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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 132

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 7-8
Date
1927-01-01
Page
Seite 132 (sequence 34)
Language
German
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132 H. Szpidbaum. Zur Anthropologie der Samaritaner. — S.-A.: aus den „Sitzungsberichten der anthropologischen Gesellschaft in Wien". Jahrg. 1926-1927. pag. 148-150. Szpidbaum hat die Samaritaner an Ort und Stelle anthropologisch untersucht und die Resultate seiner sehr interessanten Untersuchungen ausführlich und sachkundig in der oben genannten polnischen Arbeit niedergelegt. In den „Sitzungsberichten der anthropologischen Gesellschaft in Wien" ist sein Bericht über das gleiche Thema auf der Anthropologentagung in Salzburg -im September 1926 nur im kurzen erschienen. Es wurde von ihm beinahe der ganze Stamm untersucht (94 Individuen beiderlei Geschlechts). Die Samaritaner bilden einen uralten, beinahe 3000 Jahre alten Stamm Palästinas. Gegenwärtig wohnen die Samaritaner in der Stadt Nablus, leben im Elend und unter schlechten hygienischen Bedingungen. Ihre Beschäftigung ist Kleinhandel und kleine amtliche Posten. Die Gesamtzahl der Samaritaner beträgt zirka 120, wobei die Anzahl der Frauen nur 80 % der Männer bildet. Anthropologisch betrachtet, bilden die Samaritaner den wichtigsten Stamm in ganz Syrien und Palästina mit einer mittleren Körpergröße von 171 cm, die den Mittelwuchs der spaniolischen und aschkenasischen Juden weitaus übertrifft. Die Samaritaner sind in 96,3 % dunkelhaarig, doch tritt auch blondes Element bei ihnen auf, während bei den Frauen dafür eine rothaarige Komponente den Platz einnimmt. Die Samaritaner nähern sich im Bezug auf die Haarfarbe den spaniolischen Juden (Wagenseil, 97% dunkle), unterscheiden sich dagegen stark von den aschkenasischen polnischen Juden (Lipice, 12% blonde). In bezug auf die Kopfform stehen die Samaritaner der spaniolischen Juden am nächsten und sind am häufigsten dolicho oder mejocephalae. Die Frauen sind bedeutend kleiner, mehr brachycephal. Die samaritanischen Kinder sind viel heller pigmentiert und nur sie weisen konkave Nasen auf. Zum Schlüsse bespricht der Verfasser die biologischen Verhältnisse bei ihnen und findet, daß die Samaritaner dem Degenerationsprozesse unterliegen, — ein Zustand, welcher als das klassische Resultat der Verwandtenehen zu betrachten ist, destomehr, da man keine Spur von Syphilis bei ihnen gefunden hat. Folgende Degenerationserscheinungen sind nach ihm sehr häufig bei den Samaritanern zu finden: 1. Verminderung der Fortpflanzungsfähigkeit. 2. Relativ spätes (im 15. Jahre) Auftreten der Geschlechtsreife (Menjes). 3. Frühes Ergrauen und Kahlheit. 4. Häufigkeit der Totgeburten. 5. Ein großer Prozentsatz von Geisteskrankheiten. 6. Ein großer Prozentsatz von geborenen Taubstummen. 7. Sehr große Kindersterblichkeit (bei Mädchen bis 50 %, bei Knaben sogar bis 51,5 %). 8. Ueberwiegende Anzahl der Knabengeburten. Dr. Rafael Becker, (Otwoek bei Warschau). Die Redaktion behält sich die Besprechungen folgender Einsendungen vor: Jüdische Familienforschung, Jahrgang III, Nr. 2, Juni 1927, herausgegeben von der Gesellschaft für jüdische Familienforschung, Berlin, Potsdamer Straße 3. Statistisches Jahrbuch für den Freistaat Preußen, herausgegeben vom Preußischen Statistischen Landesamt, 23. Band, Berlin 1927. Die Beschneidung von Dr. Felix A. Theilhaber, Verlag Louis Lamm, Berlin 1927 (15 Seiten). Jüdische Bauernsiedlung in deutscher Heimat, drei Aufsätze mit einem Geleitwort von Professor Dr. Franz Oppenheimer, herausgegeben vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Verlag „Der Schild", Berlin 1927. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden und der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Druck von E. Grüner, Bernau bei Berlin.

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