbevölkerung von 1907 bis 1925. Bevölkerungsgruppe Gesamtbevölkerung Jüdische Bevölkerung Insgesamt davon weiblich Insgesamt davon weiblich 1907 | 1925 1907 1925 1907 1925 1907 1925 Erwerbstätige . . Angehörige . . . 2281131 2304369 3024969 1967351 783516 1580702 1218410 1461819 7419 14532 12024 11228 1731 7113 3198 8135 Von 100 Juden waren im Jahre 1907 54 Erwerbstätige und 66 Angehörige. Ganz anders liegen die Verhältnisse im Jahre 1925. Damals standen 52% im Berufsleben, ihnen standen 48% Angehörige gegenüber. Worauf ist das zurückzuführen? Zunächst wohl auf das stärkere Eintreten der Frauen im Erwerbsleben, denn im Jahre 1907 waren von je 100 jüdischen Frauen nur 20 erwerbstätig, dagegen im Jahre 1925 28. Ferner hat, wie aus den oben gemachten Angaben über die Altersgliederung ersichtlich ist, der Anteil der produktiven Klassen zugenommen, mithin die Zahl der erwerbstätigen Personen. Diese Entwicklung prägt sich darin aus, daß insgesamt bei den Juden die Anzahl der Erwerbstätigen auf 4605, d. h. 62% gewachsen ist, wodurch die Angehörigen einen absoluten Rückgang um 2508 Personen, d. h. 23% erfahren haben. Diese absolute Abnahme entfällt ausschließlich auf die männlichen Personen. Es ist wohl anzunehmen, daß durch die wirtschaftliche Entwicklung in der Nachkriegsinsbesondere in der Inflationszeit die männliche Jugend früher und zahlreicher als in der Vorkriegszeit erwerbs- 36