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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-07-01 · Heft 1 (Juli 1930) · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 7 (sequence 8)
Language
German
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wortet werden kann. Der Verfasser will nicht leugnen, daß ihm eine solche weniger sympathisch ist, als eine Abhilfe durch Ueberführung möglichst vieler deutschen Juden, welche von der Arbeitslosigkeit im Kaufmannsstande und von der wirtschaftlichen Not der freien Berufe genau so betroffen werden, wie die christliche Bevölkerung, in andere Berufe, die auch heute noch ein Auskommen haben und bei denen demgemäß die Kinderzahl noch nicht so abnimmt wie in den genannten Schichten. Das hätte auch den Vorteil, daß das Problem der Geburtenabnahme und der Bevölkerungsverkleinerung bei der deutsch-jüdischen Bevölkerung kein anderes Gesicht hätte, als bei der deutsch-christlichen, was zur Herbeiführung des konfessionellen Friedens von großer Bedeutung ist. Es ist freilich noch nicht gesagt, ob die Bevölkerungsentwicklung, die sich jetzt bei der Gesamtbevölkerung Deutschlands in einer geringeren Bevölkerungszunahme und bei den gehobenen Schichten bereits in einer Bevölkerungsabnahme darstellt (wo bei der christlichen Bevölkerung ein JN achwachsen aus anderen Schichten möglich ist, während diese Möglichkeit bei den Juden fehlt) nicht im Augenblick den wirtschaftlichen Verhältnissen Deutschlands entspricht, und ob nicht die wirtschaftliche Besserung einer Richtungsänderung bei der Bevölkerungsentwicklung vorausgehen muß, denn daß die verminderte Geburtlichkeit nicht mit einer verminderten Heiratshäufigkeit zusammenhängt, ist bekannt. Sie ist im wesentlichen eine Folge der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, mit denen die Ehepaare zu kämpfen haben und die ihnen verbieten, Kinder in die Welt zu setzen. Zum jüdischen Studentenproblem in Ost- und Mitteleuropa. Von I. Koralnik, Berlin. In dem vorliegenden Aufsatz wird der Versuch gemacht, das Problem der jüdischen Studentenschaft in Europa mit rein statistischen Mitteln zu erfassen. Indem wir von allen politischen Momenten absehen, wollen wir in objektiv-methodischer Weise zu erschließen suchen, 1) in welchem Maße der Bedarf der jüdischen Bevölkerung an Hochschulbildung gegenwärtig gedeckt wird, 2) wie sich in dieser Beziehung die Lage der jüdischen zu der der nicht jüdischen Bevölkerung verhält? Die Diskussionen der letzten Jahre über dieses Problem operierten vorwiegend mit politischen Argumenten und gingen von politischen Gesichtspunkten aus. Wir werden uns hier lediglich mit den ost- und mitteleuropäischen Ländern befassen, woselbst das jüdische Studentenschaftsproblem in den letzten Jahren besonders aktuell und zugespitzt geworden ist. Hierher gehören: Polen, Ungarn, Rumänien, Litauen, Lettland, Tschechoslowakei, Oesterreich, Deutschland und schließlich Sowjet-Rußland. In letztgenanntem Staat nimmt das Problem der jüdischen Studentenschaft mit jedem Jahr an Bedeutung zu, wenn auch nicht in dem Sinne und in den Formen, wie in den übrigen der erwähnten Länder. In allen diesen 9 Ländern zusammen zählte man um das Jahr 1927 47 091 jüdische Studierende (Tabelle I). Addiert man zu dieser Zahl noch rund 3000 jüdischer Studenten osteuropäischer Herkunft, die in Frankreich und?

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