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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 9-12 · p. Seite 172

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 9-12
Date
1927-01-01
Page
Seite 172 (sequence 41)
Language
German
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- 172 - Folgen gezeitigt. Eine dieser Folgen ist die starke Belastung mit ökonomisch passiven Elementen bei den Juden im Vergleiche mit der nichtjüdischen Bevölkerung in Polen. So sind z. B. von Hundert Juden 66,6, von 100 Nichtjuden 49,6 wirtschaftlich untätig. Diese starke Vertretung der ökonomisch passiven Elemente bei den Juden ist hauptsächlich damit zu erklären, daß bei den Juden die Frauen viel weniger im Erwerbsleben stehen als bei Nichtjuden so z. B. sind bei den Juden von je 100 Frauen 29, von je 100 Nichtjuden 46,8 tätig. Diese Erscheinung findet wiederum ihre Erklärung in der außerordentlich geringen Beteiligung der Juden jn der Landwirtschaft, wo die Frauen am meisten mitarbeiten. Aber auch in den anderen Zweigen der Wirtschaft, so z. B in der Industrie und im Handel, wo die Juden verhältnismäßig mehr vertreten sind, ist der Prozentsatz der Nichterwerbstätigen bei ihnen viel größer als bei den Nichtjuden, so z. B. entfallen auf 100 Einwohner, welche in der Industrie beschäftigt sind arbeitende Personen bei Juden bei Nichtjuden in der Stadt Warschau . . 35,6 39,9 Wojewodschaft Kiele . . . 29,9 34,2 „ Polesie . . 31,7 35,4 „ Wolyn . . 29,2 32,8 » Nowogrodek 31,9 38,0 B Krakau . . 33,8 40,4 „ Stanislau 31,6 35,3 Im Handel ist der Unterschied noch größer: bei Juden bei Nichtjuden für Stadt Warschau . . . 31,0 44,7 Wojewodschaft Kiele . . . 25,2 36,8 „ Polesie . . 29,8 44,9 Wolyn . . 28,4 40,0 Nowogrodek 33,4 43,2 „ Krakau . . 30,3 47,2 Stanislau . 28,2 41,9 Die Ursache davon ist wiederum die kleine Zahl der erwerbstätigen Frauen bei den Juden. So befinden sich im Handel unter 100 Erwerbstätigen bei Juden 23 Frauen, bei den Nichtjuden 37 Frauen. Was den sozialen Aufbau der jüdischen beruflich tätigen Schicht anbetrift, so sind auch in dieser Beziehung, besonders in den städtischen Zweigen der Wirtschaft wie Industrie und Handel, im Vergleiche mit der gleichen Schicht nicht jüdischer Bevölkerung gewaltige Unterschiede vorhanden: Einerseits finden wir bei den Juden eine starke Mehrheit in der Kategorie der Selbständigen (zumeist Handwerker, Kleinhändler und Vermittler) anderseits — eine schwach entwickelte Klasse der Arbeiter und Angestellten. Der Verfasser kommt zum Ergebnis, daß dort, wo der Anteil der Juden an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen hoch ist, dies immer auf die stärkere Beteiligung der Juden in der Industrie zurückzuführen ist. Dr. R Becker. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden und der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Druck von £. Grüner, Bernau bei Berlin.

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